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Die Legende von den Tränengauklern: Roman [Gebundene Ausgabe]

László Darvasi , Heinrich Eisterer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Oktober 2001
Plötzlich sind sie da. Niemand weiß, woher sie kommen, jene fünf geheimnisvollen Gestalten, die in dem von Kriegen und Epidemien, Pogromen und Freiheitskämpfen zerrissenen Mitteleuropa unterwegs sind und Kunststücke mit ihren Tränen darbieten. Ihr klappriges Gefährt taucht überall dort auf, wo die Menschen von Unglück und Gewalt heimgesucht werden. Wer sind die Tränengaukler, auf die zuletzt sogar die Meisterspione des Osmanischen und des Habsburger Reiches angesetzt werden? Agenten, Schmuggler, Verschwörer? Oder nur fünf weinende Engel der Geschichte? Jedenfalls trägt die Welt, über die sie weinen, Züge der heutigen.
Der Roman spielt zur Zeit der türkischen Besetzung Ungarns im 16. und 17. Jahrhundert. Der Erzähler, unverkennbar mit den Tränengauklern im Bunde, heftet sich an die Fersen Franz Pillingers, eines Jungen mit struppigem Haar und schwermütigem Blick, der seine Eltern bei der Belagerung von Wardein verliert und sich den ungarischen Aufständischen anschließen wird. Die Welt, die ihn umgibt, reicht von Polen bis Siebenbürgen, von Belgrad bis Venedig, von Wien bis Szeged. Seine Geschichte ist eingewoben in einen poetischen Kosmos, in dem vom Märchenhaften und Unerhörten so lakonisch berichtet wird wie von den Wirren der Politik. Die historischen Tatsachen bilden die Kulisse für ein wunderdurchwirktes und aufrührendes Welttheater. Wie das "Licht der Sterne die entlegenen Landstraßen der Himmelswelt durchreist", so durchdringt der Blick des Erzählers die Zeiten - ein Blick, den man nicht mehr vergißt.


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Die Legende von den Tränengauklern: Roman + Herr Stern: Novellen (edition suhrkamp) + Eine Frau besorgen: Kriegsgeschichten (edition suhrkamp)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (1. Oktober 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518412841
  • ISBN-13: 978-3518412848
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,9 x 3,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 699.663 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen


Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2001
Souverän komponiert und ästhetisch außergewöhnlich geglückt findet Rezensent Tilman Spreckelsen dieses anspielungsreiche Werk. Dass Autor Darvasi "eine erschreckend eindringliche Atmosphäre der allgegenwärtigen Gewalt" entwerfe, mache das Buch "trotz der historischen Einkleidung" zu einem "eminent aktuellen Text". Der Roman schildere "in einem Geweben aus zahlreichen Einzelepisoden" eine der blutigsten Epochen der ungarischen Geschichte, deren Eckdaten 1526 und 1886 bildeten. Der Bezug zur Gegenwart der Balkankriege des 1999 im Original erschienen Roman sei dabei unverkennbar. Der beeindruckte Rezensent beschreibt ein "ausuferndes Panorama", das von einer "rätselhaft magischen Schaustellergruppe" zusammengehalten wird, die sich durch Mitteleuropa ebenso ungehindert bewegen, wie durch die Zeitebenen des Romans. Zu den wichtigsten Fähigkeiten dieser "Tränengaukler" zählt Spreckelsen deren Fähigkeit, "sich und andere im Augenblick der Gefahr unsichtbar zu machen" und so für eine kurze Zeit in der "gewaltdurchtosten Welt" ein Asyl zu schaffen. Der Rezensent steht sichtlich im Bann des Romans und seines Tonfalls "zwischen Märchen, Legendendichtung und realistischer Erzählung. Bei allen "magischen Elementen", die Darvasis Roman "die Dimension des Allgemeingültigen" verleihe, "und so grausig-skurril einige der "Metzelbeschreibungen" anmuten würden: nur wenige dieser Einfälle seien Fiktion.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Perlentaucher.de

