Die Legenden der Drachenlanze erzählen die Geschichte der Zwillingsbrüder Caramon und Raistlin. Caramon (der Kämpfer) soll seinen Bruder (den bösen Magier) zurück auf den Pfad der Tugend führen. Doch zunächst muss Caramon diesen erst einmal selber finden, denn seit den glorreichen Tagen der Chroniken ist er arg verwahrlost. Dem Alkohol verfallen und in äußerst schlechter Form reist er in Begleitung des Kenders Tasslehoff Burrfoot (in der deutschen Ausgabe mit dem furchtbaren Namen Tolpan Barfuß geschlagen) in die Vergangenheit. Begleitet von der Klerikerin Crysania, die Raistlin verfallen ist und von diesem in seine dunklen Pläne verstrickt wurde, gelangen sie nach Istar kurz vor dem Kataklysmus - der Zerstörung von Ansalon durch die Götter.
Hier nimmt die Geschichte einen unterhaltsamen Verlauf, der weniger auf Kampf und Reisen ausgelegt ist, als vielmehr um die Personen kreist und vor allem dem Leser mehr über Raistlin erfahren lässt. Von Tasslehoff weiß man angesichts seiner mitteilsamen Art ja bereits einiges, mein persönlicher "Lacher des Buches" war allerdings die Karte, welche er vom Ansalon der Vergangenheit gezeichnet und mit einigen Kommentaren gespickt hat. Bespielsweise zu Palanthas "Well guarded - boring!" *g* oder zu Tarsis: "It is by the sea!" (dieser Witz ist eher was für Insider...).
Das Ende des Buches ist furios und lässt so viele Fragen offen, dass der Griff zu Teil 2 nicht lange auf sich warten lassen sollte. Alles in allem würde ich dieses Buch besonders jenen ans Herz legen, die bei Wanderfantasy wie besagten Chroniken der Drachenlanze die Nase rümpfen...