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Die Lust am Bösen: Warum Gewalt nicht heilbar ist
 
 
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Die Lust am Bösen: Warum Gewalt nicht heilbar ist [Taschenbuch]

Eugen Sorg
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Nagel & Kimche; Auflage: 4 (7. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3312004748
  • ISBN-13: 978-3312004744
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 150.250 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Sorg weiß durchaus, wovon er schreibt. Als Delegierter des Internationalen Roten Kreuzes hat er die Kriege und Bürgerkriege in Afghanistan, Angola, Somalia, Liberia, im Sudan und in Kolumbien, besonders intensiv aber jene im ehemaligen Jugoslawien vor Ort miterlebt. Dabei stieß er, weitgehend unabhängig von Religion, Ethnie oder Kultur, auf ein stets wiederkehrendes Muster: die Grausamkeit aus Lust an der Grausamkeit, ausgeübt von einer Zivilbevölkerung an einer Zvilbevölkerung ohne irgend ein anderes erkennbares Motiv als dieses." Christian Ortner, Wiener Zeitung, 29.04.11

"Sorgs Beobachtungen sind treffend, seine Analysen messerscharf und überzeugend. Aber auch schmerzhaft, weil sie die Frage nach der wirkungsvollen Gegenwehr offen lassen." Urs Rauber, NZZ am Sonntag, 30.01.11 "Für Eugen Sorg ist klar, das Böse ist eine Leidenschaft, die nur sich selbst kennt. Es ist keine Folge pathogener Zustände, keine Ausgeburt von Verzweiflung und keine Rache für erlittenes Unrecht. Das Böse ist auf der Welt, seit Menschen sich dazu entschließen, Böses zu tun. Die Übeltäter wissen genau, dass ihre Untaten unrecht sind. Aber der Spaß an der Grausamkeit ist größer als alle Hemmnisse. Bosheit ist durch keine Zivilisation zu tilgen. Menschen sind gewalttätig, nicht weil sie müssen, sondern wenn sie dürfen. Nicht soziale, seelische, politische oder kulturelle Umstände produzieren Gewalt. Sie eröffnen nur Gelegenheiten, welche die Subjekte allzu gern nutzen. Sorgs Buch steht in der besten Tradition einer Kritik der Illusionen und Klischees. Der populäre Therapiekult glaubt beharrlich an die Heilbarkeit des Bösen. Aber wer Gewalt auf die Autoritätsbindung williger Befehlsempfänger zurückführt, unterschlägt den Spaß an der Schikane und die Eigeninitiative der Mörder." Wolfgang Sofsky, Die Welt, 19.03.11 "Ich habe Eugen Sorgs Brandrede mit Gewinn gelesen, lade also dazu ein, sich mit ‚Die Lust am Bösen' auseinanderzusetzen. Zudem: Schreiben kann der Mann." Thomas Schindler, ARD Morgenmagazin, 30.03.11 "Die Fragen, die der Autor aufwirft, bleiben noch lange im Kopf." Andreas Kremla, Falter, Frühjahr 11 "Noch nie hat jemand so unumwunden seine Erkenntnis drucken lassen. Man spürt, dass sie Eugen Sorg deprimiert hat. Nun will er aufklären. Sorg wird reichlich Widerspruch ernten, aber seine Argumente sind stark." Roland Mischke, Lübecker Nachrichten, 20.04.11

