Der vorliegende Film des Regisseurs Leos Carax zeigt wozu diese Liebe fähig ist, in welche Abgründe sie uns treiben kann, aber auch welche positiven Veränderungen sie zu bewirken vermag. Um dies besonders drastisch zu dokumentieren spielt die Filmhandlung im Clochard - Milieu von Paris, welches alles andere als sentimental dargestellt wird.
Der völlig desillusionierte, alkohohl - und schlafmittelsüchtigte Straßenkünstler Alex ( Denis Lavant) begegnet auf Pont-Neuf der auf einem Auge bereits erblindeten Michele( Juliette Binoche). Die schöne Michele ist Malerin aus so genannt gutem Hause. Sie hat ihr Zuhause verlassen, um den Mann, den sie zu lieben glaubt, zu suchen. Dieser Mann ist ein Musiker. Sie möchte ihn noch einmal zeichnen bevor sie erblindet.
Um ihn zu sehen nimmt sie die Strapazen der Gosse auf sich. Mit ihrem Leben hat Michel eigentlich schon abgeschlossen, weil sie weiß, dass sie völlig erblinden wird. Der Musiker verweigert ihr den Wunsch und lässt sie kalt abblitzen.
Auf Pont -Neuf trifft sie einen alten Clochard ( Klaus-Michael Grüber), der aufgrund der Liebe zu einer Frau sein bürgerliches Leben hinter sich ließ, diese Frau dennoch verlor und sich fortan dem Alkohol verschrieb. Er möchte Michele von der Brücke vertreiben, weil er nicht will, dass sie zur Pennerin verkommt.
Der einsame, mittellose Alex , der ebenfalls auf Pont- Neuf haust, verliebt sich in Michele, die schöne Frau mit der Augenklappe. Der hässliche Alex ist alles andere als ein Frauentyp, aber er kümmert sich rührend um die kranke Michele, zeigt ihr ganz unbeholfen seine Liebe und sein Mitgefühl. Michele erkennt seine innere Schönheit und verliebt sich in Alex. Zwischen den beiden ungleichen Menschen entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die beide völlig verändern wird.
Als Alex in den Metroschächten Fotos von Michele entdeckt, auf der sie von ihrem Vater gesucht wird, weil es ein Mittel gibt, um ihre Augenkrankheit zu heilen, gerät er in Panik. Er möchte diese Frau nicht verlieren. Alex kann nicht glauben, dass Michele, sofern sie wieder gesund werden würde, ihn, den abgerissenen, hässlichen Straßenkünstler noch immer lieben könnte.....
Der Film zeigt teilweise erschreckende Bilder von völlig zerrütteten Pennern und Drogensüchtigen, aber es gibt auch selten schöne Sequenzen, beispielsweise solche von der durch ein Feuerwerk am 14. Juli grandios illuminierten Seine.
Alles in allem ist dieses Werk eine Ode an die Liebe, von der ja ganz Paris angeblich träumt und damit auch jene Menschen, die ihr Leben im absoluten Schatten verbringen.