Die Beschreibung des Flusses mag durchaus nützlich sein, auch gegen die Karten ist nichts einzuwenden. Die zahlreichen, ziemlich willkürlich zusammengestellten Fotos mögen ebenfalls anregend sein - aber was sollen die endlosen Geschichtchen von des Autors "Abenteuern", zumal sie sich hauptsächlich um Essen und Trinken drehen. Wen interessiert das, wann der Autor mal wieder den 5-Liter-Plastikkanister, gefüllt mit "Vin rouge", wie er fachmännisch verkündet, ansetzte oder die Gruppe ein Sauf- und Fressgelage veranstaltet hat? Und was sollen die vielen absolut nicht originellen Rezepte? Das alles ist peinlich geschwätzig. Über "die Natur" erfährt man aus dem Abdruck eines Zeitschriftenartikels nur sehr knapp etwas, doch gerade über die Geschichte des Flusses, die Pflanzen und Tiere, über die Menschen erführe man gerne etwas Informatives. Das Foto eines Reihers, eines Kormorans, eines Eisvogels, eines Bibers sucht man vergebens, dafür den Autor(?) und das Töchterlein beim Kopfsprung ins flache Uferwasser. Und die Loireschlösser? Dazu gibt es haufenweise gute Literatur, die paar Seiten hätte der Autor sich sparen können. Dazu kommen noch jede Menge Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler, sogar auf dem Umschlagtext. Hat der Verlag keinen Lektor? Alles in allem ist man mit den wenigen Seiten im unentbehrlichen DKV-Auslandsführer Bd.6, was das Paddeln betrifft, besser ausgerüstet (ohne die würde ich niemals losfahren) als mit dieser peinlichen Selbstinszenierung eines deutschen Urlaubers, der von den wirklich wissenswerten Dingen keine Ahnung hat.