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Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes: Erzählungen
 
 
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Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes: Erzählungen [Gebundene Ausgabe]

Clemens J. Setz
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

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  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (14. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422219
  • ISBN-13: 978-3518422212
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Clemens J. Setz
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Sein Erzählungsband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes, mit 18 Stories auf 350 Seiten auch nicht gerade schmal, löst die hohen Erwartungen nun auf phänomenale Weise ein. Hier ist ein Autor zu erleben, der sprachliche Tricks und Kniffe beherrscht, von denen man vorher noch gar nicht wusste, dass es sie gibt.«

(Richard Kämmerlings Die Welt )

»Diese Radikalität einer beinahe luftdicht abgepackten Verzweiflung gab es in der Literatur zuletzt in den Jahrzehnten, bevor Setz geboren wurde. Sie steckte in den Beckettschen Mülltonnen und den letzten Erzählungen und Stücken des alten Max Frisch.«

(Iris Radisch Die Zeit )


»Clemens J. Setz‘ achtzehn Geschichten kommen scheinbar harmlos daher, im Gewand einer Alltäglichkeit, die jeder zu kennen meint, und entwickeln dann eine Brutalität und eine Grausamkeit, auf die man jedes Mal von Neuem nicht gefasst ist. Dabei macht Setz etwas, das man sehr selten findet in der jungen deutschen Literatur. Er schreibt in aller Direktheit über Körper und Sex.«

(Julia Encke Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )


»Setz liefert dramatische Psychogramme, die einem den Schauer über den Rücken jagen können.«

(Karin Grossmann Sächsische Zeitung / Magazin )


»Er ist das Wunderkind der deutschen Literatur: radikal, unbedingt, ganz anders im Ton als seine Generationsgenossen.Von einer apokalyptischen Verzweiflung.«

(Zeit )


»Hier schreibt ein ganz Großer, einer, für den die Wirklichkeit in all ihren bizarren, grotesken, absurden, realistischen wie simulatorischen Aspekten noch längst nicht auf- und ausgeschrieben ist. Im Gegenteil – es hat gerade erst einmal angefangen.«

(Werner Jung Neues Deutschland online )


»Clemens J. Setz hat [die Grazer] Moderne gleichsam auf den jüngsten Stand gebracht, mit Erzählungen von eher dunklen, ja vielleicht sogar bösen und grausamen Gestalten, die ihre seltsame Plastizität mit den Figuren aus Computerspielen teilen, unheimlich präsent und porös zugleich.«

(Thomas Steinfeld Süddeutsche Zeitung )


»Da wagt einer das radikale Gegenprogramm zur hübsch verkasteten Literaturwerkstättenliteratur, bricht dunkle Lieder pfeifend aus den literarischen Reihenhaussiedlungen aus.«

(Elmar Krekeler Die Welt )

Kurzbeschreibung

Eines Tages ist es da. Steht am Ende einer Sackgasse mitten in der Stadt. Es ist ein großes Kind. Den Blick hält es demütig zu Boden gesenkt, seine Haut ist rissig. Tagsüber versammeln sich die Bewohner der Stadt um dieses Kind, veranstalten Kundgebungen und Konzerte. Nachts schlagen sie auf es ein, mit Fäusten, Stöcken und Ketten – auf die Skulptur aus weichem, niemals trocknendem Lehm, auf das "Mahlstädter Kind". Der Künstler hat es ihnen zur Vollendung überlassen, hat ihnen die Aufgabe übertragen, es »in die allgemein als vollkommen empfundene Form eines Kindes zu bringen«. Zuerst treibt die Kunstbegeisterung die Bewohner der Stadt, dann kommen sie als Pilger ihrer Wut, verlieren prügelnd die Kontrolle über sich und beinahe auch ihren Verstand. Nach den beiden von der Kritik bejubelten und mit Preisen ausgezeichneten Romanen "Söhne und Planeten" und "Die Frequenzen" legt der österreichische Autor Clemens J. Setz nun einen Band mit Erzählungen vor. Es sind Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten. Wie in den Romanen präsentiert sich Setz auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer, geradezu liebevoller Porträtist ihrer Eigenarten.

