Der Deutsche hängt gerne an negativen Gedanken, an düsteren Überlegungen und an der Lust der Zerstörung seines Ichs oder seiner Umgebung?! Ist dem so oder worauf begründet sich diese Lust am Untergang? Das Buch DIE LUST AM UNTERGANG von Friedrich Sieburg entführt uns in eine denkwürdige Thematik, welche in der Anderen Bibliothek des Eichborn Verlags nun eine Ausprägung als Buch erfährt. Ist es die Obrigkeitshörigkeit? Die Untertanenmentalität? Die militärische und korrekte Erziehung, wenn sie denn heute noch vorhanden ist? Oder liegt es tiefer? Warum fasziniert Wagners Musik den Zuhörer, an was hat dieser grandiose und fantastische Komponist gerüttelt? Im Buch DIE LUST AM UNTERGANG bringt uns Friedrich Sieburg kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs seine Gedanken zu Papier und lässt uns dadurch an seinen Ideen teilhaben.
Viele Gedanken des Autoren Friedrich Sieburg kreisen noch um den zweiten Weltkrieg, denn dieses Buch schrieb er wenige Jahre nach dessen Ende, daher mutet es nicht ungewöhnlich an, das er vom Untergang spricht und den hang der deutschen dazu thematisiert.
Auch sein am Eingang des Buches nachgestelltes Gespräch zwischen einem Schweizer und einem anderen Europäer mutet skurril an, denn er zeugt von der Lust am Untergang. Niemand kann einen retten, alles ist verloren und kein Held weit und breit - sonderbar das so eine Stimmung einen dann doch aufkratzen kann.
Das Buch DIE LUST AM UNTERGANG von Friedrich Sieburg oder vielmehr der Autor hat am Anfang der Bundesrepublik schon stark polarisiert, ich erinnere mich das er im Buch als widerliche Kanalratte beschimpft wurde, das ist stillos.
Die Journalistin Thea Dorn hat ihn und seine Werke durch Zufall wieder gefunden und mit diesem Buch aus der Versenkung gehoben, wurde doch im Feuilleton der Nachkriegszeit er hoch geehrt und teils schmählich beschimpft, so etwas macht Neugierig und Thea Dorn hat da einen wahren Schatz gehoben - denn selten habe ich mit soviel Zuneigung und Verständnis das Buch eines Autoren zum Thema UNTERGANG gelesen.
Schon ein anderes Buch hat mir so viel Freude bereitet, 3.000 Jahre Untergang des Abendlandes, aus dem gleichen Verlag - mit diesem setzt sich das Thema gekonnt und interessant fort.
Der Autor Friedrich Sieburg schreibt klar, unprätentiös und schnörkellos was er von der ganzen Sache hält. Er hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg und offeriert ganz klar und direkt, woher er meint, dass diese Lust am Untergang stammt und was sie auslöst.
Das Buch DIE LUST AM UNTERGANG von Friedrich Sieburg hat mir gut gefallen, die Ideen und Gedanken des Autors habe ich gerne gelesen.
Empfehlenswert!