Alles wird enger, vielfältiger und tausend Kleinigkeiten warten darauf, erledigt zu werden. Was man zur Erledigung braucht ist Disziplin und die Essenzen dieses Buches. Positiv zu denken heißt nicht alles in eine rosa Schleier zu tauchen, nein, bewusst erlebtes gutes Denken sieht das Negative und gleicht es aus, weist ihm den richtigen Platz zu, um das Gute wieder und immer wieder so zu sehen, wie es ist: eine positive Grundhaltung schafft Leistungen und Glück, vor denen man wie vor einem Wunder stehen wird, wenn man nur einige Kniffe bedenkt. Immer nur negativ zu sein, bringt dauerhaft auf eine schiefe Ebene, die in einem selbst, aber auch in anderen Gewichte des Schlechten anhäuft, in der Addition dieser Gewichte entwickeln sich Lebenseinstellungen, die immer weiter nach unten ziehen, tiefer und tiefer, Tag für Tag.
"Eine positive Stimmung ist nicht nur dafür verantwortlich, dass schlechte Gedanken sich in Gute verwandeln, sie erweitert auch die Grenzen Ihres Geistes, sodass sich Ihnen mit einem Mal deutlich mehr Möglichkeiten eröffnen." Dies klingt allgemein und theoretisch, aber das Buch öffnet sich mit einer Morgenszene, die jedem sofort einleuchtend klar macht, um was es geht. Interpretationen können sich von einem ab- oder einem aufschwingenden Gedanken nähren, die Ergebnisse sind dramatisch anders. "Der Schatz Ihrer eigenen positiven Lebenseinstellung wartet auf Sie. Sie selbst sind das Zünglein an der Waage." Warum nur zwingen uns die Lebensumstände in die Negativspirale, so wie die Geschichte zunächst erzählt wird?
Besonders beeindruckt hat mich die Erzählung des alten Indianers, der seinem Enkel von den beiden Wölfen in sich berichtet. Einerseits der Wolf des Neides, der Gier, des Hasses, der Arroganz, auf der anderen der Wolf der Freude, Liebe, Hoffnung, Heiterkeit, Demut etc. Der Enkel fragt: und welcher der beiden Wölfe gewinnt? Die Antwort des Opas: Derjenige, den du fütterst. Dieses Buch ist wie ein Dünger für den Garten der guten Gefühlen, es bereichert um Facetten, die die Frequenz guter Gefühle in uns steigern werden. "Wenn Ihr Quotient guter versus schlechter Gefühle pro Tag über 3:1 liegt, sind sie nicht nur glücklicher, Sie werden auch kreativer und widerstandsfähiger."
Entschleunigung ist ein Geheimnis für wachsendes Glück, niemand kann uns diese Entscheidung abnehmen. "Verlangsamen Sie Ihren Alltagsrhythmus so, dass Sie mit Ihrem Herzen sehen, hören und empfinden können, und nicht nur mit den Augen, Ohren und dem Verstand." In dieser Langsamkeit entsteht Neues, Natürliches, Dankbarkeit, man kann goldene Momente vergolden, ihnen jene Geisteshaltung entgegenbringen, die Gutes stärkt und wie selbstverständlich in den Alltag einbaut. Dazu kann ein Dankbarkeitstagebuch gehören, das alle Facetten festhalten wird, die uns täglich begegnen. Jeden Abend anschreiben mit den Begeisterungen des Tages, das Gefühl, mit anderen verbunden zu sein, freundlich und zuvorkommend, es gibt keinen Ersatz dafür und der Wolf des Ruhms findet diesen Platz nicht in jener Ruhe, die Menschen beseelt, die innige zwischenmenschliche Beziehungen pflegen.
Offen sein, zuhören ohne Vorurteile, ein gutes Miteinander mit Familie, Freunden und Arbeitskollegen, fünf guten Taten am Tag, gesunde Ablenkungen, Negatives ansehen und das Gute daraus finden, in der Natur sein, Stärken erkennen und stärken, Meditationen im Alltag, sich beruhigen, Dankbarkeit ritualsieren. Mit dieser Zusammenfassung ist die Essenz dieses Buches beschrieben, die Abwehrhaltung gegen Negatives bedarf disziplinierter Gewohnheiten, die z.B. auch den ganzen TV-Blödsinn ausblenden, in dem keine guten Nachrichten vorkommen, sondern nur Neid, Mord, Ruhm und Todschlag.
"Auf Negatives stoßen wir im Leben von selbst. Deine Aufgabe besteht deshalb darin, das Positive zu erschaffen." (Aus einer Postkarte, die die Autorin erhielt). Es stimmt, keine andere Aufgabe habe ich im Leben identifiziert und kann diesen Schluss-Satz in diesem gelungenen Buch nur doppelt unterschreiben: "Meiner Ansicht nach suchen wir unser Glück viel zu häufig in der Zukunft. Wir versuchen, reich oder berühmt zu werden, statt nach Liebe zu streben und uns für unsere Umgebung zu begeistern oder von ihr faszinieren zu lassen."