Gills neuer Fall beginnt relativ harmlos. Er soll die schwarze Katze Henry des kleinen Jungen Michael finden. Da der Ex-Söldner und Privatdetektiv nicht nur Menschenfreund, sondern auch Katzenliebhaber ist nimmt er den Auftrag an. Selbstverständlich ohne zu ahnen in welch ein Wespennest er damit unwissentlich stößt. Mit Hilfe seines Kumpels Karibik-Klaus, einem erfolgreichen Bordellbesitzer, findet er heraus, dass ein Tierhändlerring für die Entführung Henrys verantwortlich ist. Diese verkaufen die gestohlenen Katzen nicht nur an Forschungslabore, sondern auch an Satanisten. Diesen kommt auch Kriminaldirektorin Alexa Bloch mit ihren Kommissaren Igel und Domogalla auf die Schliche, als sie ein Massengrab finden, in dem sich die Überreste mehrerer afrikanischer Kinder befinden. Wie weit der Arm der gut organisierten, pervers veranlagten Satanisten reicht muss Gill schließlich feststellen, als seine gute Freundin Alexa plötzlich vermisst wird. Entführt vom Oberhaupt des okkulten Zirkels. Die Spur führt Gill und Karibik-Klaus nach Schwarzafrika, wo Alexa derweil die Hölle auf Erden durchlebt. Die beiden ungleichen Männer setzen alles aufs Spiel um die Polizistin zu retten und landen geradewegs in einem fleischgewordenen Alptraum aus Brutalität und Irrsinn ...
'Die Luzifer-Connection' ist bereits Martin Comparts zweiter Thriller mit dem Ex-Söldner Gill. Seinen Einstand gab der abgebrühte Schnüffler in dem Roman 'Der Sodom-Kontrakt'. Wer das Buch nicht kennt ist jedoch keineswegs im Nachteil, denn der vorliegende Roman ist auch ohne die Lektüre des Gill-Debüts in voller Gänze verständlich. Lässt man sich vom plakativen, aber nichtsdestotrotz sehr gelungenen Cover (das die Eckpfeiler der Geschichte im Übrigen fabelhaft darstellt) nicht abschrecken, so wird man mit einem nachhaltigen, kurzweiligen Lesevergnügen belohnt, dass nicht nur unterhaltsam ist, sondern darüber hinaus auch zum Nachdenken anregt. Vergnügen sollte an dieser Stelle nicht allzu wörtlich genommen werden. Einige Passagen sind alles andere als lustig, sondern äußerst brutal und geradezu unappetitlich. Dass diese Szenen für die Geschichte jedoch zwingend notwendig sind, veranschaulicht der Lektor und Verleger Peter Hiess pointiert in seinem Nachwort: 'Genau deshalb brauchen wir Autoren wie Martin Compart und Bücher wie 'Die Luzifer-Connection': um unseren Zorn auf die Verhältnisse zu wecken. Um den Finger in offene Wunden zu legen.'
Genau darum geht es in diesem Roman, denn Satanismus, Perversionen, Kindesmissbrauch, Tierquälerei und Folter sind keine Erfindungen komplexbeladener Autoren wie uns Medien und Regierung immer wieder weismachen wollen. Sie sind Realität. Es geschieht hier und jetzt. Überall dort, wo der überzivilisierte Mensch nach immer neuen Spielarten zur Befriedigung eines überreizten Geistes sucht. Und während des Lesens wünscht man sich unweigerlich mehr Leute wie Gill, die unbarmherzig und kompromisslos gegen ihre Feinde vorgehen. Ausgestattet mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und einem festen Ehrenkodes, im Bedarfsfall aber auch unerbittlich und knallhart. Gill vereint den souveränen, unnahbaren James Bond-Typus mit dem hartgesottenen Detektiv des Krimi Noir. Ein einsamer Held, der sich jedoch seine Menschlichkeit bewahrt hat. Seine Gegner jedoch lernt man intensiv hassen und freut sich über jeden, der nicht der irdischen Gerichtsbarkeit überantwortet wird. Allerdings ist das Buch wohl eher etwas für männliche Leser, denn Lovestorys sucht man hier vergebens. Viel eher geht es um platonische Freundschaften, Kameradschaft und Zusammenhalt. Comparts Schreibstil ist unmissverständlich, flüssig aber keineswegs anspruchslos. Ein durch und durch empfehlenswertes Buch.