Nach "Der Alte, der Liebesromane las", "Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte" und "Tagebuch eines sentimentalen Killers", hatte ich erneut Lust auf eine Begegnung mit dem Schreibstil von Luis Sepúlveda
Der Klappentext vorliegenden Buches klang vielversprechend, steht dort doch u.a. geschrieben: "Die Spur nach Feuerland ist ein Kriminal-Roman, in dem die linke Geschichte immer präsent ist." - meine Neugierde war wieder einmal mehr geweckt.
Was ich vorgefunden habe?
Zur Handlung:
In der Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer, verknüpft der Autor das Schicksal alter Seilschaften, aus den Zeiten des Zweiten Weltkrieges, der DDR, der chilenischen Diktatur, sowie ehemaliger Kämpfer revolutionärer Strömungen aus Südamerika und Nordafrika... - ein Wettrennen um einen in Feuerland vermuteten Schatz entbrennt...
Mein Eindruck:
Die Mischung sorgte unterm Strich auch für einen Stern Abzug - meiner Meinung nach wäre Sepúlveda nämlich besser beraten gewesen, wenn er den Kreis seiner Hauptfiguren und Nebendarsteller nicht so sehr hätte ausufern lassen...
Denke ich vergleichend an "Der Alte, der Liebesromane las", oder "Tagebuch eines sentimentalen Killers", habe ich eben diesen Schriftsteller vermisst, den Stil eben, welcher es schafft, dass sich der Leser eingehend mit einer einzelnen Figur, bis hinein in deren Gedanken und unter deren Haut, identifiziert.
Die Geschichte gewinnt absolut an Kraft, sobald die Handlung nach Chile / Feuerland verlegt wird - schade nur, dass der Autor seinen Figuren zu lange den Schauplatz Deutschland ans Bein hängt.
Einen Mehrwert erzielt man als Leser bei der Begegnung mit Sepúlveda jedoch auf jeden Fall immer - er macht in vielen Nebensätzen ganz geschickt Werbung für Südamerika - die Literatur des Kontinentes wird von ihm ebenso umworben, wie er das Interesse an der geschichtlichen Entwicklung der Länder weckt - Danke dafür!