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Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen
 
 
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Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen [Gebundene Ausgabe]

Judith Butler , Karin Wördemann , Martin Stempfhuber
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 414 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (9. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518585053
  • ISBN-13: 978-3518585054
  • Originaltitel: Undoing Gender
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 175.275 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Judith Butler
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Hier spricht die Aktivistin der Queer Theory, die Kämpferin gegen die »heterosexistische Normierung«, doch natürlich geht es in diesen Texten, wie immer bei Butler, nicht nur um die Autonomie von Lesben, Schwulen und angrenzender Gender, sondern auch um unser aller prekäre Identitäten. ...Darüberhinaus geht es Butler in diesem Buch um eine genauerere Einordnung früherer Überlegungen in die Theorielandschaft: Sie setzt sich mit anderen Denkerinnen (wie Sylviane Agacinski, Jessica Benjamin oder Luce Irigaray) sowie ihren KritikerInnen auseinander und versucht vor allem, die vielen Missverständnisse aus der Welt zu schaffen, die ihre Thesen zur Unterscheidung von biologischem (sex) und sozialem Geschlecht (gender) in Gender Trouble und anderen Schriften hervorgerufen haben.« (Christine Pries Frankfurter Rundschau )

»In ihrem Buch ... nimmt Butler eine bekannte Denkfigur Michel Foucaults auf und bemerkt mit aller wünschenswerten Deutlichkeit, dass die «Sphäre der legitimen intimen Verbindung ... dadurch etabliert (wird), dass Bereiche der Illegitimität produziert und intensiviert werden». Das scheinbar progressive Projekt des «zivilen Solidaritätspaktes» könnte sich also auch als eine Hürde erweisen, die es in Zukunft bedeutend schwieriger machen wird, Spielarten der Sexualität jenseits des engen Korsetts von Ehe, Familie, Verwandtschaft – und eben auch jenseits des neuen «Pakts» – zu erkunden. Hier zeichnet sich der nüchterne Leitfaden ab, der Butlers kritisches Denken die Richtung weist. Die Kritik der Geschlechternormen, so die Autorin, müsse von der Frage geleitet sein, was die Hoffnung, ein lebenswertes Leben führen zu können, maximiert und was die Gefahr, ein unerträgliches Leben ertragen zu müssen, minimiert.«

(Carlo Caduff Neue Zürcher Zeitung )

»Beeinflusst von New Gender Politics, bezieht sich Judith Butler in ihrer aktuellen Analyse der Gender- und Sexualproblematik auf Bewegungen, die sich mit Transgender, Transsexualität, Intersexualität und deren komplexen Beziehungen zur schwul-lesbischen Theorie befassen. Wer eine Reprise ihrer Gendertheorien erwartet, wird überrascht darüber sein, wie sehr Judith Butler sich in ihrer aktuellen Publikation vor allem als Menschenrechtsaktivistin für alternative Familienmodelle und gegen eine gesellschaftspolitische Pathologisierung und Gewalt gegenüber Transsexuellen einsetzt. ... Judith Butler erweist sich als exzellente Rhetorikerin, lässt aber auch Autobiografisches einfließen.«

(Ursula Maria Probst fiber )

»Die Beiträge verschränken sich in der Infragestellung gewohnter Konzepte von Identitäts- und Körperpolitik mit der rhetorischen und politisch brisanten Frage, welche Art von Leben als "rechtmäßig" zu betrachten ist und welche nicht. Butler schließt Überlegungen über prekäre Lebensbedingungen bestimmter Teile der Bevölkerung an Bündnisfragen politischer Praxis an und situiert dieses in den Kontext ihrer theoretischen Analyse(n). Damit gelingt es ihr, auch "das politische Subjekt" als mehrschichtiges, als aktive und veränderliche Größe zu denken. Ich halte den Band für eine weiterführende Auswahl und gelungene Zusammenstellung körperlich und sprachlich orchestrierter Aspekte der Geschlechterproblematik.«

(Hannelore Bublitz kritikon.de )

»... ein intellektuell anregender, gut lesbarer und politisch herausfordernder Band, dem das Kunststück gelingt, sich sowohl als zugänglicher Einstieg in Butlers Werk als auch als interessante Weiterentwicklung ihrer bisherigen Gedanken einem breiten Publikum anzubieten.«

(Anna Weicker Widerspruch )

