Ein weiteres Mal wird der "Restaurator" Gabriel Allon bei seiner Arbeit gestört. Während er in Venedig an einem Bellini arbeitet, wird einer seiner Geheimdienstkollegen in München brutal ermordet. Benjamin Stern arbeitete an einem Buch, von dem niemand den Inhalt kennt, doch wurde seine Wohnung bereits durchsucht, sodass Allon zunächst keinen Anhaltspunkt findet für den möglichen Inhalt des wahrscheinlich brisanten Buches. Zunächst tappen Allon und sein Geheimdienst daher im Dunkeln.
Doch bald schon verdichten sich die Hinweise auf die Geheimgesellschaft Crux Vera, der wichtige Persönlichkeiten angehören, die sogar zu den innersten Kreisen im Vatikan gehören. Die Hetzjagd beginnt, nachdem ein Journalist in London ermordet wird, kurz nachdem er Gabriel Allon erzählt hat, was er von Benjamin Sterns Nachforschungen wusste. Allons Weg führt zu einem sagenumwobenen Kloster, dessen eine Nonne vor Jahren spurlos verschwunden ist und bald wird Allon in Rom fast selbst Opfer eines Anschlages. Von hier an überschlagen sich die Ereignisse, als erneut zwei tödliche Killer aufeinander treffen...
Daniel Silva hat mit Gabriel Allon einen Typen geschaffen, wie es schon James Bond ist. Allon ist nahezu perfekt, gebildet, aber auch tödlich. Seinen ersten Auftritt hatte er im "Auftraggeber", als er gegen Tariq antreten musste, der ihm schließlich unterlegen war. Allon ist Jude und Israeli, außerdem hat er viele Feinde auf Seiten der PLO, da er im Auftrag des israelischen Geheimdienstes schon viele Feinde ermordet hat. Dieses Mal ist einer von Tariqs Bekannten hinter ihm her.
In unübertroffen rasanter Weise erzählt Silva seine Geschichte, er verliert keine Zeit, lässt sofort den ersten Mord geschehen und wartet auch nicht lange, bis er Gabriel Allon losschickt. In ähnlichem Tempo wie Dan Brown packt Daniel Silva seine Leser und entführt sie an exotische Orte in vielen Teilen Europas. Wir reisen nach Rom, Venedig, London, aber auch nach München, an den Gardasee und in die Schweiz. Die Kapitel sind dabei übersichtlich kurz gehalten und widmen sich verschiedenen Handlungssträngen. Durch die schnellen Wechsel von einem Ort zum anderen, vom einen Schauplatz zum nächsten, steigt die Spannung stetig an, sodass man das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Die Figurenzeichnung ist dabei selbstverständlich gewollt überzeichnet, so perfekte Tötungsmaschinen, wie Daniel Silva sie in seinen Romanen erschafft, gibt es hoffentlich nicht so viele. Seine Helden zeigen so gut wie keine Schwächen, auch wenn Allon keine ganz weiße Weste aufzuzeigen hat. Silvas Charaktere gefallen gut, da sie eine ganz eigene Faszination mit sich bringen, eben durch ihre Perfektion und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten.
Daniel Silva erschafft in seinen Romanen eine ganz eigene Welt, in der sich schreckliche Ereignisse überschlagen. Hier bekommen wir darüber hinaus eine Geheimgesellschaft geboten, die wichtige Verbündete im Vatikan aufweisen kann. "Die Loge" entführt seine Leser für einige sehr unterhaltsame Stunden in eine Welt voller Intrigen und Auftragskillern, die aufeinander losgelassen werden. Silvas Erzählstil ist spartanisch und rasant, er hält sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf, sondern schildert nur das Offensichtliche und erzeugt dadurch ein unglaubliches Tempo.
Wer gerne Dan Brown liest oder auch Michael Crichton, der sollte es mit Daniel Silva versuchen und mit dem "Auftraggeber" beginnen, in welchem Gabriel Allon seinen bisher faszinierendsten Gegenspieler hatte. Dies ist der einzige Punkt, an dem man eventuell ein paar Abstriche machen muss, auch der "Leopard" kommt nicht an Tariq heran. Dennoch überzeugt Daniel Silva auch mit seinem aktuellen Roman und lässt uns dem nächsten Gabriel Allon-Roman entgegen fiebern!