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Die Lebensführung im Geiste der Erleuchtung. Das Bodhisattvacharyavatara [Gebundene Ausgabe]

Shantideva
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

2004
Shantidevas Lebensführung im Geiste der Erleuchtung aus dem achten Jahrhundert gehört noch heute zu den meistgelesenen buddhistischen Werken. Der Dalai Lama betont immer wieder, dass es genügt, diesen einen Text zu studieren, um den Weg zur Erleuchtung zu gehen. Bisher gab es auf Deutsch nur eine sprachlich sehr antiquierte und inhaltlich nicht immer richtige Übersetzung vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Die vorliegende Neuübersetzung aus dem Tibetischen von Jobst Koss macht das Buch endlich einem breiten Publikum zugänglich. In eindringlichen Versen von größter poetischer Schönheit wird in zehn Kapiteln beschrieben, wie man sich in den buddhistischen Tugenden üben und somit ein Leben im Geiste der Erleuchtung führen kann. Weisheit, die nie an Aktualität verliert.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 223 Seiten
  • Verlag: Theseus; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896202251
  • ISBN-13: 978-3896202253
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 596.222 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Shantideva lebte im 8. Jahrhundert in Indien und gilt als großer, verwirklichter Meister des Buddhismus. Jobst Koss ist Psychotherapeut und studiert seit über 25 Jahren den tibetischen Buddhismus und die tibetische Sprache. er ist Herausgeber einiger Bücher zum Buddhismus.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kaum auszuloten 17. März 2005
Eines der wichtigsten Werke des Mahayana-Buddhismus. Mehr will ich zu dem Stellenwert des Werkes selbst gar nicht sagen: ein essentielles Werk vor allem was die Schulung des Wohlwollens gegenüber allen Wesen und des ethischen Verhaltens betrifft; philosophische Aspekte wie die Leerheit werden jedoch ebenso behandelt. Es ist dabei aber kein philosophisch-scholastischer Text, sondern eine Dichtung. Und das macht, dass er für die Übersetzung und fürs Verständnis eine große Herausforderung darstellt. Das Werk wurde ursprünglich auf Sanskrit verfasst, die vorliegende deutsche Übersetzung fußt jedoch auf der tibetischen Übersetzung des Sanskrittextes. Das ist kein Umweg sondern ich kann mir vorstellen, dass dieser Weg fürs Verständnis sogar unerlässlich ist: in der tibetischen Tradition gibt es noch eine lebendige, ununterbrochene Überlieferung, wie dieser Text zu erläutern ist, und es ist sehr nötig, diese heranzuziehen. Diese neue Übersetzung ist darum ein echter Fortschritt.
Man kann diesen Text zwar durchaus "einfach so lesen", er ist bereichernd und interessant, stellenweise wunderbar poetisch, stellenweise verblüffend, man wird viel erhellendes finden -- aber auch wenn man diese Erfahrung durchaus machen sollte, den Text wie er ist auf sich wirken zu lassen, soll man sich bewusst sein, dass er ohne fachkundige Erläuterungen eigentlich gar nicht zu gebrauchen ist. Missverständnisse und Unklarheiten werden sich sonst unweigerlich einstellen. Das ist nicht als Kritik zu verstehen: es ist ein tiefgründiges Werk in literarisch kunstvoller Formung, es verlangt mehr als ein gewöhnlicher westlicher Leser mitbringt (oder auch ein östlicher :-).
Nachdem ich nach ein paar Tagen Seminar mit Erläuterungen über diesen Text begriffen habe, wie weit ich von einem Verständnis entfernt bin, wenn ich ihn einfach nur lese, habe ich für mich die Folgerung gezogen, dass ich mit der neuen Übersetzung nicht besser dran bin als mit der alten (der deutsche Text ist für mich in jedem Fall zuerst mal nur ein Startpunkt für Erläuterungen) aber das mag jeder Besitzer der alten Ausgabe für sich entscheiden. Für sich betrachtet ist diese neue Version auf jedenfall ein Fortschritt, und wer sich mit Shantideva beschäftigen möchte, dem kann diese Ausgabe wärmstens empfohlen werden. (Aber bitte sucht Euch einen qualifizierten Lehrer dazu :-)
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38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mahayana-Klassiker - Altruismus pur 18. November 2004
Zu den berühmtesten Texten des Mahayana-Budddhismus gehört zweifellos das Shastra (Abhandlung, Kommentar) über den Erleuchtungsgeist, das der indische Mönch Shantideva um 750 n.Chr. in Nordindien verfasste. Dieser Text stellt ein Lehrgedicht in zehn Gesängen dar, das in typisch altindischer Weise ein religiös-philosophisches Thema behandelt.