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Solzimer
Format:Gebundene Ausgabe
Anhänglichkeit eines Pubertierenden zu seinem Kameraden trägt dezent sadistische Züge. Eine junge Frau versucht sich als Sklavin und organisiert einen Käfig, in dem sie von ihrem Partner eingesperrt und gedemütigt werden will. Ein alternder Professor gesteht vor versammelter Gruppe seiner Studentin, dass er sie - Zitat - "..." will (Der Schriftsteller verwendet hierbei ein Schimpfwort bzw. eine Obszönität, dessen bzw. deren Veröffentlichung den Amazon-Rezensions-Richtlinien zuwiderlaufen würde). Die Accessoires einer aufstrebenden Jungangestellten werden eines Tages von eiternden Geschwüren befallen.
Durch gute Feuilleton-Kritik neugierig gemacht, erwartete ich vom Band eine moderne Auflage der Auseinandersetzung mit mystischen Abgründen des Perversen und Bösen auf gute alte österreichische Art (man denke z.B. an "Die Traumnovelle" oder Musils Moosbrugger). Aber ich wurde herb enttäuscht. Obwohl Herr Setz mit literarischen Wirkungshebels theoretisch vertraut zu sein scheint (abstruse Handlung, einige paradoxe Metapher, angedeutete traurige Seufzer über diese ach so unvollkommene Welt), mangelt es ihm an adäquater Teilnahme an den Inhalten seiner Werke. Sein Commitment ist in etwa mit dem eines (mäßig guten) Werbefilm-Regisseurs vergleichbar. Ich hatte den unangenehmen Eindruck, der Autor würde die Themen zu Produktionszwecken ausbeuten. So kommt seine Kafka-Imitation "Die Leiche" an das Niveau des sakralisierten Pragers (zu dessen Verehrern ich mich übrigens nicht zähle) nicht heran. In Kafkas Werk spürt der Leser zumindest seine Verstörtheit, bei Setz - nur Nachahmung.
Dazu lässt sein handwerkliches Können zu wünschen übrig. Die narrative Schicht der Erzählungen ist karg, die Stories muten zum Teil wie ihre eigenen Entwürfe an. Und selbst so, schaffen sie es konstruiert zu wirken. Die Dialoge sind belanglos. Die treibenden Kräfte der Protagonisten, soweit auszumachen, sind nicht überzeugend. Die Menschen in den Stories verhalten sich infantil. Wobei das mitnichten an ihrer Turbo-Abgeklärtheit von wegen "das Ende der Geschichte" läge. Es entsteht nicht wirklich der Eindruck, dass sie je etwas von der Geschichte, geschweige denn von ihrem Ende, gehört haben. Schlicht gestrickte synthetische Figuren, die auf postmodern machen. Ich musste beim Lesen an eine Episode aus Tolstoi denken, in der ein Mann von seinem letzten Geld einen Kanarienvogel kauft, was seine Freunde ums Verrecken nicht verstehen können. Allmählich geht ihnen auf, dass der Typ einfach doof ist.
Dort wo die Erzählungen ins Phantastische abgleiten, geschieht das eher bemüht erfinderisch und reißt einen auch nicht wirklich vom Hocker.
Schwer zu sagen, ob die Unzulänglichkeit der Geschichten am Fehlen des Berichtenswerten beim Autor liegt oder an seinen Unvermögen sich adäquat literarisch mitzuteilen. Oder geht es ihm gar nicht darum? Macht es Herrn Setz womöglich einfach Spaß einen trendigen Schriftsteller zu spielen (was ich nicht hoffen will) und unappetitliche sexuelle Praktiken nach Kräften durchzudeklinieren? (Und falls dies doch zutrifft, inwieweit das ihm selbst wohl bewusst ist?)

Die Rezension basiert auf den ersten zehn von insgesamt achtzehn Geschichten des Bandes.
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38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anspruch und Wirklichkeit 10. April 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Ist man in seinen Erwartungen zu einem Produkt enttäuscht worden, gibt es zwei Möglichkeiten, Rache zu nehmen: man gibt es zurück und/oder berichtet von dessen minderer Qualität. Da ersteres bei Literatur nicht wirklich einschlägig ist, begnügt man sich lieber mit letzterem. Schlecht reden kann man entweder über den Autor, dem man den Status als "Wunderkind" abspenstig machen möchte, oder eben über diejenigen Feuilleton-Rezensenten, die Setz ebenjenes Prädikat aufgedrückt haben. Ich entschließe mich zum Angriff auf die Redakteure - es erscheint mir sinnvoller, die Entscheidung der Kritiker zu hinterfragen, die mir den Kauf nahe gelegt haben.

