Mit Die Legenden der Albae: Dunkle Pfade erscheint knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung des letzten Albae Abenteuers, bereits das dritte Abenteuer aus der Sicht der gefürchteten Schwarzaugen. Diesmal dreht sich das Abenteuer jedoch nicht um Caphalor und Sinthoras, sondern um drei jungen Albae Sisaroth, Tirîgon und Firûsha. Kenner der Zwerge Bücher werden diese drei als Dson Aklán bekannt sein. Markus Heitz zeigt in Dunkle Pfade" ihre ersten Abenteuer und wie am Ende der Mythos um die Dson Aklàn entstanden ist.
Inhalt (könnte LEICHTE Spoiler beinhalten):
Die Legenden der Albae: Dunkle Pfade spielt eine ganze Zeit nach dem letzten Albae Band. Um genauer zu sein, der Band spielt zeitlich zwischen dem dritten Band der Zwerge Story und dem vierten Band, welcher auf den Namen Das Schicksal der Zwerge" hört. Die Albae wurden im letzten Band durch die Überflutung eines Säuresees aus ihrer angestammten Heimat Dson vertrieben. Der Alb Aïsolon, bekannt aus den vorigen Bänden als Vertrauter und Freund Caphalors führt nun die verbliebenen Albae an und errichtete ein neues Dson: Dsôn Sómran. Gut geschützt wartet dieses kleine Albae-Reich darauf, von den Unauslöschlichen aus ihrem Exil befreit zu werden, um endlich auch im Geborgenen Land Fuß zu fassen. Was sie nicht wissen, die Unauslöschlichen wurden längst vernichtet.
Dunkle Pfade" hat anfänglich zwei Plots zu bieten, wobei diese stellenweise sogar auf bis zu 6 Nebenplots ausgeweitet wird. Alles fängt damit an, dass die zukünftigen Dson Aklán" (bekannt aus Das Schicksal der Zwerge) scheinbar zu unrecht des Mordes bezichtigt und daraufhin von ihrem eigenen Vater Aïsolon nach Phondrasôn verbannt werden, um dort einen Teil der Unendlichkeit zu überleben, bevor sie geläutert nach Hause kehren dürfen. Doch Phondrasôn ist ein feindseliger Ort, die Strafe kommt einem Todesurteil gleich. Doch es nützt nichts, Sisaroth und Firûsha müssen sich ihres Schicksal ergeben und treten den Gang gen Phondrasôn an, ihr Bruder Tirîgon, welcher nicht angeklagt wurde, begleitet sie aus freien Stücken.
Hier teilt sich die Geschichte, zum einen nimmt die Mutter - später auch Aïsolon selbst - der Drillinge die Untersuchungen auf, da sie nicht glauben kann, dass ihre Kinder diese Morde begangen hatten, zum anderen verlagert sich das Geschehen nach Phondrasôn wo sich die Drillinge ihrer Haut erwehren müssen. Anfänglich ist noch jeder Alb auf sich gestellt, da die Drillinge getrennt werden. Doch sie finden zueinander, doch dies stellt eigentlich erst den wahren Beginn der Geschichte dar. Im Laufe der Geschichte werden viele Fäden gesponnen, weitere interessante Kreise schließen sich und der Leser erlebt, wie die Drillinge zu dem werden, als das man sie aus den Zwerge Romanen kannte. Es gibt auch ein Wiedersehen mit Tungdil Goldhand, welcher nach dem dritten Teil der Zwerge Bände in der schwarzen Schlucht gefangen wurde. Hier kann der Leser miterleben, warum Tungdil in Das Schicksal der Zwerge" vertraut auf die drei Albae reagierte. Der gesamte Band ist durch viele sich abwechselnde Plots geprägt, die ofmals mit fiesen Cliffhangern aufhören, um in den nächsten Plot zu wechseln. Bald schon entsteht so ein Wechselbad der Gefühle, da man immer, wenn es spannend wird, wieder an einen anderen Ort wechselt, da es dort zumeist, allerdings nicht minder spannen zugeht, kann man diesen kleinen etwas fiesen Kniff des Autors grade noch verzeihen. ;-)!
Und Markus Heitz hat wieder viel zu erzählen, da trifft man auf die unterschiedlichsten Wesen und unterschiedlichsten Abenteuer. Die Albae fanden neue Feinde, aber auch Verbündete und müssen sich verschiedensten Aufgaben stellen. Die einzelnen Abenteuer innerhalb der großen Rahmenstory, an zwei Händen aufzuzählen, dürfte so leicht nicht machbar sein. Dabei kommt jedes Ereignis unverwechselbar und gut durchdacht daher.
Obwohl man sich die meiste Zeit in einem vollkommen neuen Ort der Zwerge-Welt" befindet, schafft es Markus Heitz einmal mehr, dieses wohlige Gefühl der Bekanntheit in das Buch zu transferieren. Dies liegt natürlich nicht zuletzt an bekannten Charakteren wie Tungdil, oder auch daran, dass wir uns auch auf ein Wiedersehen mit dem geborgenen Land freuen dürfen. Vielmehr meine ich aber das behutsame Einbetten in das Serienuniversum. Markus Heitz zeigt, wie sehr sein eigenes Universum beherrscht und vermittelt so ein Gefühl der Beständigkeit. Man ist mal wieder" in einer bekannten Welt unterwegs, wobei der Besucher trotzdem so viel Neues zu sehen bekommt. Das ist ein schönes Gefühl!
Fazit:
Mit Die Legenden der Albae: Dunkle Pfade zeigt Markus Heitz ein paar weitere Details bereits bekannter Personen, seines mittlerweile recht großen Fantasy-Universums. Dabei versteht er es meisterlich nicht nur in Wiederholungen, Altbekanntes aus anderen Sichtweisen immer und immer wieder zu wiederholen. Ganz im Gegenteil er zeigt Dinge, die bisher nicht bekannt waren und viele Leute schon damals interessiert haben. Dabei merkt man in jeder Zeile des Buches, dass er sein selbst edachtes Universum bis ins kleinste Detail kennt. Ja man könnte fast vermuten, dieses und auch die vorigen Albae Bücher hätte Herr Heitz bereits vor den jeweiligen Zwerge Büchern geschrieben. Auch das Buch per se begeistert mit einer vielfältigen Geschichte, tollen vielfältigen Charakteren, jeder Menge Action und natürlich Fantasy. Am Ende steht man zu den berüchtigten Gegner der Zwerge in einem gänzlich anderen Verhältnis. Die bösen sind am Ende doch viel Vielschichtiger, als man anfänglich noch vermutete. Und auch Dunkle Pfade" hat seinen Anteil daran, dass ich mir wünschen würde: Hey Zwerge und Albae, hättet ihr nicht frieden halten können?