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In Prokofjew Märchengroteske
Die Liebe zu den drei Orangen von 1921 ist so allerlei Bizarres los: Orangen etwa kommen vor, aus denen Prinzessinnen entschlüpfen oder eine Köchin mit Bart und Bassschlüssel. Dabei geht es hier um einen Prinzen, der nicht lachen kann und der in drei Orangen Prinzessinnen findet, deren dritte er nach mancherlei Intrigen heiratet. Mit trockenem Witz, skurriler Fantastik und sarkastischer Stilisierung überspitzt die Musik das unwirkliche Geschehen und macht
Die Liebe zu den drei Orangen zu einer der geistvollsten und spaßreichsten Bühnenkompositionen des vorigen Jahrhunderts. "Es lebe das Theater!" heißt es demzufolge am Ende des Stückes.
Kaum ein anderer Dirigent vermag diesem besessenen Rhythmus aus Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung besser zu folgen als Valery Gergiev. Stilsicher, mit untrüglichem musikalischen Instinkt gelingt es Gergiev, der bereits mit Prokojews "Krieg und Frieden" eine kolossale Referenzaufnahme schuf, die fantastisch irrationale Welt der Oper mit ihrer teils feinen, teils bizarr-grotesken Komik ins Klangliche umzusetzen. Mithilfe eines ausgewogenen Sängerteams und eines überwältigend präsenten Chor- und Orchesterapparates vermag Gergiev selbst in kürzesten Szenen die Atmosphäre, die Stimmungen und das emotionale Gepräge der Figuren zu zeichnen, mal kraftvoll, fast derb, dann wieder mit einer so einfühlsamen Präzision, die ihresgleichen sucht. --Teresa Pieschacón Raphael