1925. Zwei Drachentöter kommen bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben. Bald darauf fallen weitere Drachentöter Mordanschlägen zum Opfer. Zur gleichen Zeit wird in England ein Museum ausgeraubt. Ziel der Diebe sind wertvolle Drachenartefakte.
Silena, letztes Mitglied einer legendären Familie von Drachentötern und Schwester der ersten beiden Toten, nimmt die Ermittlungen auf und findet sich bald schon einem wirren Geflecht von Verbündeten und Feinden, Menschen und Drachen, Glauben und Magie wieder.
Markus Heitz entfaltet vor Hintergrund der 20er Jahre des 19.Jhrs einen ungewöhnlichen Phantastik-Thriller. Weniger auf Action reduziert als Ritus, nichts so schwelgerisch und episch wie in seinen Ulldart- oder Zwergenromanen kreiert er eine Welt, die ihren eigenen Reiz und Charme besitzt. Luftschiffe treffen auf Drachen, nüchterne Realität auf Seancen und Magie. Die eigentliche Geschichte bewegt sich dagegen im eher üblichen Rahmen. Lange Zeit konfus und undurchsichtig, nimmt sie erst nach ca. 300 Seiten an Klarheit und Geschwindigkeit zu. Was zuvor lediglich interessant zu lesen war, wird spannender, lesenswerter und endet in einem großen, packenden Finale.
Ich hatte recht große Erwartungen an den Roman, die Markus Heitz in der ersten Hälfte des Buches nicht erfüllen kann. Erst in der Zweiten, in der es schafft, sich mehr auf seine Stärken zu konzentrieren, fesselt das Buch mehr und mehr und wird zu dem, was es verspricht und sein soll: Ein packender Phantastik-Thriller vor einem außergewöhnlichem Hintergrund.
Was bleibt noch zu sagen? Das Ende lässt wieder einmal Raum für eine Fortsetzung. Aber will ich ein solche? Nein! Das Buch ist gut so, wie es ist, die Handlung rund und sie stößt in Dimensionen vor, die kaum zu toppen sein sollten. Und ein müder Abklatsch? Nein, das muss ich nicht lesen.
Lieber freue ich mich erneut auf etwas Neues!