Hier hat man umfängliche epische Fantasy vor sich, mit vielen handelnden Personen, die man sich besser gleich zu Anfang gut merkt, um der wechselvollen Handlung folgen zu können. Das Buch schließt sich in einem Abstand von etwa dreißig Jahren an Band eins an und kann als abgeschlossene Erzählung gelten.
Gut die Hälfte der Geschichte spielt sich im Umfeld der Universität ab, insbesondere im Fachbereich alte Geschichte. Es geht im Wesentlichen um Legenden und geschichtliche Zeugnisse über die vor Hunderten von Jahren lebenden Könige und ihre Hof-Magier, die durch homosexuelle Beziehungen eine Bindung zum Staatsoberhaupt herstellten und durch einen Naturkult Macht erlangten. Nach langer Vergessenheit tauchen über einen Professor alte, verschwunden geglaubte Fakten über Magie und Traditionen wieder auf. Es geht das Gerücht um, es würde bald wieder einen König geben.
Um diese Handlung zu entwickeln, vermischen die Autorinnen Studenten-Professoren-Hickhack, Promiskuität in alle Richtungen, verworrene Familienverhältnisse, alte Legenden, Ausschweifungen in Form einer Naturreligion und alle fünf bis zehn Seiten satte Homosexualität. Letzteres war der Grund für mich, mit dem Lesen des Buches nach der Hälfte abzubrechen. Die Bettszenen sind meiner Meinung nach unnötig, tragen nichts zur Handlung bei und waren mir schlicht unangenehm. Ein Fantasy-Held bringt Dinge in Ordnung, die durch eine oder mehrere böse Mächte gestört werden. Hier lebt der Held in größter Unordnung und bringt sich durch unverständliche Handlungen, die mir ekelig sind, in größere Probleme. Das nimmt gewaltig die Freude am Lesen. Die Handlung an sich ist interessant ausgedacht, das gibt einen Stern, ist aber unverhältnismäßig langatmig und zieht sich ermüdend hin. Viele Personen sind anschaulich und nachvollziehbar geschildert, stoßen aber leider teilweise durch ihre sexuellen Angewohnheiten ab.
Fazit: Nur akzeptabel für Fantasy-Fans, die homoerotische Neigungen haben und gerne etwas Längliches und Verwickeltes lesen möchten.