In manchmal blumigem, ermahnendem und philosophischem Tonfall lehrt Shantideva, wie man den Erleuchtungsgeist (bodhicitta) hervorbringt (Kapitel 1-3), ihn ausbildet (Kap. 4-6) und vervollkommnet (Kap. 7-9). Er orientiert sich dabei an den sog. 6 Paramitas oder "Tugend"-Vollkommenheiten des Bodhisattva, die in der der Vollkommenheit der höheren Erkenntnis (prajña-paramita) gipfelt. Kapitel 9, das die Erkenntnis der Leerheit aus Sicht der Madhyamaka-Prasangika-Schule darstellt, ist wegen der extrem verkürzten Darstellung im indischen Debattenstil besonders schwer zugänglich und erfordert zum Verständnis mündliche Erläuterungen oder ausführliche Kommentare.
Im tibetischen Buddhismus kommt Shantidevas Text eine herausragende Stellung zu, er ist die Grundlage zahlloser Belehrungen und Kommentare und gilt als DER Text zum Thema Bodhicitta schlechthin. Anhänger des tibetischen Buddhismus werden die neue Übersetzung von Jobst Koss, die unter Anleitung namhafter Lamas in mehrjähriger Arbeit entstand, mit Interesse zur Kenntnis nehmen. Ein Vergleich mit der Übersetzung aus dem Sanskrit von Ernst Steinkellner, die seit 1981 vorliegt, und einer deutschen Teilübersetzung von Panglung Rinpoche ergibt, dass Koss sich sehr wacker geschlagen hat und den Text korrekt widergibt.
Gegenüber Steinkellner ist seine Übertragung deutlich moderner und lesbarer, wie an folgender Stelle aus dem 8. Gesang verdeutlicht werden soll. Shantideva erläutert in Vers 40 ff. die Meditation über die Unreinheit des Körpers. Bei Steinkellner heißt es V.52/53:
"Wenn du das Unreine nicht begehrst, warum umarmst du dann den andern mit Fleischunrat zugeschmierten, durch Sehnen verknüpften Knochenhaufen? Du hast selbst viel Unsauberes. Sei damit allein zufrieden! Vergiss, Unflatlüsterner, den anderen Kotsack!"
Etwas weniger mittelalterlich hingegen Koss:
"Wenn du an Unreinem nicht anhaftest, warum vereinigst du dich dann mit dem Schoß eines anderen, ein Käfig aus Knochen, von Sehnen zusammengehalten und mit Fleischbatzen bepackt? Du selbst enthältst viel Unreines, mit dem du ständig zu tun hast, und aus Sehnsucht nach Unreinem begehrst du auch noch andere Beutel von Unreinem."
Über Sinn und Zweck solcher Ausführungen sollte man allerdings genauer nachdenken und nicht vergessen, dass sie sich erkennbar an Mönche und Nonnen richten, die im Kloster leben. Von der Lebenswelt eines heutigen Mitteleuropäers ist Shantideva weit, weit entfernt...
Der Leser sollte schon einige Kenntnis der buddhistischen Terminologie und Systematik mitbringen oder ausführliche Unterweisungen zu diesem Text erhalten haben, um ihn mit Nutzen studieren zu können. Für Anfänger wird manches zunächst wohl eher befremdlich oder unverständlich wirken. Die größte Gefahr ist aber, das, was der Text beschreibt, als moralischen Zwang oder Gebot zu begreifen, das man als guter Buddhist gefälligst zu erfüllen habe: man kann auf diese Weise jahrelang gegen sich selbst wüten und dabei immer verbiesterter werden, bis man eines Tages zusammenbricht, den ganzen Buddhismus hinschmeißt und sich eine (vermeintlich) lebensbejahendere Weltanschauung sucht. Auf diese Weise hätte man eine Chance verpasst, den tieferen Sinn hinter dem ganzen Altruismus-Ding zu entdecken, das diese Buddhisten am laufen haben.
Leider gibt es Stellen bei Shantideva, die solche über-asketischen Tendenzen eher fördern (er war halt Inder) - als Gegengewicht lese man man am besten Nietzsche oder Epikur.
Die bibliophile Gestaltung (rotes Halbleinen mit gelben Einbanddeckeln, Lesebändchen, Satzspiegel) wird jeden Bücherfreund erfreuen.
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