Die Lewins ist ein Buch, das sicherlich nicht jeden anspricht, da gebe ich meinen Vorgaengern recht.
Die Lewins sind eine Familie bestehend aus Oma, Mutter, einem Sohn, einem Zwillingspaar (Junge und Maedchen) und einem Maedchen. Das Buch ist aus der Sicht des Zwillingsjungen Leander geschrieben. Die Familie ist ziemlich chaotisch und ein wenig abnormal, moechte man behaupten, jedoch, so finde ich, durchaus interessant. Man darf nur auf keinen Fall eine realistische Geschichte erwarten, denn dafuer ist die Geschichte der Familie einfach zu uebertrieben und ueberladen mit negativen Ereignissen. Ich finde, dass Leander durchaus Potenzial hat und ein wenig anders schreibt als die meisten Autoren, was vermutlich auch der Grund ist, warum es von vielen fuer "langweilig" befunden wird.
Abgesehen von ein wenig Uebertreibung kommt noch hinzu, dass Gita Lehr sich vor allem auch mit einigen krasseren Themen beschaeftigt, z. B. Inzest (Leander und seine Zwillingsschwester haben oefter Sex und spaeter auch zwei Kinder), Homosexualitaet, Aids, Selbstmord, Krebs usw.
(Im Uebrigen ist das Buch trotz der Sexbeschreibungen nicht schmuddelig!)
Die Ansaetze sind gut, aber es ist einfach viel zu viel, was passiert und ich finde es ehrlich gesagt auch ein wenig sehr extrem, dass am Ende so gut wie alle sterben... Als waeren da die Ideen ausgegangen.
Ich rate in diesem Sinne nicht zum Kauf - hoechstens, wenn man es als Maengelexemplar fuer 2 Euro bekommt. Dann ist es seinen Preis schon wert und sicherlich mal etwas Abwechselung, die einen zum Nachdenken anregt und einem vor allem auch bewusst macht, was man an Autoren schaetzen kann und was nicht. Ich hatte trotzdem meinen Spass an diesem Buch.