Gita Mehtas umfangreicher Roman "Die Maharani", im Original kurz "Raj" - die Herrschaft der Briten -, beschreibt das (fiktive) Leben der Maharaja-Tochter Jaya Singh. Geboren zur Jahrhundertwende, wird ihr Leben vor dem Hintergrund der indischen Geschichte verfolgt. Sie heiratet, wie es sich gehört, den Sohn eines anderen Maharajas. Die Erzählung läßt manchmal an Spannung vermissen und erscheint etwas seicht, ebenso wie die Charaktere, doch handelt es sich um einen interessanten Einblick in historische Ereignisse. Dank Gita Mehtas intensiver Nachforschungen werden die Rajput-Fürstenstaaten authentisch beschrieben; vor allem wird der Übergang der einstigen HerrscherInnen, die einst über ein Drittel der EinwohnerInnen Indiens herrschten, in einfache BürgerInnen dargestellt. Integriert sind zudem die Ereignisse der Unabhängigkeitsbewegung und der Teilung in die Staaten Indien und Pakistan. Die Beschreibungen dieser Ereignisse hätte jedoch etwas ausführlicher, sein können, insbesondere die Auftritte real existierender Personen, wie zum Beispiel Sarojini Naidu; etwas weniger Trockenheit wäre auch angebracht gewesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)