»Zärtliche und amüsante, manchmal bissige Aperçus zeichnen Széps Stil aus. Der (scheiternde) Versuch, sich zu verlieben, ist ein sensibler Prozess, wie wenn eine Pfütze im Begriff ist zuzufrieren. Wer beim Älterwerden gepflegte literarische Begleitung sucht, wird diesen leicht dahin parlierenden Roman, der an das sanfte Hintergrundrauschen eines gut frequentierten Kaffeehauses erinnert, mögen.«
Judith Leister, Neue Zürcher Zeitung 26.01.2009»Ein Roman aus dem Leben eines Großstadt-Singles, wie er aktueller kaum sein könnte.«
SonntagsZeitung 11.01.2009»›Die Liebe am Nachmittag‹, ein heiter-melancholisches Werk über die Krise eines Mannes in mittleren Jahren.«
Salzburger Nachrichten 10.01.2009»Ein elegant geschriebenes, geistreiches Buch über die Liebe zu den Frauen, die Flüchtigkeit des Glücks und die Zumutungen des Alters.«
Nürnberger Nachrichten 10.01.2009»In den zwanziger Jahren auch in Deutschland populär, wurde er nach dem Krieg im Westen nahezu vergessen. Zu Unrecht, wie dieser Roman beweist: Seine Kunst besteht darin, Schweres leicht zu verpacken, ohne dass es an Gehalt verliert.«
Theodora Mavropoulos, Zitty 01/2009»Eine süße Schwere legt sich über die gesamte Handlung, die durch die spitzen Nebenbemerkungen des Ich-Erzählers dennoch nie in Melancholie abgleitet. Das bereits 1935 veröffentlichte Werk wurde von Ernö Zeltner neu übersetzt. Diese Aufgabe meisterte Széps Namensvetter grandios; die bemerkenswerte Art Széps, Schweres leicht zu verpacken, ohne an Gehalt zu verlieren, bleibt erhalten. Zu entdecken ist ein melancholischer Gesellschaftsroman, der das drohende Unheil am Geschichtshorizont erahnen lässt.«
Rheinischer Merkur 01.01.2009»Die gelungene Mischung aus Romanze, Künstlerroman und Sozialdrama überzeugt auch 73 Jahre nach der Erstveröffentlichung – vor allem durch die zauberhafte Sprache.«
Jutta Dunkel, Hörzu 23.12.2008»Mit Szép wird jetzt ein Schriftsteller wiederentdeckt, der mehr als nur formvollendet über das Leben schreibt. Ausgefeilte Effekte und Pointen – wie in vielen vergleichbaren Geschichten unserer Tage – sind nicht sein Ding. Szép geht viel tiefer. In aller Konsequenz ist sein Schreiben ein lebenskluges und hoch modernes Nachdenken über die Frage aller Fragen: Wie soll ich Mensch sein?«
Stefan Sprang, Die Märkische Allgemeine 14.12.2008»›Die Liebe am Nachmittag‹ verbreitet einen dekadenten Hauch untergegangener ungarischer Monarchie. Der Protagonist ist ein Flaneur, der nach der Liebe sucht.«
Südkurier 15.12.2008»Gespannt folgt der Leser den Erzählungen des Ich-Erzählers, der sein Leben scheinbar gleichgültig abhandelt. Doch hinter der Fassade wird der andere Mihály greifbar, der Mann, der sich nach dem Leben und der Liebe sehnt und beide verfehlt. Manchmal scheint die Zeit stillzustehen in diesem grandiosen Roman, der im Porträt der Hauptfigur noch einmal das Flair der Monarchie beschwört.«
Susanne Kunckel, Welt am Sonntag 07.12.2008»Ein leises, weises Werk über die Melancholie des flüchtigen Glücks: ›Die Liebe am Nachmittag‹ des Ungarn Ernö Szép von 1935 ist jetzt erstmals in deutscher Sprache erschienen. Ein echtes Juwel!«
Madame Nr. 12/2008»Mihálys Eingehen auf die Liebe, die Frauen, das Leben, das Alter, die Anmut, den Tod, das so flüchtige Glück, ist betörend, klug und berührend.«
Oliver Hees, liesmalwieder.de 08.12.2008»›Die Liebe am Nachmittag‹ erschien 1935. Es ist eine Art Nachtbuch. Ein Roman in 43 Nächten. Mihály führt dieses Nächtebuch. Über die Zuverlässigkeit der Nachtgebete dieses Erzählers wollen wir lieber schweigen. Ein Flaneur, ein eitler Solipsist ist dieser Mihály, Widerspiegelung seines Erfinders – Feuilletonist, Dramatiker, Romancier, Liebhaber, aber nicht Liebender der Frauen. Ein loser Vogel. Überreizt, flatterhaft, eine Art Rainald Goetz der Zwanziger.«
Elmar Krekeler, welt.de 13.12.2008»Szép würzt seine Betrachtungen, und das macht diesen Roman so lesenwert. Er schafft, was Hugo von Hofmannsthal dem Künstler einmal abverlangte: Man muss das Tiefe verstecken. Und wo? An der Oberfläche.«
Heike Kunert, Lesart November 2008»Széps erstmals 1935 auf Ungarisch erschienener Roman ist eine literarische Wiederentdeckung von höchstem Rang und wird nun erstmals auf Deutsch veröffentlicht. «
BücherPick 21.11.2008»Ein melancholisch-schöner Roman über Lebens- und Liebeslust und das Wissen um den Tod.«
Berliner Morgenpost 14.11.2008
Mihály ist Feuilletonist,Theaterkritiker, Dichter, neurasthenisch - ein Flaneur wie Baudelaire ihn geträumt haben mag. Ein Mann von 47 Jahren, betrachtet er die Welt und sich selbst kontemplativ und abgeklärt, eingehüllt in den dekadenten Hauch des untergehenden Kaiserreichs, die verlorene Monarchie. Er versteht viel von Verführung, doch sein Verhältnis zu Frauen ist wie das zwischen einem Chinesen und seinem Fächer. Während Mihály die gutsituierte, verheiratete 5Fleur, wie er sie nennt - eine namenlose grande dame, anziehend und bedeutungslos zugleich -, halbherzig begehrt und 'besitzt', erduldet er die Liebe der unschuldigen jungen Schauspielschülerin Iboly.- "Irgendetwas fehlt. Irgendetwas kriege ich von ihr nicht. So als hielte ich eine Muschel ans Ohr und sie wollte nicht rauschen - In meinem ganzen Leben habe ich von Frauen nur den Nachmittag bekommen, und wie oft hat sich auch der noch zerschlagen."
Mihálys Eingehen auf die Liebe, die Frauen, das Leben, das Alter, die Armut, den Tod, das so flüchtige Glück, ist betörend, klug und berührend.
- Darmstädter Jury: Buch des Monats 12/2008
- Hörbuch-Bestenliste des Hessischen Rundfunks 02/2009 (Hörbuchfassung, gelesen von Dieter Wien)