Dieses lange Video halte ich - neben der Autobiographie - das interessanteste über die Künstlerin. Der Regisseur geht wohlwollend wie kritisch mit der Frau um, die er als über Neunzigjährige besuchte und - z.B. nach Berlin und ihrem Haus - begleitete.
- Natürlich nimmt die Stellungnahme und Darstellung von Teilen des "Triumpf des Willens" etlichen Raum ein. Interessant sind die Schilderungen des Drehs und der Intrigen / Streitigkeiten. Übrigens sollte ursprünglich der Kommunist Walter Ruttmann ("Berlin Sinfonie einer Großstadt") den Film drehen; weil sein Stil nicht gefiel, sollte ihn die Riefenstahl weitermachen. Riefenstahl nimmt auch zu den üblichen Vorwürfen Stellung, ob das Gesagte allerdings ihre Gegner besänftigt?
- Zum Glück geht die Reportage auch auf ihre Filme vor 1933 ein, die z.T. schwer zu bekommen sind. Es werden Originalausschnitte gezeigt.
- Sehr ausführlich wird die Olympiade geschildert, auch die letzten Jahrzehnte aus Afrika und Unterwasser kommen nicht zu kurz.
Da in den letzten Jahrzehnten die Öffentlichkeit kaum Gedanken oder Notiz über Leni Riefenstahl gemacht hatte - erst die letzten paar Jahre - sollte man sich möglichst unparteiisch über sie informieren. Dafür ist dieser Film meiner Ansicht als Einstieg sehr geeignet, eher als ihre (interessanten) Memoiren oder der Anti-Riefenstahl Film "Hitlers Frauen".