Die Orgel- und Klavierfabrik von Louis Rosen und Maury Rock steuert auf den finanziellen Ruin zu. Die Herstellung von künstlichen Menschen, den Simulacra, soll dem Familienbetrieb wieder mehr Geld in die Kasse spülen. Der erste Prototyp, Edwin Stanton (der ehemalige Kriegsminister Abraham Lincoln's), erweckt das Interesse des Großindustriellen Sam Barrows, der beabsichtigt den Mond, zu "Werbezwecken", mit Simulacra zu besiedeln. Der Bau der "Lincoln-Maschine", mit dem Gedächtnis und der Menschenkenntnis, wie auch den Macken des Original-Präsidenten, überzeugt dann in ihrer Funktionalität endgültig.
Ich muss zugeben, das ich doch sehr enttäuscht bin.
Nicht nur wurde dieser Roman sehr ungenau und fast falsch umschrieben und betitelt - nein - Philip K. Dick beendet diesen Roman mit einem vollkommen anderen Schwerpunkt, als mit dem er begonnen hat. So drehen sich die ersten Seiten noch um den Entschluss, in eine Massenproduktion der Simulacra, im familiärem Betrieb, überzugehen, sowie um die schizophrene Pris Frauenzimmer. Im weiteren Verlauf steht dann mehr der Streit um das Vorrecht, die künstlichen Menschen bauen zu dürfen im Mittelpunkt und ob man mit jenen nicht den Bürgerkrieg nachstellen könne, bald darauf liest man nur noch vom Liebeskummer Louis Rosen's und am Ende schließlich die ....
Kurz und knapp: Es werden einem zahlreiche (gute) Ansätze vor die Füße geworfen, denen aber schon nach wenigen Seiten überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr gewidmet werden.
Ein weiterer Kritikpunkt ist der oft "abgehakte" erzählerische Stil, besonders der der zahlreichen Dialoge eigentlich aller Figuren. Bei meinen bisherigen Büchern dieses Autoren, war es geradezu ein Genuss, über die Mischung aus zwischenmenschlichen Beziehungen, mit leichten Science-Fiction-Akzenten hinwegzufliegen. In diese Geschichte konnte ich mich, trotz dieser gewohnten Kombination, nur sehr schwer einlesen.
Vielleicht war es auch die Absicht Dick's, eine solch zwiespältige, weniger verständliche und auch unvollständige Geschichte zu erzählen, um den Leser am Ende ratlos und verwirrt zurückzulassen.
Möglicherweise gingen ihm in den Siebzigern aber auch einfach langsam die Ideen aus.
Das Nachwort von Tim Powers gibt darauf vielleicht eine Antwort. So erfährt der Leser darin, das dieser Roman einmal ein Kapitel mehr umfasste, in dem ein alternatives Ende die Handlungsstränge zusammenführen und die Geschichte zu einem "vernünftigen Ende" bringen sollte.
Fazit:
Die Story selber ist genauso gespalten wie ihre enthaltenen Charaktere.
Als Einstiegs-Roman möchte und kann ich diesen nicht empfehlen. Dann doch lieber "Zeit aus den Fugen" lesen, um langsam in die Dick'sche Welt einzutauchen.