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am 16. März 2015
Der Weg der Selbsterkenntnis ist ein philosophischer, aber fern dessen, was Lehranstalten, und gerade philosophische Akademien, für ihre Studenten programmatisch vorgeben oder beabsichtigen, so der Tenor des an der ETH Zürich lehrenden Philosophieprofessors Michael Hampe. Der Kanon philosophischer Literatur erzeugt eben nicht unbedingt einen Philosophen, sondern eher einen an fremden Erfahrungssammlungen „reich“ gewordenen, eingleisig repitierenden Experten. Was zunächst ein wenig ungewöhnlich anmutet – die Kritik des eigenen Tuns (des Philosophierens) – wird jedoch sehr schnell plausibel, denn nur über die Selbstkritik sind wir fähig, uns zum Zuschauer unserer selbst zu machen, Abstand zu gewinnen, Durchbrechungen oder Verbesserungen selbstverständlicher Handlungsmuster vorzunehmen, neue Einsichten oder Erkenntnisse zu gewinnen.
Das Gewohnte zu hinterfragen, der eigene Ruhestörer eingespielter Mechanismen zu sein, ist Voraussetzung dafür, dass die Welt eben nicht mechanisch weiterläuft, sondern eine neue Geisteshaltung entstehen kann, die jener selbstlaufenden, übergeordneten „Wettkampf-Philosophie“ der Ressourcen-, Humankapital- und Selbstausbeutung Paroli bieten kann. Bedeutungen sind daher, im Sokratischen als auch im Deweyschen Sinne der Selbstaneignung immer neu zu suchen und zu finden. Dafür braucht es weniger ein holistisches Theoriengebäude oder Urteilskorsett, sondern das unabhängige, eigene (lebensnahe, literarische) sinnierende Sprechen, Austauschen, Erfahren und Wissen; welches Selbstbewusstsein erzeugt und uns zu aktiven, erkennenden Teilnehmern macht, anstatt zu passiven Fatalisten. Mithilfe der sokratischen Kraft der Desillusionierung und Neuansprache (des Begriffenen) können Konformitäten und falsche Gewissheiten aufgelöst werden, kann die Einbildungskraft zu notwendiger Stärke heranwachsen, die sie braucht, um Handlungsfreiheit und Perspektivenvielfalt zurückzuerobern. Denn wozu sonst sollte die Philosophie gut sein, wenn nicht, um uns die besseren Wege zu kartographieren? – Michael Hampes Buch ist ein „philosophisches Reagieren“ auf die Welt, ein notwendiges Aufscheuchen unserer vielleicht etwas eingefahrenen, selbstgenügsamen Weisheitsliebe; ein vielschichtiges Buch der Qualitäten, Tiefgründigkeiten, Nachhaltigkeiten und der freundlichen Störfaktoren. Phänomenal. Genial.
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Was wir eigentlich schon immer wussten oder zumindest ahnten, wird heute von der modernen Hirnforschung bestätigt: Denken braucht viel Energie und ist anstrengend. Daher bevorzugen wir Informationspakete, die mit der Etikette „kognitive Leichtigkeit“ versehen sind. Das führt im Zeitalter der knappen Aufmerksamkeit unter anderem dazu, dass vor allem Philosophen wahrgenommen werden, die das Publikum mit eingängigen Geschichten und lustigen Anekdoten unterhalten. Zu ihnen gehört der in Zürich lehrende Michael Hampe definitiv nicht. Aber statt sich über mediale Vereinfachungen zu ärgern und Kollegenschelte zu betreiben, fragt er sich lieber, was Philosophen mit ihrer Tätigkeit erreichen wollen und warum sie so gerne Behauptungen aufstellen.

Mit seinem Verzicht auf ein Vorwort deutet Michael Hampe bereits an, dass er seine Leser auf den folgenden 440 Seiten fordern wird. Das ist dem Absatz seines Buches zwar kaum förderlich, schafft aber Klarheit. Die zu leistende Arbeit besteht allerdings nicht darin, ellenlange Satzkonstruktionen zu entwirren und Fremdwörter zu entschlüsseln, sondern Michael Hampes Gedanken in die eigene Lebenswirklichkeit überzuführen. Und weil dies häufig zu überraschenden Aha-Erlebnissen führt sowie kleine Veränderungen bewirken kann, lohnt sich der Aufwand.

