...sondern Nähe, und die daraus erwachsenden Probleme von Vertrauen und Enttäuschung, das sehe ich in dem Buch. Wer träumt nicht von dem einen Moment, dem einen Blick, durch den einem klar wird, man gehört hierher und zwar zusammen? Groß der Schmerz bei allen, denen das nie widerfährt. Wie viel größer muß er sein, wenn man zu den Glücklichen gehörte, aber seinen Seelenverwandten auf irgend eine Weise wieder verloren hat!
Und dann glaubt man, er bzw. sie käme zurück: das Gesicht, die Gesten... Wahn oder Wirklichkeit? Plan oder Zufälligkeit? Wessen Plan? Gut oder böse? In diesem Spannungsfeld bewegt sich Marai. Am Ende weiß man nicht, ob man mit ihm tauschen möchte...
Kein unterhaltsames Buch, sondern ein gutes. Wer gerne in Gedanken anderer taucht, soll es lesen. Wer den Seelenverwandten noch sucht, muss es lesen.