Kurzbeschreibung

In ihrer epochemachenden Studie Das Unbehagen der Geschlechter entwickelt Judith Butler die These der Performativität des Geschlechts: die Einsicht, daß unser Geschlecht nicht nur durch biologische Parameter bestimmt ist, sondern daß wir es durch unser Sprechen und Handeln allererst erzeugen. Was wir sind, hängt davon ab, was wir tun – was wir tun, liegt aber häufig nicht in unserer Macht. In ihrem neuen Buch geht sie nun insbesondere den Reglementierungen und Einschränkungen unseres Handelns nach und erforscht die Möglichkeiten, bestehende Muster, Regeln und Ordnungen zu demontieren, um neue Handlungsspielräume – und neue Möglichkeiten, die eigene Identität zu gestalten – zu erschließen. Ihr neues Werk vertieft und bilanziert eine Reihe von Themen und Thesen aus Butlers früheren Werken: die Materialität des Körpers, die Beziehung zwischen Macht und Psyche, die politischen Dimensionen der Psychoanalyse und die Auswirkungen des juridischen Diskurses auf diejenigen, die nicht autorisiert sind, an ihm teilzunehmen. Die einzelnen Essays untersuchen das Problem der Verwandtschaft vor dem Hintergrund einer immer stärkeren Infragestellung der Lebensform Familie und die Bedeutung und Ziele des Inzesttabus; sie hinterfragen die Pathologisierung von Intersexualität und Transsexualität und unterziehen das Phänomen sexueller und ethnischer Panik in der Kunstzensur einer kritischen Analyse. Der Band schließt mit einem grundlegenden Essay über den Status der Philosophie und ihre Möglichkeiten, das »Andere der Philosophie« zur Sprache kommen zu lassen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Judith Butler setzt sich in diesem Buch mit Gerechtigkeitsfragen auseinander. Sie schließt hier an eine hegelianische Tradition - und damit auch an die Anerkennungstheorie von Axel Honneth - an, in der davon ausgegangen wird, dass das Begehren immer ein Begehren nach Anerkennung ist und dass wir alle nur durch die Erfahrung der Anerkennung zu sozial lebensfähigen Wesen werden. Bestimmte Menschen, so Butlers grundsätzliche Kritik, werden als eingeschränkt menschlich erkannt, weil sie nicht den kulturell erzeugten "Schemata der Anerkennung" entsprechen.

Butler verbindet Hegel jedoch mit Michel Foucault, indem sie davon ausgeht, dass die Anerkennung durch soziale Normen ein machtvolles Geschehen darstellt. Wenn ich z.B. durch eine bestimmte Form des Behindertseins als sozialer Kategorie bestimmt bin, werde ich dann noch als Teil des Menschlichen betrachtet? "Ich spüre vielleicht, dass ich ohne eine gewisse Anerkennbarkeit nicht leben kann. Ich kann aber auch das Gefühl haben, dass die Bestimmungen nach denen ich anerkannt werde, das Leben unerträglich machen. Das ist der Schnittpunkt, aus dem die Kritik hervorgeht..."(S. 13).

Was macht eine lebenswerte Welt aus? "Zu einem Thema für die Ethik wird diese Frage [...], wenn wir nicht nur die persönliche Frage stellen, was mein eigenes Leben erträglich macht, sondern aus einer Machtposition und vom Gesichtspunkt der Verteilungsgerechtigkeit aus fragen, was das Leben anderer erträglich macht oder machen sollte" (S. 35). Laut Butler machen wir einen Fehler, wenn wir die rechtliche Anerkennung für eine angemessene Beschreibung dessen halten, worauf es ankommt. Denn rechtliche Anerkennung geht immer auch mit Idenditätsfestschreibungen einher.

Identitätszuschreibungen erfolgen über eine Körperpolitik. Der Körper hat unweigerlich eine öffentliche Dimension und wird im Schmelztiegel des sozialen Lebens geformt. Er verweist insofern auf eine besondere Verletzbarkeit und erfordert einen Kampf, der über die rechtliche Anerkennung hinausgeht und bei dem es darum geht, die Normen zu verändern durch die Körper erfahren werden. "Dieser Kampf ist z.B. für Behindertenpolitik entscheidend [...], insoweit sie die zwangsweise auferlegten Ideale, wie Körper sein zu haben, in Frage stellen. Das verkörperte Verhältnis zur Norm verfügt über ein transformatives Potential" (S. 52).

Butler geht es also nicht um Macht im juristischen Sinne, sondern "um die Wirkungsweise eines regulierenden Regimes, das ins Gesetz eingeht, zugleich aber auch darüber hinausreicht" (S. 97). Daher greift für sie der Kampf um Anerkennung als Person mit Menschenwürde zu kurz. "Eine antiimperialistische oder wenigstens nichtimperialistische Konzeption internationaler Menschenrechte muss in Frage stellen, was mit dem Menschlichen gemeint ist, und muss von den Mitteln und Wegen lernen, durch die es an kulturellen Aushandlungsorten übergreifend definiert wird" (S. 65).

