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Die Luxemburger: Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437
 
 
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Die Luxemburger: Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437 [Broschiert]

Jörg K. Hoensch
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Produktinformation

  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: Kohlhammer (1. Januar 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3170151592
  • ISBN-13: 978-3170151598
  • Größe und/oder Gewicht: 18,7 x 11,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 380.910 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jörg K. Hoensch
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 07.10.2000
Schon seine "bestechend klare Prosa", so schreibt Friedrich Prinz, hebt dieses Buch von so manchem Trendigen über den Adel ab. Hinzu kommt, dass der Osteuropa-Spezialist nicht nur die Reichs- und Westeuropa-Politik der Luxemburger Dynastie unter die Lupe genommen hat, sondern ebenso ihren "ostmitteleuropäischen Aktionsbereich". Und auch, dass der Autor wiederum gegen einen herrschenden Trend verfährt, nämlich weiterhin ökonomische und soziale Grundlagen in seine Erzählung einfließen lässt, hat dem Rezensenten gut gefallen. Prinz verweist zudem lobend auf Hoenschs Darstellung der "niederträchtigen Politik" Kaiser Karl IV. gegenüber den Nürnberger Juden. Kritisch vermerkt der Rezensent nur, dass weder Erzbischof Balduin von Trier, ein wichtiger Mann im Hintergrund der luxemburgischen Macht, noch die langandauernde Wirkung der Goldenen Bulle genügend gewürdigt wurden. Dennoch ist er vom Nutzen dieses "informativen, konzisen Buchs" für Geschichtsstudenten und Laien sehr überzeugt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Der "kleinen" Grafenfamilie der Luxemburger, die ihren Besitz an der westlichen Reichsgrenze seit dem 10.Jahrhundert stetig zu vergrößern verstanden und meist engere Beziehungen zum Pariser Hof als zum deutschen Monarchen gepflegt hatte, entstammten mit Heinrich VII., Karl IV., Wenzel IV. und Sigismund vier Römische Könige. Nur dem alle ritterlichen Attribute seines Zeitalters verkörpernden Johann vonLuxemburg blieb es verwehrt, neben der St.Wenzels- auch die Reichskrone zu erwerben. Erzbischof Balduin von Trier, der Bruder Kaiser Heinrichs VII., beeinflußte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wie kein anderer Kurfürst das Geschehen im Reich. Die Luxemburger lenkten zwischen 1308 und 1437 die Geschicke des Heiligen Römischen Reiches und kontrollierten schließlich mit den Königreichen Böhmen und Ungarn den größten geschlossenen Länderkomplex im östlichen Mitteleuropa. Obgleich sie die weitere Aushöhlung der monarchischen Zentralgewalt nicht aufhalten konnten, gelang es ihnen immerhin, die Stellung des Reiches als maßgebliche Macht in Mitteleuropa zu behaupten. Mit hoher Einsatzbereitschaft und beeindruckendem diplomatischem Geschick suchten sie den einschneidenden politischen, religiösen, geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Umbrüchen an der Schwelle zur Neuzeit gerecht zu werden. Mit ihrer zukunftsträchtigen dynastischen Politik schufen sie zudem die Voraussetzungen für den Aufstieg des Hauses Habsburg zur dominierenden europäischen Großmacht. Professor Dr. Jörg K. Hoensch ist Lehrstuhlinhaber für Osteuropäische Geschichte an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Benjamin
Format:Broschiert
Kennen sie Heinrich VII.? Nein? Aber bestimmt werden sie seinen Enkel kennen, zumindest wenn sie sich etwas in der Deutschen Geschichte auskennen. Dieser war Karl IV., der die Goldene Bulle im Kompromiss mit den sieben Kurfürsten des Reiches verabschiedete und das "goldene Prag" gestaltete. In den Geschichtsbüchern wird er als der größte deutsche Kaiser des Spätmittelalters gefeiert, und seine selbständige und gewandte Politik und tiefe Frömmigkeit betont.

Ganz anders wird sein Großvater Heinrich VII. (1308-13) in der älteren Forschung gesehen: er sein ein Träumer, ein naiver Phantast gewesen. Doch dieses Bild hat sich schon längst gewandelt. Heute wird betont, dass Heinrich VII. eine Politik betrieben hat, die ganz in staufischer Tradition von einer Rangerhöhung des Kaisers gegenüber den anderen Monarchen Europas ausging. Das es sein Verdienst war, als erster römisch-deutscher König nach dem Interregnum zum Kaiser gekrönt zu werden. Und das sein Enkel karl IV. auch einen verschlagenen Charakter besass, dass er nicht davor zurückschreckte, den Mord an den Juden in Nürnberg und anderswo im Recih während der Pestwelle zu dulden UND sich vertraglich Gelder aus ihrem Vermögen zu sichern.

Jörg Hoensch legt mit diesem Band eine kritische und dennoch ausgewogene Darstellung einer Dynastie vor, die heute fast in Vergessenheit geraten ist, obwohl sie zeitweise nicht nur den römisch-deutschen Kaiser stellte, sondern auch über eine Hausmacht verfügte, die neben Böhmen, Brandenburg, Schlesien, Luxemburg und Brabant sowie den größten Teil der Balkanhalbinsel umfasste. Diese, neben den Habsburgern, erfolgreichste Dynastie des Spätmittelalters, prägte auch die Geschicke des Heiligen Römischen Reichens bis zu dessen Ende, eben durch die besagte Goldene Bulle.

Hoensch betrachtet die Anfänge im kleinen Lützelburg im 10. Jahrhundert, über Heinrichs VII. grandiose "Romfahrt", bis zum Ende der Dynastie 1437. Er beleuchtet sowohl die Schattenseiten eines Karls IV., als auch dessen Erfolge sowie die der anderen Herrscher dieses Geschlechts. Eine vorzügliche Darstellung, gut geschrieben und übersichtlich. Und vor allem: ohne Scheu vor eigener Wertung.

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