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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
36 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Viele Jahre auf Platz 1 der Bestsellerliste im 13.Jahrhundert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Legenda aurea: Das Leben der Heiligen erzählt von Jacobus de Voragine (Gebundene Ausgabe)
Auf die Legenda Aurea bin ich bei einem Museumsbesuch aufmerksam geworden, als ich angesichts eines Ölbilds der italienischen Frührenaissance feststellen musste, dass ich von der Nikolaus-Legende eigentlich so gut wie gar nichts weiß.Ein Kunsthistoriker hat mir dann erzählt, dass es eine Quelle gibt, aus der sich die gesamte Malerei des Mittelalters bediente, und die bisweilen populärer war als die Bibel. Ein Muss für den Maler damals ' eine Art Wörterbuch heute zur Bild-Erklärung. In der handlichen und gewohnt schön gemachten Manesse-Ausgabe sind fast alle Legenden enthalten. Wirklich komplett ist die Ausgabe aus dem Gütersloher Verlag mit 800 Seiten, die sich auch sprachlich an den frühen deutschen Übersetzungen aus dem Lateinischen orientiert. In der Nikolaus-Legende begegnen wir dem Vater, "...der seine Töchter in die offene Sünde der Straße schickt, um von ihrer Schande zu leben", während in der Manesse-Ausgabe von Prostitution die Rede ist. Man hat also die Wahl zwischen vollständigem Nachschlagewerk oder einer lesefreundlichen Lektüre, aber wer Interesse an Kulturgeschichte(n) hat, kommt an einer der beiden Ausgaben nicht vorbei. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kunsthistorisches zur Legenda Aurea,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Legenda aurea: Das Leben der Heiligen erzählt von Jacobus de Voragine (Gebundene Ausgabe)
Die hier angebotene "klassische" Ausgabe hat Richard Benz aus dem Lateinischen übersetzt (Erstausgabe in zwei Bänden 1917-1922 bei Diederichs, Jena, spätere Ausgaben bei verschiedenen Verlagen). Ob die hiesige Ausgabe von GVH Wissenschaft & Gemeindepraxis vollständig ist, weiß ich nicht. Die website des Verlags äußert sich hierzu nicht.Bei reclam (8464) gibt es deutsch-lateinische Auswahlausgabe, Übersetzung von Rainer Nickel. Manesse bietet ebenfalls nur eine Auswahl an, übersetzt von Jacques Laager. Ich rate von Auswahlausgaben immer ab. Was man sucht, findet man nicht. Jacobus de Voragine, ein Dominikanermönch und späterer Erzbischof von Genua, hat umlaufenden Legendenstoff gesammelt. Darunter befand sich auch in erheblichem Umfang apokryphes ("verborgenes"), also vom Kanon der heiligen Schriften ausgeschlossenes Material. Die Malerei des Mittelalters (und nicht nur sie allein) hat sich nicht zuletzt solche bisweilen im Mittelalter populären apokryphen Texte zum Gegenstand genommen. So kehren wesentliche Elemente des sogenannten Protevangelium des Jakobus (zwischen 150 und 200 n. Chr.) in der Legenda Aurea (um 1300) wieder ("Von der Geburt der seligen Jungfrau Maria" mit den Geschichten von Joachim, Anna, und der Verlobung Josephs mit Maria; "Von der Verkündigung des Herrn"; "Von der Geburt Sanct Johannis des Täufers"; "Von der Geburt des Herrn" mit reizenden Details wie dem an sich nichtbiblischen Tierpaar Ochs und Esel (aber schon in der spätantiken Kunst belegbar), ferner auch zwei Hebammen, welche dann die Jungfräulichkeit Marias vor und nach der Geburt "bezeugen" werden). Giotto hat gerade das Marienleben dieses Stoffs in seinen weltberühmten Fresken in der Cappella degli Scrovegni (Arenakapelle") in Padua "illustriert". Genau diese (und viele andere) Geschichten fehlen in der Auswahlausgabe von reclam, so auch die Geschichte "Von der Enthauptung Johannis des Täufers", zu welcher Jacobus de Voragine die von Matthäus 14, 1ff. nur knapp berichtete Vorgeschichte von Herodes und Herodias genealogisch weiter ausbaut. Ferner berichtet Jacobus de Voragine beispielsweise zwei Kreuzeslegenden, welche - da kunsthistorisch wichtig - bei reclam natürlich fehlen: "Von des heiligen Kreuzes Findung" erzählt die Geschichte des Kreuzesholzes beginnend mit der Pflanzung des Baumes durch Adams Sohn Seth (und zitiert hier selbst das apokryphe Evangelium des Nikodemus) bis zur Auffindung durch Helena. "Von dem heiligen Kreuz als es erhöhet ward" erzählt von dem angeblichen Raub des heiligen Kreuzes aus Jerusalem durch den Perserkönig Chosrau II. im Jahre 614 n. Chr. und der Wiedergewinnung des Kreuzes durch den oströmischen Kaiser Herakleios im Jahr 630 n. Chr. Diese Doppellegende haben Agnolo Gaddi in der Chorkapelle von S. Croce in Florenz (um 1385-1387) und Piero della Francesca in seinem weltberühmten Freskenzyklus in der Kirche San Francesco in Arezzo (1447-1451?) dargestellt. Jacobus de Voragine zitiert öfters ausdrücklich die von ihm herangezogenen Quellen und umgibt die Legenden mit religiösen Interpretationen und Unterweisungen. Wer sich hierauf einlassen kann, erhält - über die Legendensammlung - hinaus eine recht anschauliche Vorstellung davon, wie vielleicht im Mittelalter volkstümliche Predigten beschaffen gewesen sein können. Religionsgeschichtlich ist vieles hochinteressant, etwa wie vermeintliche Lücken in den kanonischen Schriften geschlossen werden: So scheint man mit der Abstammung Jesu "aus dem Geschlechte Davids" ( vgl Matth. 1; Luk 1, 27) Schwierigkeiten gehabt zu haben, da der aus Davids Geschlecht stammende Joseph eben nicht Jesu leiblicher Vater war. Also "konstruierte" man eben eine Abstammung Marias aus Davids Geschlecht. Für die jungfräuliche Empfängnis und Geburt werden sogar zwei Hebammen als "Zeugen" beigebracht, eine davon zunächst ungläubig wie später der Apostel Thomas. Literatur zu den Apokryphen: - Apokryphen zum Alten und Neuen Testament. Herausgegeben, eingeleitet und erläutert von Alfred Schindler, Manesse Verlag Zürich, 1988, 1998. Auswahlausgabe. - Evangelia infantiae apokrypha. Apokryphe Kindheitsevangelien. Band 18 der Reihe Fontes christiani". Griechisch/lateinisch/deutsch. Übersetzt und eingeleitet von Gerhard Schneider, Freiburg im Breisgau, 1995. Einige Texte gekürzt, vgl. S. 28. Umfängliche Text- und Literaturnachweise. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Anfänger ja, Fortgeschrittene nein,
Von
Rezension bezieht sich auf: Legenda aurea. Die Heiligenlegenden des Mittelalters (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch bietet eine gute Übersicht über die "wichtigsten" Heiligenlegenden (z.B. die 12 Apostel und einige der Nothelfer). Allerdings ist es keine direkte und umfangreiche Übersetzung des lateinischen Originals. Viele Legenden sind stark gekürzt! Die Informationen zum Leben Mariens fehlen z.B. komplett. Es wird zwar auf ihre Feiertage eingegangen, aber eben nicht auf ihre Vita. Insgesamt hatte ich mir mehr erwartet. Für "Anfänger" ist das Buch gut geeignet, da die Sprache gut verständlich und schlicht gehalten ist. Für "Fortgeschrittene" bietet das Buch kaum Anreize.
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