Das Verhältnis zwischen Philosophie, Erziehung und Erzählung ist kein einfaches. Und dass wir es meist bei diesem Befund belassen, liegt auch daran, dass wir das akademische Karriereprogramm nicht mögen, zu dem die Philosophie heute verkommen ist. Michael Hampe spart denn auch nicht mit Kritik an der „doktrinären Philosophie“. Dabei geht es ihm aber nicht darum, die Behauptung anderer durch eigene zu ersetzen, sondern wieder einer Philosophie gerecht zu werden, die Prozesse der Selbsterkenntnis in Gang setzt.

Ein Blick auf die Anmerkungen, die jeweils leserfreundlich am Seitenende angebracht sind, zeigt die Breite von Michael Hampes Argumentarium. Da kommen nicht nur die altbekannten Größen zur Sprache, sondern auch eher unbekannte und neue Namen. Diesen Eindruck bestätigt das Register, in dem wir auch Schriftsteller, Filmemacher, Hirnforscher und Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen finden.

Über den Gartenzaun hinwegzublicken, war Michael Hampe offenbar schon immer eigen. Jedenfalls studierte er außer Philosophie, Psychologie und Germanistik auch Biologie. Und in Heidelberg interessierte er sich besonders für Neurobiologie und Genetik. Das erklärt auch, warum er sich in Eigenheiten dynamischer Prozesse so gut auskennt und einen Widerwillen gegen starre Begriffssysteme hat. So lautet die Überschrift des zwölften und letzten Kapitels denn auch „Am Ende des Behauptens angekommen“.

Mein Fazit: Wahrscheinlich führte eine frühe Überdosis dazu, dass ich in den letzten Jahren kaum mehr Bücher von Philosophen las. Daran konnten auch Autoren nichts ändern, deren populärwissenschaftlichen Werke die Bestsellerlisten erklommen. Im Gegenteil, für deren vereinfachten und den Publikumsgeschmack erfüllenden Weltsichten kann ich mich noch weniger begeistern als für die Denkarbeit, die mir ein Ludwig Wittgenstein oder Alfred N. Whitehead zumutet. Michael Hampe hat mich mit seinem empfehlenswerten Buch in der Ansicht bestätigt, dass sich der Aufwand lohnt, über das allgemein Menschliche und seine Bedingungen nachzudenken. Zumal Erzählen wirksamer ist als Behaupten.
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Hampe bricht eine Lanze für eine, wie er es nennt, nichtdoktrinäre Weise des Philosophierens. Diese gehe von der Erfahrung aus, dass die Welt ein Kommen und Gehen von Einzelheiten sei, so Hampe, wobei diese Erfahrung aber gerade nicht primär behauptend oder argumentativ sei, sondern sie endet in der Paradoxie, dass behauptet wird, dass sich letztlich nichts dauerhaft behaupten lässt und dass sprachliche Ausdrücke, die sich Allgemeinbegriffen bedienen, hinter der konkreten Erfahrung der Einzelheiten der Welt letztlich immer zurückbleiben. Entwickelt soll hier die Fähigkeit werden auf diese Welt der Einzelheiten wieder angemessen zu reagieren, eine Fähigkeit, die eine konkrete Erfahrung dieser Einzelheiten ermöglichen soll. Und diese Erfahrung hält der Autor für eine wichtige Glücksbedingung. Doktrinären philosophischen Vereinheitlichungsbemühungen dagegen hält er vor, dass sie außerhalb der Universitäten und Akademien kaum noch Gehör finden würden. Sie sind heute nach Meinung des Autors entweder durch die positiven Wissenschaften explanatorisch überflüssig geworden oder zu einem bloßen sekundären Explikationsgeschäft verkümmert. Die nichtdoktrinäre Philosophie zielt nach Hampe letztlich darauf, das Ansinnen vereinheitlichter Begrifflichkeiten, die die doktrinäre Philosophie erhebt, an sich selbst zurückzuweisen. Diese Kritik bezieht sich konkret auf Verallgemeinerungen wissenschaftlicher, religiöser und politischer Lehren, die nach Hampe unberechtigter Weise immer die Tendenz hätten, über ihre ursprünglich begrenzten Anwendungsbereiche weiter hinaus zu wuchern. In diesem Zusammenhang ist für ihn z. B. Sokrates und seine Art des nichtdoktrinären Philosophierens ein Leitbild. Der Autor sieht diese Methode als Befreiung des Menschen von Dogmatismus an. Er spannt dann einen in diesem Kontext sehr weiten Bogen von sprachphilosophischen Betrachtungen (hier bezieht er sich insbesondere immer wieder auf den späten Wittgenstein) bis hin zu Kunst, der rechten Bildung und Erziehung (hier ist ein philosophischer Fixpunkt von ihm John Dewey). Nach Meinung von Hampe sollte es in der Philosophie also nicht mehr um gute oder schlechte Doktrinen gehen, auch weniger um eine Geschichte des Streites von Behauptungssystemen, sondern sie wäre, wie er findet, viel interessanter, wenn sie sich besonders als Untersuchung von wechselnder Lebenserfahrung und Grundannahmen verstünde.

