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Produktinformation
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»Der Schmerz, der mich weckte, drehte sich aus dem linken Handgelenk, fräste sich durch den Arm, der schwer und heiß wurde, erreichte die Schulter, lief auseinander, breitete sich als Gitter über die Brust aus, er lastete mit jedem Atemzug mehr und mehr, ein Panzer, der mir die Luft raubte, der mich zunehmend einschnürte und mir Angst machte.« Mitten in der Nacht erleidet Peter Härtling einen schweren Herzinfarkt, der Notarzt bringt ihn in die Klinik. Intensivstation. Operation. Es folgen ein Lungen-ödem und ein Hirnschlag und eine zweite Operation. Mit staunenden Augen, sensibel reflektierend beschreibt Härtling seine Wahrnehmungen und Erfahrungen, die Auseinandersetzungen der behan-delnden Ärzte, die über sein Schicksal entscheiden, ihre rigiden Verhaltens-vorschriften und seine sanfte Rebellion dagegen. Er vermittelt auf eindring-liche Weise seine Verlusterfahrungen, etwa als er Ausfallerscheinungen hat und sich auf der Schreibmaschine nicht mehr zurechtfindet, und den unbe-zwingbaren Wunsch nach einer Fortführung des gewohnten Lebens - der ihm erfüllt wird, auch wenn die Erschöpfung bleibt. Zur Bewältigung des Erlebten, zum Zurückfinden ins Leben gehört für Härtling wie schon in »Herzwand« auch die Spurensuche in der eigenen Biografie.
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Eine tief traumatisierende Krankheit , die Peter Härtling aus seiner Sicht beschreibt, gibt einen Eindruck davon, wie es uns allen ergehen kann, wenn uns unvorhergesehene ernste Erkrankungen und erste Alterserscheinungen ereilen.
Er liegt im Krankenhaus und beobachtet, hat Visionen und Ängste; er hört, sieht und erfühlt seinen Aufenthalt dort nach zwei Infarkten und einem Hirnschlag.
Die Konkurrenz unter den Fachkapazitäten nimmt er ebenso wahr, wie die Pflege und den Umgang mit den Schwestern, Pflegern und Mitkranken, und was es nicht alles zu hören und zu erleben gibt, wenn man einmal in so einer Krankenstation war. Die schwere Anstrengung, die es bedeutet, wieder auf die Beine zu kommen, ist absolut nachvollziehbar.
Er quält sich nach der Genesung zu Lesungen, gibt jeden Abend Bericht an seine Frau, die zwar im Hintergrund bleibt, deren Fürsorge und die der gelegentlich erwähnten Kinder durchaus spürbar wird.
Daß er beide Eltern früh verlor, wissen wir aus seiner schönen Biographie „ Leben Lernen". So wird die Krankheit zum Anlaß, sich noch einmal der Erinnerung an die Eltern und der Suche nach dem Grabe des im Krieg verstorbenen Vater zuzuwenden.
Der unvergleichliche Peter Härtling hat mit diesem kleinen Büchlein wieder einmal bewiesen, wie wunderbar er schreiben kann.
Cl.B.
Seine Biografien haben mich dann weniger interessiert und so habe ich ihn mehr oder weniger aus den Augen verloren. Sein neues und hoffentlich nicht letztes Buch hat ihn mir wieder näher gebracht.
Wie schon in seinem Buch "Herzwand", in dem er über seinen ersten Infarkt berichtet, beschreibt Härtling in "Lebenslinie" Erfahrungen an der Grenze zwischen Leben und Tod. In einfachen Worten, die den Leser tief berühren, schildert er den näher kommenden Tod und seinen Umgang damit.
Daß er an der Grenze des eigenen Lebens noch einmal neu seinem Vater auf die Spur kommt, scheint nur zwangsläufig.
Ich kann dieses Büchlein nur empfehlen: Ich selbst wurde angeregt, besonders "Nachgetragene Liebe" noch einmal zu lesen.
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