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Die Mädchen des Pfarrers
 
 
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Die Mädchen des Pfarrers [Taschenbuch]

Heidi Schmideder
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 179 Seiten
  • Verlag: Frauenoffensive (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3881043462
  • ISBN-13: 978-3881043465
  • Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 13,9 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.266.502 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Decke wird gelüftet 13. März 2002
Plötzlich befinde ich mich mit auf dem Weg...Sehe mich hautnah neben einer Frau, die mit Ablehnung, Misstrauen, Einschüchterungsversuchen, mit heftigen Emotionen konfrontiert ist. Spüre ihre Verzweiflung und unbändige Stärke und ihren immensen Wunsch, die Wahrheit zu finden und ihr zum Sieg zu verhelfen.
Dieses Buch über die Aufdeckung des Missbrauchs an einem 14-jährigen Mädchen durch den Ortspfarrer wühlt auf.
Denn hier passiert Aufdeckung. Nicht bloß die Aufdeckung der nackten Tatsache des Missbrauchs, sondern die Aufdeckung von Mechanismen und Strukturen, die Missbrauch ermöglichen. Mechanismen, die von lebenden Personen und Personengruppen getragen sind. Aufdeckung von Zusammenhängen zwischen der Geschichte der Mutter und der Geschichte der Tochter. Aufdeckung der tabuisierten Bereiche des Lebens, deren übliche Geheimhaltung Missbrauch stützt. Und letztendlich Aufdeckung der Macht der inneren Stärke und der Treue zu sich selbst.

Heidi Schmideder geht mit Gefühl und Verstand gleichermaßen an die Geschehnisse heran. Sie lässt ihre Gefühle mit größter Ehrlichkeit zu. Sie reflektiert die Ereignisse. Sie holt Informationen ein, um die Vorgänge zu verstehen. Und so halte ich als Leserin ein Buch in den Händen, das neben der dramatischen Geschichte wichtige, grundlegende Informationen zum Thema Missbrauch gibt. Täterprofile, Täterstrategien, Auswirkungen von Missbrauch werden aufgezeigt Rechtliche Vorgehensweisen werden geschildert. Auf therapeutische und beratende Einrichtungen wird hingewiesen.

Als Leserin befinde ich mich mit auf dem Weg und vollziehe im Fluss der Ereignisse eigene Schritte. Fragezeichen entstehen in mir und werden im Weiterlesen gelöst. Zweifel kommen auf und weichen neu gewonnener Gewissheit. Gefühle wirbeln hoch.
Das dumpfe Geheimnis, das Missbrauch wie eine dunkle Decke umgibt, wird gelüftet, die Decke mit klarem Griff weggezogen.
Am Ende des Buches ist mir klar, wie einzelne Personen durch ihre Angst, durch ihr Schweigen, durch Verzerrung der Tatsachen, durch Loyalität zu Autoritäten den Raum schaffen, in dem Missbrauch geschehen kann. Es ist mir klar, wie hierarchische Institutionen Macht ausüben und Missbrauch ermöglichen und schützen. Es ist mir klar, wie Verständnis und Information, wie Freundschaft , eine Frau stützen können, gegen diese Kräfte zu bestehen.
Und mir wird bewusst, dass die Konfrontation mit Missbrauch die eigenen Wunden berührt. Denn wie Heidi Schmideder auf ihrem Weg ihre eigenen Verletzungen entdeckt, so kann ich auch als Leserin, die sich ehrlich darauf einlässt, diesen Weg mitzugehen, zu den verborgenen Teilen meiner eigenen Geschichte kommen.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Pascal
Die Medien streifen im Rahmen ihrer breiten Aufmerksamkeit für einzelne grausame oder bizarre Sexualstraftaten eine Thematik nur oberflächlich, die im täglichen Leben dann vergleichsweise so unspektakulär und banal daherkommt, daß Menschen dafür manchmal nur ein unzureichendes Problem- oder Unrechtsbewußtsein entwickeln.
Unter einem ungewöhnlichen Blickwinkel führt H. Schmideder den Leser heran: Über die Chronik einer Aufdeckung von Übergriffen des örtlichen Pastors – davon und was der Autorin dabei alles widerfahren ist, handelt das bereits in der „Süddeutschen“ vorgestellte Buch.
Für den Leser wird ein detailreiches und „lebendiges“ Täterpsychogramm gezeichnet, wie es Fachbücher kaum vermitteln können sondern eben nur jemand, der den Täter gut kannte. Begehungs- und Abwehrkonzepte des Täters und seiner personalen Umwelt sind ebenso anschaulich wie klischeelos dargestellt.
Von diesem Buch dürften Leser sehr profitieren, die als psychologische Laien mit solchen und ähnlichen Tätern in Berührung kommen oder mit deren bis in den Strafvollzug hinein aufrecht erhaltenen Verteidigungs- und Rehabilitationsstrategien konfrontiert werden können, wie z. B. Polizeibeamte, Vollzugsbeamte, oder Engagierte in der Jugendarbeit, im Opferschutz aber auch in der ehrenamtlichen Gefangenenbetreuung.

Den sehr guten Gesamteindruck mindert auch nicht wesentlich, daß in den weiterführenden Kapiteln Einzelnes nur mittelprächtig gelungen ist. Daß die Autorin ihre eigene Geschichte als Opfer in Beziehung zu den geschilderten Geschehnissen stellt, finde ich dabei noch ganz o. k. Die Schilderung ihrer Beziehungen zu verflossenen Partnern – die alle, nur nicht sie selbst! irgendwelche Defizite hatten - will IMHO doch nicht so ganz zur Thematik passen, wirkt teils exhibitionistisch und stellenweise recht selbstgerecht. Zitat: „Ich ging in eine Disco, riss einen (Mann) auf und landete mit ihm im Bett. Aber ich empfand dabei nichts. (......) Schon vom dritten Kerl hatte ich mich benutzen lassen.“ (Sic!!!)
Aspekte über das Tatopfer im Strafprozess, seine Einwirkungsmöglichkeiten und seine Rechte wären dem Anliegen des Buches sicher dienlicher gewesen, gegebenenfalls im Rahmen eines Gast – Aufsatzes von einem Opferanwalt/ Anwältin. Besser jedenfalls, als Opfer erneut zu „ge- brauchen“, um das eigene ideologische Süppchen mit ihnen zu kochen. Vielleicht in einer Neuauflage?

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