Die biographische Schrift hat Vor-und Nachteile. Zu den Vorteilen zählt, dass es Prinz gelungen ist auf wenig Raum das Leben des Protagonisten nachvollziehbar und mit vielen Details wiederzugeben. Zudem versucht Alois Prinz die Beziehungsgeflechte und sozialen Bindungen Forsters abzubilden. Als nachteilig muss jedoch die Darstellung Georgs selbst gesehen werden. Es wird das Bild eines empfindsamen Naivlings gezeichnet, der, dominiert vom herzlosen Vater, vom Schicksal gebeutelt wird. Dieser Eindruck entsteht durch die Auswahl von Zitaten aus Briefen und der 'Reise um die Welt'. Diese werden aus dem Kontext gerissen und oft ohne eine Bewertung des Autors wiedergegeben, so dienen sie lediglich als Illustration der scheinbaren Naivität Georg Forsters. Zudem unterschlägt Prinz viele der überaus kritischen Reflexionen, die Forster in seiner 'Reise um die Welt' in Verbindung mit den verschiedensten Begebenheiten abgibt. Bezüglich der Textanmerkungen ist festzuhalten, dass diese äußerst dünn gesetzt sind.
Fazit: Zum Kennenlernen des Lebens Georg Forsters brauchbar, als Beschreibung des klugen, kritischen, feinsinnigen und vor allem aufgeklärten 'Naturforschers' und Revolutionärs weniger hilfreich. Dafür besser geeignet: Georg Forster: Reise um die Welt. Akademie Verlag, Berlin 1965/66.