Auch wenn der fünfte Band der Ulldartreihe erst die Ruhe vor dem finalen Sturm beschreibt und sich in großen Teilen qualitativ an den vierten Band mit seinen verstreuten und doch recht zusammenhangslosen Handlungsschauplätzen anschmiegt, so vermag doch das spannungsreiche und auch in seinen Auswirkungen recht überraschende Ende den Ausschlag zu geben, dem Buch vier Punkte zukommen zu lassen. Endlich passiert das lange Erwartete, die Intriganten lüften ihre Masken und beziehen Stellung, der Kampf gegen die dunkle Zeit beginnt! Zwar nur kurz, wobei die letzten Seiten wie im Flug vergehen, aber hoffentlich wird die hier aufgebaute Spannung und Erwartung auf den sechsten Band nicht durch Ereignisse gegen Ende dieses Buches wieder zu einem lauen Lüftchen hin abgeschwächt ... Auch wenn die neuen, jungen Charaktere, vor allem die intrigante Tochter des Kabcars, recht gut gezeichnet sind, wirkt es ein wenig störend, dass viele der gestandenen und vertrauten Hauptpersonen nun ins zweite Glied gerückt werden und durch pubertierende Kinder, die sich um das „Wohlergehen" des Kontinentes balgen, ersetzt werden. Es fällt einfach schwer, sich vorzustellen, dass selbst die grausamsten und mächtigsten Geschöpfe Tzulans gegenüber einem jähzornigen königlichen Bengel respektvollen, ja gar furchtvollen Abstand halten. Trotz allem wird die Entwicklung und Erziehung der unterschiedlichen heranwachsenden Sprösslinge in ihren verschiedensten Umfeldern, die sie prägen und damit auch eng mit ihrem charakterlichen Auftreten verbunden sind, gut dargestellt. Lediglich die Tatsache, dass diese ihrem Alter gegenüber widernatürliche Kenntnisse und Erfahrungen aufweisen, hätte durch einen verlängerten Zeitsprung im vierten Band problemlos behoben werden können.