Es war mein drittes Buch des Autors und ich hatte den Eindruck, als hörte ich in meinem inneren Ohr immer denselben Ich-Erzähler, der da aus seinem Leben plaudert. Doch die Liebesblödigkeit ist weniger skurril und witzig als z.B. "Ein Regenschirm ..." Trotz der gleichzeitigen Beziehung zu zwei Frauen lebt die Hauptfigur ein seltsam langweiliges Leben, nicht mal der gelegentliche Sex reißt ihn (und mich, den Leser) aus der gleichförmigen Langeweile, die sonst jeden Tag durchdringt. Es gibt Passagen, die mich mitziehen konnten und Spaß machten, doch insgesamt wird ein Leben beschrieben, das weitgehend uninteressant bleibt. Genazinos Stil bleibt sich treu, wirkt etwas altmodisch und staubig, hat aber seinen Reiz. Doch den Protagonisten hätte ich am liebsten schütteln und wecken wollen, so sehr ging mir seine schlaffe Feigheit vor Entscheidungen oder Ärzten oder Einkäufen oder dem Leben ganz allgemein auf den Geist. Beschreibt sich der Autor immer nur selbst? Fast hatte ich das Gefühl.
Fazit: Durchaus interessant und lesenswert, aber es wird eine durch und durch entsinnlichte Welt beschrieben, in der selbst ein Orgasmus nichts weiter ist, als eine Aufgabe, die man bewältigen muss, ohne einen Wadenkrampf zu bekommen. Na dann ...