===Meine Meinung===
Durch 'Herr der Ringe' und weitere Werke wurde der Autor J.R.R.Tolkien zu einem der erfolgreichsten Autoren des letzten Jahrhunderts. Zwar habe ich bis dato sehr wenig von diesem Autoren gelesen, aber da ich mich für die Nibelungen interessiere, war ich sehr erfreut, als ich dieses Werk rezensieren durfte. Vorweg muss ich gleich sagen, dass kein weiterer Hobbit oder Herr der Ringe erwartet werden darf. Wer ein solches Erzählwerk erwartet, wird das Buch enttäuscht weglegen. Das war am Anfang der Grund warum ich am Überlegen war, ob ich das Buch auch wirklich lesen möchte. Es ist definitiv keine leichte Kost.
Diese Version der Nibelungen ist seine eigene Version und somit eine komplette Neuerzählung. Seine Faszination den alten Geschichten gegenüber wird in dieser Neuauflage deutlich.
Das Besondere an diesem Wer ist der Stil. Der Autor erzählt hauptsächlich in Dialogen und streckenweise kam ich mir vor, als würde ich MacBeth lesen. Der Grund dafür ist, dass sich auf der linken Seite stets der Text im Original, also Englisch befindet. Auf der rechten Seite gibt es dann die wirklich geniale Übersetzung in die deutsche Sprache. So kann der Leser selber entscheiden, ob er das Original lesen möchte oder sich lieber die elegante Übersetzung ansehen möchte. Ich persönlich habe mich beim ersten Lesen durch den deutschen Text gearbeitet. Im zweiten Durchgang habe ich mich dann langsam durch die englische Version gelesen. Die Übersetzung ist gelungen und hinkt dem Originaltext nicht hinterher. Wer also Probleme mit der englischen Sprache hat, kann ohne Bedenken auch die deutsche Version lesen. Beide Texte werden durch Anmerkungen und Quellenangaben komplettiert.
Wer von Anfang an weiß, was ihn erwartet, wird an diesem Werk seine volle Freude haben. Wer sich jedoch nicht informiert, kann an einen Punkt gelangen, wo er das Buch frustriert weglegt. Die Sprache selbst ist sehr gewöhnungsbedürftig, da sie sehr altmodisch und der damaligen Zeit angepasst ist. Trotzdem wirkt es nicht veraltet sondern ist auf ihre Art und Weise modern zu lesen. Die Reimform schafft eine düstere und packende Stimmung, die im gesamten Werk zu spüren ist. Tod, Angst, Mord, Rache und Liebe sind die Hauptansätze in den Erzählungen. Der Autor vermittelt in seiner Version alle Emotionen so bildhaft, dass ich die Geschichte ganz neu erlebt habe. Kein Vergleich zu den Filmen oder Operetten, die ich vorher kannte.
Gelesen habe ich an dem Buch zwei Wochen. Für den komplexen und altmodischen Text wollte ich mir einfach diese Zeit nehmen. Die vielen Seiten und die beiden Sprachen erfordern volle Konzentration. Es ist eins der anspruchsvollsten Werke aus der Feder von Tolkien.
Ich kann es daher nicht jedem Fan von Tolkien oder nordischen Göttern empfehlen. Ich kann es aber Lesern beider Gruppen empfehlen, die klassische Texte mögen. Der Leserkreis ist damit sehr eingeschränkt.
===Bewertung===
Von mir bekommt das Buch fünf Sterne, da ich noch nie eine so gelungene Umsetzung dieses Themas gelesen habe. Anspruchsvoll, altmodisch, aber trotzdem modern, zweisprachig und eine interessante Umsetzungsform.