Harfords Kapitelüberschriften machen neugierig. Z.B.:
- Sind Scheidungen besser als ihr Ruf?
- Warum Ihr Chef überbezahlt ist
- Die Gefahren des rationalen Rassismus
- ...
Harford will die unzähligen rationalen Entscheidungen, die für das bloße Auge unsichtbar sind und die die Logik des Lebens ausmachen herausfinden, um sie beeinflussen und verändern zu können. Ein großes Vorhaben, welches ihm zumindestens in der Beschreibung der Phänomene hervorragend gelingt.
Ob das Wissen um die Natur der Phänomene genügt, um etwas zu beeinflussen oder gar zu verändern... das steht auf einem anderen Blatt.
Wie geht er das Vorhaben an? Anhand von Alltagsphänomenen. Schon in der ausführlichen Einleitung (über 40 Seiten) beschreibt er diese: Ob es Oralsex bei Teenagern in den USA ist, Kriminalitätsraten oder Kauf- und Verkaufsverhalten von Personen. Durch die Analyse dieser Alltagssituationen kommt er zu dem Schluss, dass letztendlich immer einen Kosten-Nutzen-Analyse in uns abläuft, die unser Handeln entscheidend beeinflusst.
Im weiteren Verlauf entfaltet Harford in seiner klaren, leicht zu verstehenden Sprache noch etliche Beispiele - ein wirklicher Lesesgenuss.
Was mir am Ende fehlt ist das stärkere Eingehen auf die Frage: wie kann ich diese Logik des Lebens denn beeinflussen? Hier bleibt Harford in seiner Antwort dieser selbst gestellten Frage recht offen und apellativ: Wir sollten die rationale Logik des Lebens verstehen, andere davon überzeugen und hoffen, dass wir mit dieser Denke irgendwann quantitativ in der Mehrheit sind. Da hätte ich mir schon den einen oder anderen konkreteren Tipp erwartet!