Ca. 250 Jahre nach dem Sunnivah die Welt vor dem dunklen Herrscher
gerettet hat, wird diese erneut bedroht. Ein Magier hat damals überlebt
und sinnt auf Rache. Er stellt eine mächtige Armee auf um seinen Plan zu
verwirklichen. Er will den, einst besiegten, dunklen Herrscher wieder
zurück holen.
Die Tatsache, dass dieses Buch nicht direkt an den ersten Teil
?Elfenfeuer? anknüpft macht das Buch auch für Erstleser schmackhaft. Es
ist nicht unbedingt erforderlich zuerst ?Elfenfeuer? zu lesen. In mir kam
auch der Verdacht auf, dass dies im Grunde gar nicht als Trilogie geplant
war.
Da so viele Jahre ins Land gezogen sind, ist es nur logisch,, dass wir
nicht sehr vielen alten Charakteren begegnen. So ist die einstige Heldin
Sunnivah verstorben und in den Mittelpunkt dieser Geschichte ist unter
anderem, die uns bekannte, Nebelelfe Naemy gerückt. Es hat mich sehr
gefreut in diesem Teil endlich mehr über die Nebelelfen zu erfahren, da
ich diese Hintergründe im ersten Buch wirklich vermisst habe. Die Freude
wurde allerdings ein wenig durch die Tatsache getrübt, da ein Dorf von
überlebenden Nebelelfen grausam niedergemetzelt wird. Spätestens ab dem
Zeitpunkt möchte man Naemy nur noch in die Arme nehmen. Zuerst hört
niemand auf sie, als sie von der sich nähernden Bedrohung spricht und dann
verliert sie auch noch die Restlichen ihres Volkes.
Begleitet wird Naemy von ihrem Sohn Tabor, ein weiterer neuer Charakter in
diesem Teil. Tabor spielt eine wichtige Rolle, die den Ausgang dieser
Geschichte stark beeinflusst. Tabor ist ein zielstrebiger Charakter, der
viel Potential besitzt.
Unsere neue Heldin heißt Kiany und sie ist ein direkter Nachkomme von
Sunnivah. Kiany ist eine Seherin und hat, in Folge dessen, immer wieder
schreckliche Visionen des drohenden Unheils. Der Charakter Kiany ist mir
etwas zu flach dargestellt, sie hätte durchaus mehr Tiefe vertragen
können.
Ganz besonders toll fand ich die Begegnung mit dem Riesenalp, so hatte man
doch gedacht, dass diese Spezies im ersten Buch ausgestorben sei. Und
endlich greift auch die gütige Göttin in das Geschehen ein und hilft den
tapferen Helden in der Schlacht, anstatt nur zuzusehen.
Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte gut gefallen, obwohl mir hier
und da gewisse Parallelen zu anderen Büchern aufgefallen sind. Besonders
der Teil mit dem rachsüchtigen Magier, der irgendwo in der hintersten
Pampa, ein mächtiges und finsteres Heer aufstellt, nur um den dunklen
Oberbösewicht wieder in diese Welt zurückzuholen. Irgendwie hatte ich
einen goldenen Ring und halbwüchsige Kerle, die sich durchaus mal über die
Behaarung ihrer Füße Gedanken machen sollte, im Hinterkopf, aber ich will
jetzt keine Namen nennen.
Trotz alledem und den paar logischen Fehlern, die in der Geschichte
vorkommen, hat es Fr. Felten wieder geschafft mich in ihren Bann zu
ziehen. Ihr bildlicher Schreibstil, macht es besonders einfach in die
Geschichte einzutauchen.
Zum Schluss möchte ich sagen, dass diese Fortsetzung, genau wie der
Vorgänger, eher etwas für Fantasy Neueinsteiger ist. Eingefleischte Leser
dieses Genres werden wohl weniger Begeisterung aufbringen können.