Über den Autor

László Darvasi, 1962 in der kleinen Stadt Törökszentmiklos (Türkensanktnikolaus) in der Nähe von Budapest geboren, verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Szeged, einer Universitätsstadt im Süden des Landes, direkt an der serbischen Grenze. 1986 schloß er dort sein Studium an der Pädagogischen Akademie mit dem Diplom ab und unterrichtete bis 1989 in verschiedenen Grundschulen. Danach wandte er sich dem Journalismus zu: er ist Mitarbeiter einer Szegeder Tageszeitung, war 1990 Gründungsmitglied der Literaturzeitschrift Pompeji und ist seit 1993 Redakteur der Budapester Literaturzeitschrift Élet és Irodalom (Leben und Literatur). Seine Sujets sind Fußballreportagen, TV-Kritik, Feuilletons (u.d. Ps, Sziv Ernö = Erwin Herz). Einer seiner ersten Fans war Peter Esterházy. "Heute wieder eine Darvasi-Novelle gelesen", schrieb er in der Zeitung und wünschte sich die nächste.
Sein Werk wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet: 1996 erhielt er ein Stipendium des Künstlerhauses Schloß Wiepersdorf, 1997 das Literaturstipendium der Stadt Graz und im Jahr 2000/2001 war László Darvasi Gast des Künstlerprogramms des DAAD in Berlin.
Heute lebt der Autor in Budapest.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von NJ
Format:Gebundene Ausgabe
Wer sind die fünf geheimnisvollen Tränengaukler, die alle Handlungsfäden im Ungarn des 16. und 17. Jahrhunderts verbinden?
Vordergründig ist es diese Frage, die den Leser mit auf eine Reise in ein zerissenes Land nimmt: Türken, Ungarn und Deutsche, Christen, Juden und Muslime mischen sich in diesem Fleckchen Erde und bringen ein fantastisches Weltentheater dar.
Auch wenn der Kontext historisch ist, so so sind doch die Figuren fantastisch, ohne ins Klischee der Fantasy abzurutschen -die Aussage der Gesichten ewig aktuell, ohne zu doktrinieren. Dieses Buch liest sich wie ein Blick ins eigene Herz ...

Fast möchte man meinen, dass hier ein philosophisches Werk uns in Geschichten Grundwahrheiten näherbringt, die zu verstehen nur das eigne Herz benötigt... Dann wieder glaubt man, es sei Poesie, die im Mantel der Lyrik aktuelles auf den Tisch bringt...

Dieses Bucht entzieht sich jeder Festlegung und lässt nur Platz für eine einzige Feststellung zu: Kaufen - Lesen - Glücklich sein

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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine göttlich höllische ungarische Komödie 10. März 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Péter Esterházy, Sándor Márai und natürlich der mit dem Nobelpreis prämierte Imre Kertész haben die ungarische Literatur zentral im Bewußtsein internationaler Leser verankert. Die Liste bedeutender Literaten aus diesem Land ist freilich wesentlich länger, umfasst (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) auch die phantasievollen Minutennovellen István Örkénys, die lyrische Sprachvirtuosität von Attila József, die kriminalistischen Konzeptionen Antal Szerbs oder Gyula Krúdys poetisch-vergnügliche Suche nach der verlorenen mittelosteuropäischen Zeit.
Ein Name, der ebenfalls internationale Aufmerksamkeit verdient, ist der von László Darvasi, der mit "Die Legende von den Tränengauklern" vordergründig einen Schlüsselroman zur ungarischen Geschichte im 16. und 17. Jahrhundert geschrieben hat. Bei genauerer Betrachtung ist das von Heinrich Eisterer kongenial übersetzte faszinierende Werk jedoch wesentlich facettenreicher. Eine göttliche und höllische Komödie zugleich erschließt sich, kommentiert in sinnlich-barocker Sprachkunst, mit einem Pandämonium mitteleuropäischer Figuren, deren Nachfahren uns heute aus dem täglichen Leben vertraut scheinen. Ehrenwerte literarische Kollegen wie Grimmelshausen, Voltaire oder Günter Grass lassen als Referenz dieses Schelmenromans um Krieg und Frieden grüßen, freilich ohne Darvasis erzählerische Virtuosität im geringsten beeinflussen zu wollen.
Es wird viel gestorben in dem Buch, es wird allerdings auch sehr stark gelebt, geliebt und überlebt; auch das Letale verklärt sich letztlich poetisch: "Der Tod ist unser Hund, ein kluges und treues Geschöpf. Er begleitet uns auf unseren Wegen, bewacht unseren Hof. Und wenn die Stunde schlägt, legt er sich neben uns und schleckt die Maskerade der Freude und des Kummers von unserem Gesicht. Alle Tränen leckt er aus unserem Blick, nur noch die Ewigkeit soll in unsere Augenhöhlen einziehen können."
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