Das heißt, dass die Kategorie (ich bleibe hier bei "Disability" statt "Gender") Behinderung "einer Überarbeitung aus unzähligen Richtungen unterzogen werden muss, dass sie aus den kulturellen Übersetzungen, die sie durchmacht, erneuert hervorgehen muss" (S. 354). Butler geht sogar so weit zu sagen, dass sie einen Raum für Umdeutungen schaffen will "für den Moment, in dem ein Subjekt - das kann eine Person oder ein Kollektiv sein - ein Recht oder einen Anspruch auf ein lebenswertes Leben geltend macht, obwohl eine solche Rechtsgrundlage noch nicht besteht, obwohl eine eindeutig ermächtigende Konvention nicht gegeben ist." (S. 354).

Im Unterschied zu Axel Honneth geht Butler also antinormativistisch vor. Die Schwierigkeit, die sie mit seiner an bereits geltenden Normen orientierten Theorie der Anerkennung hat, ergibt sich einfach "aus der doppelten Wahrheit, dass wir zwar Normen brauchen, um leben zu können, und gut leben zu können, und um zu wissen, in welche Richtung wir unsere soziale Welt verändern wollen, das wir aber auch von den Normen in Weisen gezwungen werden, die uns manchmal Gewalt antun, so dass wir sie aus Gründen sozialer Gerechtigkeit bekämpfen müssen" (S. 327). Die Auseinandersetzung zwischen Axel Honneth und Judith Butler steht noch aus. Wir dürfen gespannt sein.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hervorragend 25. März 2011
Format:Taschenbuch
Judith Butler ist eine ganz bekannte amerikanische Autorin und ebenso bekannt für ihre Theorien im psychologischen Bereich.
Die Aufmachung des Buches ist eher einfach und ich bin der Meinung dass das auch vollkommen ausreicht.
Zum Buch selber ist zusagen, dass es kein Roman ist sondern wirklich eine Ansammlung von Themen und Thesen die Judith Butler zum Thema: Schwule, Lesben und Bisexuelle / Transgender und Transsexuelle und dem allgemeinen Bergriff 'Gender' aufstellt. Es ist auch zusagen, dass es nicht gerade einfach formuliert wurde. Ich hatte zeitweise Probleme mich durch die vielen Fachausdrücke zu wühlen um den wirklichen Sachinhalt des Textes zu verstehen. Sie selber scheint auch eine "Vorliebe" für Schachtelsätze zu haben. Was das lesen nicht gerade beeinträchtigt aber den Gedankengang etwas zähflüssig gestaltet.
Alles in allem, ist dieses wissenschaftliche Buch aber vollkommen perfekt aufgebaut und natürlich auch sehr interessant. Da die Autorin innerhalb ihrer Gedanken auch Fragen stellt, die den Leser selber sehr zum Nachdenken anregen. Und dieses Buch liest man besser nicht einfach mal so nebenbei, sondern man sollte sich schon mal Zeit dafür nehmen. Sonst wäre es eher kontraproduktiv.
Ich werde definitiv noch weitere Bücher von Ihr kaufen, da mich dieser Fachbereich der Psychologie sehr interessiert.
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12 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hanebüchener Unfug 7. Dezember 2010
Von Baur
Format:Gebundene Ausgabe
Butlers Hauptthese, in immer wiederkehrenden verschrobenen Ableitungsketten dem Leser vor Augen geführt, lautet: Das menschliche Geschlecht (Mann/Frau) ist nicht angeboren, sondern erlernt. - Wer die verquasten Phrasen Butlers liest, fragt sich, wie man sich damit überhaupt ernsthaft auseiandersetzen soll. Man möchte mit Schopenhauer sagen: "Imponieren, Verdutzen, Mystifizieren, dem Leser durch allerlei Kunstgriffe Sand in die Augen streuen, ist die Methode und durchgängig leitet statt der Einsicht die Absicht den Vortrag." Diese Absicht aber liegt darin, die menschliche Grundgegebenheit schlechthin - nämlich die Existenz zweier Geschlechter -zu leugnen, was nicht strafbar ist. Dazu werden die aberwitzigsten Deduktionen konstruiert, gewürzt mit eitlem Wortgeklingel und gepudert mit sinnfreiem Galimathias - begleitet von Betroffenheit über "phobische Gewalt" und "repressive Geschlechternormen" (gibt es nicht-repressive Normen?).Wahrlich, ein ungenießbares Gebräu! Ein vernunftbegabter Mensch kann nur hoffen, dass diese extreme Minderheitstheorie, die letztlich aus tiefsitzendem Männerhass gespeist wird, alsbald da landet, wohin sie gehört: Im Orkus der zeitbedingten Irrungen und Wirrungen. -
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