Es grenzt an ein Wunder, aber die Problematik, derer sich John Le Carre in seinem Roman annimmt, ist auch 2009 noch aktuell - die Palästinenserproblematik ist heute weniger denn je gelöst. So lässt sich dieser kurzweilige Roman auch heute so gut lesen wie zur Zeit seiner Entstehung in den frühen 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.
Die Story handelt von einer jungen englischen Provinzschauspielerin, die vom israelischen Geheimdienst dafür gewonnen wird, sich für ein palästinensches Attentat zur Verfügung zu stellen und dadurch den palästinensischen Oberterroristen namens Kahlil zur Strecke zu bringen.
In der Tat läßt sich Le Carre beim Erzählen Zeit; ja! - er belehrt, erklärt und schmückt aus - aber langweilig oder öde fand ich seine Ausführungen zu keiner Zeit. Seine Schilderung fanatisierter Palästinenser, cooler Israelis und weltfremder, geistig entwurzelter Europäer regt zum Nachdenken an. Sind wir im Europa des 20. Jahrhunderts soweit, dass wir uns genauso gut für den Zionismus (Charlie - habe das englische Original gelesen) wie für die Intifada (Helga) instrumentalisieren lassen, je nachdem wer uns zuerst indoktriniert? Eine wie ich finde beängstigende Perspektive. Dank an John Le Carre, der uns den Spiegel vorhält.