Was für eine Chance wurde hier vertan!. Die Artus-Sage - eine schier unerschöpfliche Quelle für tolle Abenteuerromane. Und was macht Wolfgang Hohlbein daraus? Eine Mischung aus "Herr der Ringe", "Star Wars" und Liebeskitsch. Und das alles in einer schauerlich selbstverliebt blumigen Sprache geschrieben. Beispiel gefällig? "...und auch die dünnen roten Schmerzpfeile, die die gesplitterten Enden seiner gebrochenen Fingerknochen in sein Fleisch versenkt hatten, waren fort." - Das ist Groschenroman-Niveau.
Ständig geraten die Hauptpersonen in Konflikte, die für den Leser nicht nachvollziehbar sind. Seitenlang wird beschrieben wie kalt der Winter ist, wie abgemergelt die Hauptpersonen aussehen, nur damit es zwanzig Seiten weiter NOCH kälter ist und sie NOCH abgemergelter aussehen. Nur um die Seiten zu füllen und eine Trilogie zu rechtfertigen (Sprich: Mehr Geld für wenig Inhalt).
Viele Handlungsfäden sind nicht zu Ende gesponnen - entweder vom Autor vergessen oder wegen Ideenlosigkeit aufgegeben. Warum läßt ... Lancelot und Gwinneth erst in Windeseile nach Tintagel bringen, nur um sie dann wochenlang dort warten zu lassen? Warum kann Lancelot Morgaine noch im ersten Band mit dem Tode bedrohen, wenn er im Dritten Band "durch eine unsichtbare Wand" an einem Angriff gehindert wird? Was passiert mit Sir Mandrake? Warum ist Artus erst Freund, dann Feind, dann wieder Freund, der sich für den Frieden opfert, wo er doch Gwinneth zuvor noch hinrichten wollte?
Dies ließe sich noch endlos so weiterführen.
Fazit: Einfallsloser geht es kaum noch. Für Kinder zu blutig, für Erwachsene zu banal. Finger weg!
Ach ja: Die Ritter sind natürlich nicht durch ihre bessere Bewaffnung oder Ausbildung stärker als ihre Feinde - sondern durch einen Zaubertrank. (Klauen bei Asterix - Das muss einem erstmal einfallen)