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Ganz anders wird sein Großvater Heinrich VII. (1308-13) in der älteren Forschung gesehen: er sein ein Träumer, ein naiver Phantast gewesen. Doch dieses Bild hat sich schon längst gewandelt. Heute wird betont, dass Heinrich VII. eine Politik betrieben hat, die ganz in staufischer Tradition von einer Rangerhöhung des Kaisers gegenüber den anderen Monarchen Europas ausging. Das es sein Verdienst war, als erster römisch-deutscher König nach dem Interregnum zum Kaiser gekrönt zu werden. Und das sein Enkel karl IV. auch einen verschlagenen Charakter besass, dass er nicht davor zurückschreckte, den Mord an den Juden in Nürnberg und anderswo im Recih während der Pestwelle zu dulden UND sich vertraglich Gelder aus ihrem Vermögen zu sichern.
Jörg Hoensch legt mit diesem Band eine kritische und dennoch ausgewogene Darstellung einer Dynastie vor, die heute fast in Vergessenheit geraten ist, obwohl sie zeitweise nicht nur den römisch-deutschen Kaiser stellte, sondern auch über eine Hausmacht verfügte, die neben Böhmen, Brandenburg, Schlesien, Luxemburg und Brabant sowie den größten Teil der Balkanhalbinsel umfasste. Diese, neben den Habsburgern, erfolgreichste Dynastie des Spätmittelalters, prägte auch die Geschicke des Heiligen Römischen Reichens bis zu dessen Ende, eben durch die besagte Goldene Bulle.
Hoensch betrachtet die Anfänge im kleinen Lützelburg im 10. Jahrhundert, über Heinrichs VII. grandiose "Romfahrt", bis zum Ende der Dynastie 1437. Er beleuchtet sowohl die Schattenseiten eines Karls IV., als auch dessen Erfolge sowie die der anderen Herrscher dieses Geschlechts. Eine vorzügliche Darstellung, gut geschrieben und übersichtlich. Und vor allem: ohne Scheu vor eigener Wertung.
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