Saverio Tenuta hat mich sowohl mit der faszinierenden Geschichte als auch mit seinen wunderbaren Zeichnungen seines Serien-Debüts in den Bann gezogen.
Anfangs konnte ich die Hintergründe der Story nicht sofort erfassen, doch durch geschickt eingebaute Rückblenden und Visionen begreift man nach und nach, was Raido widerfahren ist, wer seine Feinde sind und wobei es sich bei den scharlachroten Wolken handelt. Obwohl Dämonen und dunkle Magie eine Rolle spielen, schaurige, wenn auch märchenhaft anmutende Wesen vorkommen, ist der fantastische Anteil der Story doch gut bemessen. Tenuta hebt auch die Lebensweise der Menschen im alten Japan, die Werte der Samurai und die Schönheit des Landes hervor und verwebt sie anschaulich mit der Handlung.
Es ist ihm überwiegend mit den Farben Rot, Schwarz, Weiß und Blau gelungen, eindrucksvolle Bilder entstehen zu lassen. Manchmal Scherenschnittartig, teils an den Rändern verschwimmend, aber immer voller Details, die ich auf den ersten Blick nicht alle aufnehmen konnte. Gerade diese Reduzierung auf so wenige Farben ist es auch, die die besondere Stimmung dieses Comics ausmacht. Die Kälte und Einsamkeit des winterlichen Japans, die Grausamkeit und tödliche Gefahr der Gegner wird so großartig dargestellt. Auch der Text ist schlicht gehalten. Geheimnisvoll und mystisch, knapp und klar lässt der Autor seine Figuren sprechen, immer darauf bedacht, die Spannung für den Leser zu erhalten.
Den besonderen Reiz macht für mich der deutliche Gegensatz zwischen den Bildern und der Story aus. Die Zeichnungen wirken meist zart und gefühlvoll, stellen aber gleichzeitig viel Gewalt und blutige Szenen dar. Beides zusammen ergibt eine mystische, emotional aufgeladene Geschichte, deren Intensität einem bisweilen den Atem raubt.
Da ich noch ein Neuling in diesem Genre bin, fehlen mir Vergleichsmöglichkeiten, doch es war wirklich einfach, mich von diesen eindrucksvollen Bildern und Worten gefangen nehmen zu lassen.
Ein wunderschönes Debüt, das zwar sehr blutig, aber ebenso bezaubernd ist.