Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Die Leute von Seldwyla
OA 1856 und 1873/74 Form Novellensammlung Epoche Realismus
Der mehrere Schaffensperioden des Autors umspannende Seldwyler Zyklus vereinigt in teils heiteren, teils tragischen Erzählungen die zentralen Motive von Kellers Prosa.
Entstehung: Erste Pläne für die Novellensammlung entstanden bereits während des Berlin-Aufenthalts des Autors Anfang der 1850er Jahre. Den ersten Band legte er 1856 vor; Ende 1873 erschien in Stuttgart die erweiterte Neuauflage der ersten drei Bände, 1874 der vierte und letzte Band.
Inhalt: Die Novellen sind in zwei Gruppen zu je fünf Geschichten zusammengefasst. Ein Vorwort schildert Handel und Wandel im fiktiven Städtchen Seldwyla, einem »wonnigen und sonnigen Ort irgendwo in der Schweiz«. Die scheinbare Idylle ist indes brüchig: Kleinbürgerliche Enge, Existenznöte und gestörte familiäre Verhältnisse wiederkehrende Hauptmotive im uvre von Keller bestimmen den Alltag der Seldwyler, die nichtsdestotrotz mit Sympathie und feiner Ironie als eine Ansammlung skurriler Außenseiter geschildert werden. Zu ihnen ge-hört etwa Pankraz, der Schmoller, der aus der Enge von Dorf und Elternhaus in die weite Welt flieht, wo ihn ein eitles Fräulein und ein wilder Löwe von seiner Verstocktheit heilen. Einen ernsten Erzählton schlägt die aus dem Rahmen fallende Erzählung Romeo und Julia auf dem Dorfe an, die das shakespearesche Drama in die wirkungsvolle Naturkulisse der ländlichen Schweiz verlegt. Unerbittlich strebt das Geschehen zum tragischen Höhepunkt, den Doppelselbstmord des gesellschaftlich geächteten Liebespaars. Den Abschluss des ersten Bands bildet das an E. T. A. R Hoffmann gemahnende Märchen Spiegel, das Kätzchen. Zu den populärsten Erzählungen des zweiten Bands gehören Kleider machen Leute, die tragikomische Geschichte des gar nicht tapferen Schneiderleins Wenzel, das gesellschaftliche Anerkennung durch den Diebstahl eines kostbaren Gewands erringen will und kläglich scheitert, und Die missbrauchten Liebesbriefe.
Gemildert wird der bisweilen grimmige Humor des Autors durch die starke Verankerung seiner Prosa in Brauchtum und Kultur seines Heimatlands, die den Erzählungen einen volkstümlichen Charakter verleiht.
Wirkung: Trotz einhellig positiver Aufnahme bei Publikum und Kritik wurde der Seldwyler Zyklus erst nach seiner nur langsam fortschreitenden Vollendung 1873/74 zu Kellers bis dato größtem Erfolg bei der zeitgenössischen Leserschaft. W. Co.
Die Leute von Seldwyla
OA 1856 und 1873/74 Form Novellensammlung Epoche Realismus
Der mehrere Schaffensperioden des Autors umspannende Seldwyler Zyklus vereinigt in teils heiteren, teils tragischen Erzählungen die zentralen Motive von Kellers Prosa.
Entstehung: Erste Pläne für die Novellensammlung entstanden bereits während des Berlin-Aufenthalts des Autors Anfang der 1850er Jahre. Den ersten Band legte er 1856 vor; Ende 1873 erschien in Stuttgart die erweiterte Neuauflage der ersten drei Bände, 1874 der vierte und letzte Band.
Inhalt: Die Novellen sind in zwei Gruppen zu je fünf Geschichten zusammengefasst. Ein Vorwort schildert Handel und Wandel im fiktiven Städtchen Seldwyla, einem »wonnigen und sonnigen Ort irgendwo in der Schweiz«. Die scheinbare Idylle ist indes brüchig: Kleinbürgerliche Enge, Existenznöte und gestörte familiäre Verhältnisse wiederkehrende Hauptmotive im uvre von Keller bestimmen den Alltag der Seldwyler, die nichtsdestotrotz mit Sympathie und feiner Ironie als eine Ansammlung skurriler Außenseiter geschildert werden. Zu ihnen ge-hört etwa Pankraz, der Schmoller, der aus der Enge von Dorf und Elternhaus in die weite Welt flieht, wo ihn ein eitles Fräulein und ein wilder Löwe von seiner Verstocktheit heilen. Einen ernsten Erzählton schlägt die aus dem Rahmen fallende Erzählung Romeo und Julia auf dem Dorfe an, die das shakespearesche Drama in die wirkungsvolle Naturkulisse der ländlichen Schweiz verlegt. Unerbittlich strebt das Geschehen zum tragischen Höhepunkt, den Doppelselbstmord des gesellschaftlich geächteten Liebespaars. Den Abschluss des ersten Bands bildet das an E. T. A. R Hoffmann gemahnende Märchen Spiegel, das Kätzchen. Zu den populärsten Erzählungen des zweiten Bands gehören Kleider machen Leute, die tragikomische Geschichte des gar nicht tapferen Schneiderleins Wenzel, das gesellschaftliche Anerkennung durch den Diebstahl eines kostbaren Gewands erringen will und kläglich scheitert, und Die missbrauchten Liebesbriefe.
Gemildert wird der bisweilen grimmige Humor des Autors durch die starke Verankerung seiner Prosa in Brauchtum und Kultur seines Heimatlands, die den Erzählungen einen volkstümlichen Charakter verleiht.
Wirkung: Trotz einhellig positiver Aufnahme bei Publikum und Kritik wurde der Seldwyler Zyklus erst nach seiner nur langsam fortschreitenden Vollendung 1873/74 zu Kellers bis dato größtem Erfolg bei der zeitgenössischen Leserschaft. W. Co.
Pressestimmen
"Diese Erzählungen bewegen uns das Herz, wir begleiten sie unter Weinen und Lachen, überall sprechen Liebe, Sorgfalt und ein durchaus originaler Dichtergeist zu uns. Nie ist sauberer, sorglicher, liebevoller gearbeitet worden. Es sind wahre Schätze unserer Erzählungsliteratur." (Leserstimme)


