Endlich mal wieder eine Sammlung von Satiren, die man ungern aus der Hand legt und nach beendeter Lektüre bedauert, dass sie nicht weiter geht. Bei Diana Knezevic' „Die Mösenmafia. Lesben und andere Pauschalterroristen." handelt es sich trotz des Titels weder um Pornographie noch um Weltbedrohliches. Hier wird man auf eine Reise in einen Kosmos eingeladen, der die tragische Komödie lesbischer Subkultur auf eine liebenswert-sarkastische Weise skizziert. Die äußerst amüsanten Kurzgeschichten scheinen von Diana Knezevic in jahrelanger akribischer Beobachtung gesammelt zu sein, wirken jedoch so absurd, dass zwischen Realität und Fiktion nur schwer zu unterscheiden ist.
Die bekennende lesbische Autorin nimmt nicht nur sämtliche existierende Vorurteile auf die Schippe, sie bestätigt diese auch bewusst und es gelingt ihr, selbstironisch jedem Ansatz von Logik zu trotzen. Dass dabei trotzdem so viel Wahrheit zwischen den Zeilen lauert, macht „Die Mösenmafia" zu einem der witzigsten Buchveröffentlichungen in einem Genre, das lange Zeit an einem halbseidenen politisch-korrektem Humor krankte. Knezevic geizt in ihrem Erstlingswerk nicht mit Seitenhieben auf ihre Artgenossinnen: Wo sonst gibt es Einblicke in lesbische Gruppen-Onanie-Workshops? Wie flirten Lesben mit Männern? Wo wachsen ihnen Haare und warum? Wie gehen Lesben mit Türken um, was haben sie in Indien zu suchen und warum sehen sie Synchronschwimmen im Fernsehen? Als Bonbon gibt es auch noch guten Sex in wenigen Worten. „Die Mösenmafia" mag im Bücherregal von Frauen wie Männern befremdlich wirken, wenn Mutti zu Besuch kommt, darf aber unter dem Kopfkissen auf gar keinen Fall fehlen.