So schreibt die Welt "Sein Erzählungsband 'Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes', mit 18 Stories auf 350 Seiten auch nicht gerade schmal, löst die hohen Erwartungen nun auf phänomenale Weise ein. Hier ist ein Autor zu erleben, der sprachliche Tricks und Kniffe beherrscht, von denen man vorher noch gar nicht wusste, dass es sie gibt."

Okay, Buchverwurste aus dem Hause Springer eben. Eine Mengenangabe bei einer qualitativ verorteten Kulturform zu verwenden finde ich schonmal mäßig sinnvoll. Setz kann zwar interessante Gedanken verpacken und in einer Geschichte verorten, aber hat schlichtweg keinen guten Schreibstil. Die Bilder und Charaktere werden meist uninspiriert eingeführt - dies ist umso riskanter, da die Kernaussagen der Kurzgeschichten eine gewisse Tiefenzeichnung der Figuren benötigen. Schade.

"Dabei macht Setz etwas, das man sehr selten findet in der jungen deutschen Literatur. Er schreibt in aller Direktheit über Körper und Sex."

So konservativ und prüde muss sich die FAZ mitnichten geben, schließlich hat Charlotte Roche den Körper bereits vor zwei Jahren in allen Details durchleuchtet. Es ist auch nicht so, dass Setz etwa über Sex schreibt, nein, er schreibt über Perversion. Eigentlich ist die Perversion das einzig wiederkehrende Element in fast allen Kurzgeschichten. Dies wirkt oftmals so unausgegoren und depressiv-postpubertär, dass ich mich manchmal fragen musste, welches Publikum Setz mit seinem Werk eigentlich adressieren möchte. Oder wen die FAZ damit ködern wollte. Oder warum ich mal um mal dem Charme des Feuilletons erliege.
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46 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn man nur einen kleinen Querschnitt all der sich vor Begeisterung überschlagenden Rezensionen seines letzten Erzählbandes liest und in Rechnung stellt, dass für eben dieses Werk der Autor auch noch den Leipziger Buchpreis erhalten hat, dann muß man ja fast danach greifen, um das "Wunderkind" der Gegenwartsliteratur und seine Sprachwelt kennenzulernen. Mit Gewinn? Ich jedenfalls nicht.
Nach der mit der Zeit für mich lähmenden Lektüre dieser einmal sich kryptisch gebenden, dann wieder von Gewalt nur so strotzenden, sich permanent auf große Vorbilder beziehenden und natürlich auch - weils postmodern so modern ist - selbstreferenziellen Erzählungen mit erstaunlich konservativer Erzählhaltung (von angeblich kühner Konstruktion weit und breit nichts zu finden, stattdessen über die Maßen oft gebrauchte Wie-Metaphern) kann ich mich über den Hype, der um Clemens J. Setz gemacht wird, nur wundern. Was fasziniert KritikerInnen und JurorInnen an diesen Texten? All das, was sie in ihren Expertisen lobend hervorheben, suche ich vergeblich. Statt dessen begegnet mir ein typisch postmodernes Schreiben, das sich an diversen Vorbildern anlehnt, diese auch da und dort nennt (damit die Unbedarften unter den LeserInnen auch Bescheid wissen), mit Gewaltexzessen nicht spart, ohne diese auch wirklich plausibel zu machen (wie dies immer wieder von RezensentInnen behauptet wird), Erzählungen, die manchmal abbrechen oder ausrinnen (offenbar fiel dem Autor kein geeigneter Schluß ein oder er wollte die Leserschaft rätseln lassen), bisweilen durchaus gute Plots oder Grundideen aufweisen, aber nicht konsequent und vor allem nicht in einer straffen, von Selbstverliebtheit gereinigten Sprache ausgeführt werden, kurzum: eine vordergründige, glatte Literatur ohne wirklichen Tiefgang. Das soll die vielgepriesene Dichtung der Zukunft sein?
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