Um das für mich Positive gleich vorwegzunehmen: Hampe hat ein wirklich zutiefst philosophisches Buch beschrieben, das sich auch nicht nur um kleine isolierte philosophische Partikelchen kümmert, sondern das gelungene (philosophische) Leben als Ganzes im Blick hat. Das ist mutig von ihm, und ich finde auch, dass er seine Punkte verständlich rüberbringt. In seiner Radikalität allerdings, mit der er sozusagen die nichtdoktrinäre Philosophie – und wie ich finde – einseitig auf das Podest setzt, auf dem seiner Meinung nach die abzulehnende, vorherrschende doktrinäre Philosophie zurzeit noch steht, wirkt sein Buch auf mich zugleich sowohl irgendwie antiquiert als auch suspekt. Antiquiert, weil für mich die Zeit der großen Umstürze einfach vorbei ist und es statt eines Lagerdenkens viel eher darum gehen müsste, Schritt für Schritt unser Leben immer humaner zu gestalten mit der Einsicht, dass es dabei eben kein Universalrezept gibt, sondern viele, auch unterschiedliche kreative Ideen zusammenwirken müssen; suspekt, und um es einmal ganz freundlich auszudrücken, wenig vertrauenserweckend ist es natürlich, wenn der Autor gegen verallgemeinernde Behauptungen wettert, und selbst praktisch eine grundlegende Theorie zur nichtdoktrinären Philosophie abliefert. Er deutet in seinem Buch auch selbst auf diesen möglichen Einwand hin, schiebt ihn dann aber gleich leichthin wieder weg, indem er vorbringt, dass die von ihm aufgestellten Behauptungen ja ganz unscheinbar seien und nur wiedergeben würden, was allen sowieso schon weitgehend klar wäre; vielmehr wolle er die Aufmerksamkeit hin disziplinieren auf Dinge, die wir unabhängig von irgendwelchen Theorien schon immer kennen. Das ist nicht nur etwas zu optimistisch, sondern trifft sich auch nicht mit den durchaus anspruchsvollen Thesen des Buches. Es ist ein deutliches Anzeichen dafür, das hier irgend etwas ganz und gar nicht stimmen kann. Ein ausgewogeneres Buch, das versucht hätte, Brücken zu schlagen zwischen doktrinärer und nichtdoktrinärer Philosophie, wäre vielleicht ein weniger aufsehenerregendes Buch geworden als dieses, es wäre aber das bei Weitem bessere Buch geworden.
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am 1. Mai 2015
Philosophen. Mein Sohn ist einer und das ist schwer zu verstehen, Ist er doch immer irgendwo, wo ich ihn abholen muss. Nun studiert er auch noch Philosophie und entwächst mir. Also habe ich aufgerüstet und dieses formidable Buch gekauft um mitzuhalten.Uneitel wie der Autor ist, geht es schnelle an das Mark des Themas. Es geht nicht um die akademische Abhandlung, sondern um die alltägliche Praxis. Natürlich muss beachtet werden, es ist immer die Innenansicht einer- wenn auch großen- aber persöhnlichen Sichtweise. Mann muss nicht allres teilen, aber kann alles was Michel Hampe schreibt nachvollziehen. Glück ist für Hampe auch eine Entschleunigung insofern er möchte, dass wir uns-selbst- wieder mehr sehen, fühlen, betrachten ohne sich dem Fluß zu ergießen. Schade ist nur, dass unser aller Leben zu kurz ist um viele solcher Bücher zu lesen und vor allem zu verstehen.
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am 1. Februar 2016
Der Inhalt ist klasse. Aber in der 2. Auflage von 2014 fehlen die SS. 169-192. Dafür kann man die SS. 193-216 doppelt lesen. Und das bei Suhrkamp ...
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