Dieser Roman erregte mein Interesse, da ich seit Susanna Clarkes Meisterstück "Jonathan Strange & Mr. Norrell" auf der Suche war nach ebenbürtigem Lesestoff zum Thema Zauberer und Magie. Der kurze, aber prägnante Klappentext machte Lust auf mehr und so machte ich mich gespannt an die Lektüre dieses Romans des jungen Autors Oliver Plaschka.
Was soll ich sagen? Meine Erwartungen wurde nicht ganz erfüllt. Natürlich ist klar, dass eine Geschichte über Magie und ihre Folgen nicht mit den Augen der Logik betrachtet werden sollte, doch "Die Magier von Montparnasse" lässt einfach zu vieles fraglich und vage erscheinen. Ich habe dieses Buch am Ende zugeschlagen und hatte das Gefühl, betrogen worden zu sein - betrogen um eine Geschichte, die nicht nur von Magie handelt, sondern selbige auch verströmt.
Der Magier in dieser Geschichte heißt Ravi und tritt als Zauberkünstler mit seiner Assistentin Blanche in verschiedenen Varietées auf. Es ist ihm verboten, vor aller Augen wahre Magie einzusetzen und dieses Gebot wird von der Societé, einer geheimem Gesellschaft der Magier, streng überwacht. Als aber eines Abends der mechanische Hebel klemmt, der die Tür von Ravis "Bühnensarg" öffnen soll, bevor dieser und der Sarg seiner Assistentin mit Sand vollläuft, wendet der Zauberer wahre Magie an, um sich und Blanche zu retten. Das Publikum hat zwar nichts gemerkt, doch die Societé wird es sicher nicht ungestraft lassen. Anfangs scheint nichts zu geschehen, der Tag endet wie gewohnt, doch am nächsten Morgen ist Ravi sich sicher, dass die Gesellschaft nach ihm sucht, denn es ist wieder Sonntag, genau wie am Tag zuvor...
Sprachlich ist dieser Roman ein wahrer Genuss, denn Oliver Plaschka versteht sein Handwerk. In der Hinsicht erinnert dieses Buch sehr an Susanna Clarkes Vorbild und war daher in diesem Punkt genau das, was ich suchte. Auch, dass Plaschka die Handlung aus sieben verschiedenen Perspektiven erzählt, hat mir persönlich sehr gut gefallen, weil man so die Helden dieser Geschichte nicht nur kennenlernt, wie sie sich sehen, sondern auch, wie andere sie sehen. Das verleiht dem Leser ein tiefes Verständnis für die Figuren, in meinen Augen ein meisterlicher Handgriff des Autors.
Nur leider kann "Die Magier von Montparnasse" inhaltlich nicht so überzeugen, wie ich es mir gewünscht hätte.