Das erste Mal bin ich mit diesem Buch in frühster Kindheit in Berührung gekommen, denn meine Mutter liebt Gottfried Keller und hat uns unter anderem "Spiegel das Kätzchen" und "Die missbrauchten Liebesbriefe" vorgelesen. Nach dem ich mir dann einen "Kindle" gekauft hatte war es eine der ersten Bestellungen, die ich getätigt habe. Und auch heute noch, so viele Jahre nachdem ich diese Geschichten vorgelesen bekommen habe wirken sie einen ganz besonderen Zauber auf mich, den die wenigsten zeitgenössischen Schriftsteller so zu wirken verstehen.
Die Sprache ist natürlich ein bisschen veraltet, doch nach ein-zwei Seiten zum einlesen hat man damit auch kein Problem mehr und die Sprache unterstützt mit ihrem Hauch von anders sein das Leseerlebniss. Wer also mal keine Lust auf zeitgenössische Literatur hat und trotzdem nach etwas Kurzweiligem sucht ist mit "Die Leute von Seldwyla" sehr gut beraten. Die Geschichten haben eine übersichtliche Länge, sind in sich abgeschlossen und ohne Ausnahme alle lesenswert.