Aus Interesse und erhofftem positiven Effekt auf gemeinsame Zweisamkeit in der Partnerschaft haben meine Freundin und ich uns dieses Buch gekauft. Da wir nicht ganz unbescholten auf diesem Gebiet sind, entschieden wir uns also für die "Fortgeschrittenen"- Version. Das Buch war relativ schnell durchgelesen, das lag aber leider nicht an dem guten Schreibstil der Autorin, sondern eher an der völligen Unrelevanz dieses Buches für jeden, der sich im privaten Rahmen mit BDSM beschäftigt. Varrin beweihräuchert sich hier in erster Linie selbst, was für eine wahnsinnig tolle Domina sie sei und wie blöd und verachtenswert sie Männer empfindet. Nach nur wenigen Kapiteln ist man, selbst ohne psychologische Ausbildung, in der Lage, Varrins Komplexe zu erfassen. Ihre Anmerkungen zeugen weniger von Leidenschat und Hingabe, als mehr von Kompensation ihrer eigenen Probleme. Sie empfindet Männer grundsätzlich als "dumm", "schwanzgesteuert" und "stumpfe Ochsen" (alles Originalzitate!) und ist der festen Ansicht, dass jene Trottel die zu Ihr kommen, es nicht anders Verdient hätten, als gehörig verdroschen zu werden. Weibliche Dominanz empfindet sie als Gegenpol zu der männlich dominierten Welt.
Auch die weiteren Kapitel enthüllen nichts, was tatsächlich für den "Hausgebrauch" nützlich wären. Es sei denn, sie haben ein Keller mit diversen Möbeln und einen wechselnden Bekanntenkreis mit obskuren Veranlagungen. Das nahezu letzte Kapitel, über Vampirismus und BDSM wird für mich wohl immer ein Rätsel bleiben, aber da hatte ich auch schon kein Interesse mehr, tatsächlich noch tiefer in Varrins Psyche einzutauchen, die dem Leser dieses Buches mehr eröffnet wird, als tatsächlich "mehr" BDSM.
Schlechte Note für schlechtes Buch und schlechte Autorin.