Kurzbeschreibung

Was ist das für eine Gesellschaft, in der Menschen ihre Nachbarn nach Jahrzehnten friedlichen Zusammenlebens bestialisch foltern und töten? Schüler, die Passanten auf U-Bahnsteigen zu Tode treten? Pflegerinnen, die wehrlose Alte umbringen? Als Reporter reiste Eugen Sorg von der Schweiz aus in Bürgerkriegs- und Krisenregionen. Überall sah er Gewalt und erlebte, wie leicht und bereitwillig Scham und Gewissen außer Kraft gesetzt werden können. Sein Bericht ist eine unbequeme Antwort auf die Frage, warum ganz normale Menschen zu mitleidlosen Tätern werden.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
78 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich erlebe es zugegebenermaßen nicht häufig, dass mich ein Buch wirklich verfolgt. Würde Friedrich Nietzsche noch leben, hätte er vermutlich dieses Buch geschrieben. Es ist kompromislos und es stellt die Grundpfeiler unserer zivilisierten, kultivierten und abendländischen Moralvorstellungen sehr radikal in Frage. Der Mensch erscheint hier als ein Lebewesen, das Gewalt nicht deswegen verübt, weil es ideologisch oder moralisch dazu getrieben wird, sondern als ein Lebewesen, das gerne aggressiv und gewalttätig ist. Ideologie, politische und praktische oder gar moralische Grundsätze erscheinen hier als der Rahmen, innerhalb dessen wir unseren Spaß an der Gewalt rationalisieren, mithin rechtfertigen.
Unter normalen Umständen würde ich sagen: Gut! Das ist eine Position, die man haben kann. Aber die Gegenposition ist doch auch irgendwie plausibel. Das Problem bei diesem Buch - und darum verfolgt es mich und macht mich mehr als nachdenklich - ist nur, dass Eugen Sorg sehr viel Ahnung von der Materie hat. Er kennt den Menschen nicht nur als Psychotherapeut, sondern auch als ein Mensch, der bereits sehr viele Kriegs- und Kriesengebiete besucht hat. Er hat persönlich in Erfahrung gebracht, wie Menschen ihre Verbrechen beschreiben und rechtfertigen. Er schöpft aus der Anschauung und dem direkten Kontakt. Darüber hinaus widmet er sich aber auch bereits bekannten Untersuchungen, wie etwa dem Milgram-Experiment und liest sie noch einmal neu. Dabei entdeckt er, dass unser aggressives und zerstörerisches Verhalten nicht nur auf Autoritätshörigkeit reduziert werden kann oder auf das Befolgen von Befehlen, sondern er weist minutiös nach, dass es mehr als nur vereinzelt auch "die Lust am Bösen" ist, die uns leitet.
Ich weiß noch nicht, ob ich dem Buch in allem glauben möchte. Aber dennoch hab ich selten in so klarer und fundierter wie schonungsloser Weise das Gesicht des Menschen zu sehen bekommen, das keiner von uns gerne vor sich her trägt. Selten stellt ein Buch so einleuchtend dar, auf wie dünnem Eis sich unser Rechtsstaat, unsere Kultur und das, was wir so stolz als Zivilisation preisen, eigentlich befindet. Ein wichtiges Buch und ein absoluter Lesetipp, dem ich, wäre es möglich, weitaus mehr als nur fünf Sterne geben würde!!!
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hin und wieder stößt man auf ein Buch, das einen die Welt anders wahrnehmen und begreifen lässt. Eugen Sorg hat so ein Buch geschrieben. Fundiert legt er dar, dass unsere üblichen Erklärungsversuche nicht ausreichen, um die Gewalt zu deuten, wie sie zum Beispiel in Ex-Jugoslawien, Ruanda oder Afghanistan gewütet hat. Stattdessen wird diagnostiziert: Diese Greuel unterscheiden sich in ihren Ursachen nicht wesentlich von dem, was etwa Passanten widerfährt, die in deutschen Großstädten von Jugendlichen totgetreten werden. Es ist, so die These, die pure Lust am Bösen, die hier wie dort ihre Fratze zeigt.

Sorg wird sich mit seinem Buch einige Schelte von Seiten des politisch-korrekten Kommentariats einhandeln. Vermutlich schon deshalb, weil er kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn er etwa die Anhänger des radikalen Islam mit Sätzen wie diesen beschreibt: "Ihre Religion heißt Sadismus, ihre Gebete sind der Albtraum jedes empfindsamen Lebewesens, ihre Messen sind Orgien der Verstümmelung. Die Jihadisten sind nicht verzweifelt oder unglücklich oder auf eine verdrehte Art idealistisch. Sie vergotten die eigene Allmacht. Sie preisen das Niedrigste im Menschen und zelebrieren den Kollaps der Zivilisation. Der radikale Islamismus verkörpert die zeitgenössische Ideologie des Bösen."

Sorgs "Die Lust am Bösen" ist ein gutes, ein wichtiges Buch.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Lust und das Böse 31. März 2011
Von Farmer
Dieses Buch musste so, jetzt geschrieben werden und Eugen Sorg konnte es realisieren. Ein Kompendium, das Böse zu erahnen, als etwas, das mitten unter uns ist. Hilflos schauen wir zu und versuchen zu intervenieren. Wahrscheinlich sind Präventionsmaßnahmen sehr wichtig, sind jedoch zugleich wie das Schild, das eine Person vor der Gewalt, vor dem Bösen schützt.
Das Buch ergreift und regt an, Die Welt, die Presse, die Menschen, die Politiker, uns anders zu sehen. Wo ist in mir das Böse, wird sich der geneigte Leser fragen, denn zweifelsfrei ist es mitten unter uns. Wir alle tragen immer die Verantwortung.
Jeder Mensch, sagt der Rabbi, ist in der Lage, dem Guten oder dem Bösen zu dienen, es kommt allein auf seine Entscheidung an. Immer und überall auf seine Entscheidung.
Karl Popper sagte, "Die Freiheit hat immer einen schweren Stand". Die Dimension des Bösen und die Lust am Bösen ist nochmals eine andere Dimension. Und zu verstehen dass sie nicht heilbar ist wird zur Aufgabe im Umgang mit dem Bösen. Gerade so, wie Popper auf die ständige Bereitschaft die freiheitliche Demokratie zu verteidigen kommt, ist dieses Paradigma auf den Umgang mit dem Bösen zu beziehen. Das Böse beim Namen nennen wird es zwar entzaubern, aber nicht beseitigen, weil es immer da ist.
Die Abkürzung IKRK ist nicht erklärt, das ist ein Mangel, der sich jedoch interaktiv beheben lässt.
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Solche Bücher kann man hierzulande mit der Lupe suchen:

da schreibt jemand aus eigener Anschauung, jemand, der die Welt und ihre Schattenseiten wirklich aus der... Lesen Sie weiter...
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