Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kein klassischer Gerichtsthriller, 29. Juli 2005
Wer bei „Die Liste" einen Gerichtsthriller à la „Die Jury" oder „Das Urteil" von Grisham erwartet wird enttäuscht werden. Es handelt sich keinesfalls um einen Roman dieser Art. Zwar handelt die Geschichte auch von einem brutalen Mord, dem anschließenden Prozess und einem Jahre späteren Racheakt, diese Handlungen bieten aber eher den Rahmen für die Geschichte des Willie Traynor. Dieser kauft das Bezirksblättchen von Clanton, dem Schauplatz des Romans und steigert durch geschickte Reportagen die Auflage innerhalb von kürzester Zeit enorm. Der Roman handelt von der inneren Entwicklung des Hauptdarstellers. Von Rassentrennung, Kleinstadtgeschichten, Familienfehden etc. Ein durchaus guter Roman, der sich leicht lesen lässt, die Geschichte von Traynor ist spannend, die Figur interessant und auch die anderen Personen haben Charme. Möchte man aber einen Thriller, der so spannend ist, dass man ihn nicht mehr aus der Hand legen kann, so ist „Die Liste" nach meinem Empfinden nicht das geeignete Buch. Das Buch bekommt von mir "nur" 3 Sterne, da der Klappentext anderes vermuten lässt als das Buch bietet. Zwar ist es durchaus lesenswert, aber sicherlich gehört es nicht zu Grishams besten Werken.
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44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Grisham kehrt nach Clanton, Mississippi, zurück, 4. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Liste (Gebundene Ausgabe)
Willie Traynor, der Protagonist und Erzähler in Grishams mittlerweile 16. Buch ist diesmal kein Jurist, sondern ein junger Reporter, der nach verkrachtem Studium bei der Ford County Times in Clanton anfängt. Dank glücklicher Umstände und einer reichen Großmutter kann er das Blatt erwerben und geht mit Elan daran, aus der etwas verstaubten Wochenzeitung eine Goldgrube zu machen. Der brutale Mord an Rhoda Kassellaw kommt da gerade recht. Die junge Witwe wurde vergewaltigt und gibt im Sterben des Namen ihres Mörders preis: Danny Padgitt, Mitglied der gefährlichsten Familie im ganzen Landkreis. Willie Traynor, der über den Mord berichtet, sieht sich bald im Visier der Padgitts, genau wie die Geschworenen des beginnenden Prozesses. Doch, was sich nach einer spannenden Geschichte anhört, entwickelt sich ganz anders. Danny Padgitt wird schnell verurteilt, der Prozess gerät in Vergessenheit und das Leben in Ford County geht weiter. Die Schilderungen des Kleinstadtlebens in den 70ern des letzten Jahrhunderts sind aber so interessant und unterhaltsam, dass man kaum merkt, dass Grisham diesmal keinen Thriller schreibt. Sein Protagonist, ein Außenseiter in der Stadt, hat einen klaren Blick auf die Eigenheiten der Bewohner, der langsam verschwimmt, als Traynor selbst mehr und mehr akzeptiert und integriert wird. Gegen Ende steigt dann noch einmal die Spannung, allerdings, ein großartiges Ende ist John Grisham auch diesmal nicht gelungen. Zu überraschend und abrupt wirft er die Kleinstadt wieder ins Chaos, um dann alles in Rekordzeit wieder aufzulösen. "Die Liste" überzeugt als Studie des amerikanischen Südens in den 70ern. Themen wie Rassentrennung und der Vietnamkrieg werden aufgegriffen, treten aber nie zu sehr in den Vordergrund. Die Charaktere, die Grisham schildert, sind glaubhaft und (größtenteils) liebenswert. Das etwas merkwürdige Ende verzeiht man ihm daher gerne.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wieder anders, aber nicht ganz so wie früher!, 26. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Liste (Gebundene Ausgabe)
Leider, leider mag man meinen: Er ist nicht mehr der Alte. Ausflüge wie Das Fest oder Die Farm oder zuletzt der Coach waren sicher noch weiter weg von dem ursprünglichen Grisham. Diesmal ist das Umfeld wieder mehr der Gerichtssaal und die Story auch mit der notwendigen Spannung bis zum Schluss versorgt. Nur, so ganz überzeugen konnte er mich diesemal nicht. Allein, die Tatsache, dass ich über eine Woche zum Lesen gebraucht habe, spiegelt eine gewisse Langatmigkeit in einzelnen Teilen wider. Dafür kommt in Bezug auf das Menschenbild ein Teil des liberalen Amerikas zum Vorschein. Und das ist gut so!
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