Was für ein Film.
Andrea und Katja sind Lehrerinnen und beste Freundinnen. Katja motiviert und unkonventionell, Andrea bereits ausgebrannt und mit der Kündigung in der Hand. Die beiden Freundinnen geraten über die geplante Kündigung von Andrea fast in Streit, wollen aber später noch darüber reden. Erst jedoch ist Unterricht angesagt. Spontan schlägt Katja vor, den Unterricht zu tauschen und geht statt Andrea in Raum 109 in die Klasse 8a, dort ist sie Klassenlehrerin. Andrea geht in die 7c, die sie eigentlich erst zur 5.Stunde hätte.
Ein spontaner Tausch mit fatalen Folgen. Es kommt zu einem Amoklauf in Raum 109, ein Schüler hat eine Waffe mit und schießt um sich. Katja wird schwer verletzt. Andrea rettet die anderen Schüler der Klasse aus der Gefahrenzone, kann aber Katja nicht helfen.
Ab da ist nichts mehr wie es war. Andrea, die eigentlich den Schuldienst kündigen wollte, entschließt sich zu bleiben und übernimmt Katjas Klasse, schwer traumatisierte Schüler/innen. Ein schwerer Weg beginnnt, für den Andrea im Grunde kaum Kraft hat. Täglich besucht sie Katja im Krankenhaus, die im Koma liegt. Sie fängt an, mit ihr zu sprechen, in Gedanken und versucht so, gemeinsam mit ihr einen Weg zu finden.
Anna Loos spielt diese Lehrerin so eindrucksvoll, dass ich am Ende wirklich Tränen in den Augen hatte. Der Weg ihres inneren Kampfes, nach außen hin hart und fast schon kühl, sieht man, wie sie immer mehr fast zerbricht.
Axel Prahl als Psychologe Weininger passt ebenfalls hervorragend in diese Rolle und so machen die beiden diesen Film fast im Alleingang zu einem Erlebnis.
In Zeiten, in denen Amokläufe in Schulen leider keine Fiction sind, ist es ein Film, der einem nahe geht. Er ist berührend, ergreifend gespielt, ohne in Klischees, Heldentum oder Rührseligkeit zu versinken. Er zeigt fast alle Facetten von Wut, Angst und Verzweiflung. Aber auch Hoffnung.
Ein Film, der sich lohnt!