Inhalt: Venedig, 1475: Während des Karnevals flieht eine junge, hochschwangere Frau vor ihren maskierten Mördern. Doch es gibt kein Entkommen. Noch im Todeskampf schenkt sie einer kleinen Tochter das Leben und wie durch ein Wunder landet der Säugling nicht in Venedigs Kanälen, sondern findet ein Zuhause bei dem talentiertesten Glasmacher auf Murano. Auf über 1000 Seiten erzählt Charlotte Thomas nun von dem Leben von Sanchia, das überschattet ist von dem düsteren Geheimnis des Todes ihrer leiblichen Mutter. Viel zu früh wird auch sie von dem Geheimnis und den schrecklichen Intrigen eingeholt, die zum Tod ihrer Mutter führten.
Ihr Leben führt sie von Venedig nach Florenz und Rom, bis an die Seite ihrer großen und einzigen Liebe. Doch bis diese in Erfüllung gehen kann muss sie viel Leid erfahren, vielleicht mehr, als ein einziger Mensch ertragen kann.
Meine Meinung: Nein, schlecht ist das Buch nicht. Die Autorin beschreibt das Leben in Venedig während der Renaissace sehr bildgealtig und farbenprächtig. Die Charaltere wachsen einem beim Lesen ans Herzen und man hat das Gefühl, das Leben in dieser großartigen Stadt nach der Lektüre ein wenig besser zu verstehen.
Warum also nur drei Sterne? Für mich hat die Handlung einfach nicht gereicht, um so einen gealtigen Wälzer zu füllen. Die Aufklärung des großen Geheimnisses war mir spätestens nach dem ersten Drittel ziemlich klar und wird, mit einem kleinen Dreh, der zwar überraschend, aber auch unglaubwürdig war, dann im Endeffekt auch bestätigt. Die Distanz zwischen Sanchia und Lorenzo kam mir oft gekünstelt lang vor und die Schicksalsschläge, die Sanchia zu bewältigen hatte, waren mir so groß. Und immer bleibt sie stark und kämpft für das Gute, wo jeder "normale" Mensch schon längst hochtraumatisiert un dgebrochen wäre. Und trotz all der grausamen Ereignisse kam bei mir nie so recht Spannung auf. Das Buch ließ sich zwar nett lesen, entwickelte aber keinen Sog. Hauptursache dafür waren bei mir die stereotypen Charaktere. Jeder einzelne blieb seiner Rolle treu und ich konnte auch keinerlei echte Entwicklung erkennen. So blieben die Figuren seltsam flach und haben es nicht geschafft, mir wirklich ans Herz zu wachsen.
Schade, aber mich konnte Charlotte Thomas nicht wirklich überzeugen.