Die Liebesfälscher (Copie conforme im Original) ist ein Film der lange nachwirkt, so subversiv verpackt der Meisterregisseur Abbas Kiarostami seine Gedanken in seinen typischen, fast schon epischen Landschaftsaufnahmen. Mit Juliette Binoche und William Shimell hat er erstmals zwei Stars in Szene gesetzt, die mit voller Hingabe in ihren Rollen aufgehen.
Zur Geschichte: Der Autor James Miller (Shimell) stellt in einem kleinen toskanischen Dorf sein soeben erschienenes Buch "Copie conforme" vor, seine These ist gewagt: Es gibt kein Original sondern nur Kopien, sowohl in der Kunst als auch in der Natur. Eine Frau (Binoche), die in einem kleinen Laden im Ort Kunstreproduktionen verkauft, lädt ihn in ihren Laden ein. Sie verbringen den Tag zusammen und machen einen Ausflug in die Umgebung. Doch schon während der Fahrt gibt es erste kleine Missstimmungen, die verletzte Gefühle zeigen. Als die Stimmung endgültig zu kippen droht, geben sie sich spontan als ein seit 15 Jahren verheiratetes Paar aus. Je länger sie dieses Spiel spielen, desto mehr offenbaren sich in den hypothetischen Gesprächen enttäuschte Erwartungen, verletzte Gefühle und Eitelkeiten.
Ob aus der gespielten Beziehung eine Echte wird, oder ob doch alles ganz anders ist, lässt der Filmemacher offen. Seine Gedanken und philosophischen Theorien verpackt Kiarostami geschickt in einen sommerlichen Film, der dem Zuschauer trotz allem Raum für die eigene Sicht lässt. Die Dialoge sind sehr pointiert, witzig und unterhalten aufs Beste. Ich habe den Film im Kino gesehen und mir jetzt die DVD gekauft, auf der ein schönes making of ist, in dem man mitgerissen wird von der Leidenschaft mit dem dieser Film entstanden ist.