"The Men/Die Männer" (Regie: Fred Zinnemann) ist nicht zuletzt deshalb interessant, weil Marlon Brando in diesem Film sein (absolut gelungenes) Leinwanddebüt gab. Brando (der vor Drehbeginn zwei Wochen im Birmingham Veterans Administration Hospital verbrachte) verkörpert glaubwürdig einen jungen Soldaten namens Ken, der nach einer (im 2.Wk) erlittenen Schussverletzung in einem Veteranenspital landet.
Die Gemütsverfassung von Ken lässt sich gut mit einem Zitat aus dem Film zusammenfassen: "It's funny. It's very, very funny. I was afraid I was gonna die. Now I'm afraid I'm gonna live". Diese ändert sich erst als ihn seine Freundin aus Vorkriegstagen gegen seinen Willen besucht und ihm die Hoffnung auf ein gemeinsames Leben gibt. Allerdings erweist sich der Abend nach der schließlich stattfindenden Hochzeit als eine Enttäuschung und es stellt sich die Frage, ob das erstrebte gemeinsame Glück wirklich erreichbar ist.
Die Atmosphäre des Films ist äußerst realistisch, was nicht zuletzt daran liegt, dass ein großer Teil des Films im Birmingham Veterans Administration Hospital gedreht wurde und an der Mitwirkung von 45 Patienten dieses Veteranenspitals am Film.
In der weiblichen Hauptrolle ist Teresa Wright zu sehen. Wright bietet eine nuancierte Darstellung einer Frau, die sehr loyal ist aber in einem wichtigen Moment etwas überfordert mit der Situation ist. Der behandelnde Arzt wird von Everett Sloane verkörpert (ich persönlich mag seine performance sehr).
Es empfiehlt sich den Film - wenn möglich - in der OV anzusehen. Brando hatte (besonders in jungen/jüngeren Jahren) eine interessante Stimme.
Fazit: Großartiger, sensibler Film, der das Schicksal querschnittgelähmter Kriegsveteranen interessant und realistisch behandelt. Nicht nur für Brando-Fans sehr empfehlenswert.