Zur Story: Der Zauberkünstler Ethan Mascarenhas (Hrithik Roshan) ist seit einem tragischen Unfall auf der Bühne querschnittsgelähmt. Seitdem lebt er mehr schlecht als Recht sein Leben vom Kopf abwärts gelähmt - für jede Bewegung braucht er deshalb seine Haushaltshilfe und persönliche Krankenschwester Sofia D'Souza (Aishwarya Rai). Nebenher moderiert er seine eigene Radiosendung "Radio Zindagi", in der er das Leben als wunderschön feiert. Doch plötzlich, nach 12 Jahren, eröffnet er seiner besten Freundin, der Anwältin Devyani Dutta (Shernaz Patel), dass er sterben möchte. Nun beginnt für Ethan ein harter Kampf: in Indien ist Sterbehilfe verboten und auch Sofia ist wütend darüber, dass Ethan sein Leben aufgeben möchte. Es dauert lange, bis sie versteht, warum er sterben will und ihn in seinem Kampf unterstützen möchte...
Ich möchte nicht allzu viel von der Story verraten, denn der Film gibt nicht so viel her storytechnisch. "Guzaarish" ist in erster Linie ein Plädoyer für das Recht zu Sterben - und die Magie und Schönheit des Lebens. Regisseur Sanjay Lee Bhansali greift dabei wieder auf das Stilmittel zurück, dass er in seinen bisherigen Filmen wie "Black" oder "Saawariya" angewendet hat: die Schönheit durch durchgestylte Bilder zu verkörpern. Die Bildsprache ist absolutes "Eyecandy" und macht allein den Film schon sehenswert, wenngleich das auch der für mich einzige (kleine) Kritikpunkt an dem Film ist: manchmal ist er einfach zu schön, zu durchgestylt für einen Film, der sich um das Thema "Sterbehilfe" dreht. Doch die vielen positiven Aspekte des Films machen diesen kleinen Punkt unscheinbar.
Zu Erwähnen ist da in erster Linie das starke Spiel von Hritik Roshan und Aishwarya Rai. Nach "Jodhaa Akbar" liefern beide wieder eine absolut erstklassige Leistung ab. Hritik spielt den Gelähmten mit Überzeugung und auch Aishwarya liefert als Sofia eine überzeugende Leistung ab.
Die Musik spielt eine untergeordnete Rolle, es gibt keine "Item-Nummern", keine eingefügten Songs, die die Story abbremsen könnte und die Songs, die angespielt werden, passen zum Look des Films, der mich insgesamt auf eine Weise an den Look der Malerin Frida Kahlo erinnert haben, angefangen von der Villa, in dem Ethan residiert über Sofia's Look (Haare, Kleidung). Einziger Unterschied wird wohl die Farbwahl sein, die nicht ganz so bunt ist wie die Gemälde der mexikanischen Malerin.
Dieser Film gehört absolut in jede gute Bollywoodsammlung, vielleicht sogar in jede gute Filmsammlung. Wenngleich ich nicht sagen kann, dass der Film oscarreif ist; dafür wurde eindeutig zuviele Anleihen bei den Filmen "Das Meer in mir" von Pedro Almodovar und "The Prestige" von Christopher Nolan bei "Guzaarish" angewandt. Dass Bollywood nicht ganz einwandfrei in Originalität ist, dürfte nicht neu sein. Aber in diesem Fall ist die Sache gut gemacht und großartig umgesetzt, sodass er zumindest die Preise, die er in Indien abgeräumt hat, absolut verdient hat.