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Die Lebenden und die Geister: Roman
 
 
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Die Lebenden und die Geister: Roman [Gebundene Ausgabe]

Diane Meur , Holger Fock , Sabine Müller
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
  • Verlag: Nagel & Kimche (27. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3312004489
  • ISBN-13: 978-3312004485
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 771.821 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Diane Meur
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Endlich ist er da, der historische Roman, dessen Setting nicht schon hundertmal durchgenudelt wurde. Diane Meur ist ein wunderbar emotionaler Roman gelungen, der sich von diesem oftmals künstlich dramatisierenden Genre wohltuend abhebt." Julia Bähr, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.10 "Man staunt, mit welcher Sachkenntnis die Belgierin Diane Meur die Zustände im Galizien des 19. Jahrhunderts schildert. Wie hautnah man dank ihrer Darstellung die politischen und sozialen Veränderungen eines ganzen Jahrhunderts erlebt. Und wie gut man sich die Schicksalsschläge und Entscheidungszwänge, die das Leben ihrer Figuren bestimmen, ausmalen kann." Marta Kijowska, Neue Zürcher Zeitung, 23.12.09 "Die Wände haben Augen und Ohren! Diane Meur schildert grandios Aufstieg und Fall einer Dynastie im Galizien des 19. Jahrhunderts: voll verbotener Leidenschaften, Ehrencodices und polnischem Nationalstolz im österreichischen Kaiserreich!" Julia Meyer-Hermann, Freundin, 14.09.09 "Ein ausgesprochen mitreißender, kluger und unterhaltsamer Roman, der zu Recht in Belgien und Frankreich mit einigen der renommiertesten Literaturpreise ausgezeichnet wurde." Florian Hunger, Jüdische Zeitung, 11/09

Kurzbeschreibung

In einer Familiensaga, die sich über ein Jahrhundert und vier Generationen erstreckt, schildert Diane Meur Aufstieg und Fall einer Familie in Galizien. Jozef Zemka kennt wenig Skrupel, wenn es um seinen gesellschaftlichen Erfolg geht. Als es ihm gelingt, die Tochter des Barons von Kotz zu schwängern und damit die Heirat zu erzwingen, wähnt er sich am Ziel. Aber auf zwei Dinge ist er nicht vorbereitet: dass seine Frau ihm nur Töchter gebiert und dass bald ganz Polen sich in Aufruhr befindet. Mitreißend erzählt die junge Autorin Diane Meur von Verschwörern und Verehrern, von revoltierenden Bauern und skrupellosen Adligen - und von einer Ära, in der alle auf Befreiung setzten.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Als Jozef Zemka von seinem Onkel als neuer Gutsverwalter für das Gut des Barons von Kotz in Galizien vorgeschlagen wird, nimmt er den Posten freudig an. Man darf nicht wählerisch sein in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche wie um 1814, als Europa neu geordnet wurde. Dass ihm mit der pummeligen und nicht sehr ansehnlichen Tochter des Gutsbesitzers von Kotz eine gute Partie gelingt, stimmt ihn selbstbewusst und hochnäsig. Leider bringt Clara nur Töchter zur Welt, und das trübt seinen Stolz erheblich.

Mit dem Gutbesitzerpaar Jozef und Clara und ihrer weit verzweigten Sippe beginnt der historische Roman von Diane Meur, in der ein altes Haus in Galizien uns die Geschichten der Familie zuflüstert, die bis zum Ende des Jahrhunderts reichen.
Zeitcolorit und politische Geschichte überlappen sich. Leibeigenschaft, verarmter Adel und nach Frankreich emigrierte Polen bestimmen eine Geschichte, in der es ums Fortkommen, um den Erhalt von Besitz und die Verheiratung von Töchtern geht. Das war in jenen fernen Zeiten nicht immer ganz einfach war, wenn das Vermögen nicht reichte.

Jozef Zemka, der einstmals arme Mann von Adel, der durch die Heirat mit Clara in den Besitz eines großen Gutes gekommen ist, zeigt sich als unruhiger, eigensinniger und wenig umgänglicher Gutsherr. Seine Frau bleibt nach der Geburt ihrer fünf Töchter ohne Glanz und eigenes Charisma. Sie ist eine stille Dulderin, bis der Hauslehrer der Töchter sie aus ihrer Lethargie reißt.
Schicksalhafte Begebenheiten in der Familie umschließen ein Jahrhundert polnischer Zeitgeschichte, denn die Töchter erleben sehr unterschiedliche Geschicke.
Mit dem Leben der Familie, dem Glück und Unglück der Töchter und dem Fortgang der Erzählung ändern sich die politischen Verhältnisse in Galizien, das einmal unter russisch-polnischer Herrschaft steht, um danach von Österreich übernommen zu werden. Die Sympathien der Einwohner gelten Polen, dem Land, in dem man sich zu Hause fühlt. Unruhen unter der Landbevölkerung führen jedoch zu Aufständen, die zur Abschaffung der Leibeigenschaft beitragen. Bei einzelnen Figuren werden die politischen Neigungen manifest, und man bekommt Einblicke in wechselnde politische Handlungsstränge.
Parallel dazu spielen sich die üblichen Familiendramen ab: Hochzeiten und Todesfälle, Schwangerschaften und Geburten. Treue und Untreue markieren ein Leben, das unter den äußeren Regeln familiärer Hierarchien und der herrschenden Moral steht.

Anregend und substanziell hat Diane Meur das 19. Jahrhundert in Galizien beleuchtet. Das Jahrhundert war politisch unruhig und brachte mit der Industrialisierung wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen, die auch an der Familiengeschichte nicht ungetrübt vorübergehen.
Das alte Haus ist der stille und erzählende Betrachter der sozialen und familiären Zwischenfälle, die dem Roman Leben einhauchen.
Die Spuren der Verwitterung werden schließlich auch an dem alten Haus sichtbar und verweisen auf die Vergänglichkeit allen Lebens.
Idee und Konzept zu dem Roman mit historischem Bezug sind gelungen. Die Familiensaga bietet den lebendigen Rahmen, aus dem die schönsten Geschichten ersonnen sind.
Die junge Autorin Diane Meur wurde für ihren Roman mehrfach mit angesehenen Preisen ausgezeichnet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Haus erzählt 22. Dezember 2009
Von likemoon
Format:Gebundene Ausgabe
Der verarmte adelige Jozef Zemka übernimmt das Gutsverwalteramt von seinem Onkel Ponarski. Um sich an die adelige Familie zu binden und seinen eigenen gesellschaftlichen Aufstieg zu eben schwängert er skrupellos die Gutsherrentochter Clara von Kotz und erzwingt so eine Heirat. Der Zucker heiratet das Salz!" so das Hochzeitslied unter den Leibeigenen. Jozef glaubt nun am Ziel zu sein, doch darauf, dass Clara ihm nur Töchter gebiert war er nicht vorbereitet. Ebenso wenig auf die Aufruhr, die durch ganz Polen rumort: Verschwörer wollen Polen freikämpfen, Leibeigene rebellieren und die Macht des Adels schwindet. Zudem fängt nun auch Clara an sich nicht mehr in ihr Los als Mittel zum Zweck zu fügen und verliebt sich in den Hauslehrer der Töchter.
Hier zeichnet sich das unruhige Leben des 19. Jahrhunderts wieder. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und industriellen Veränderungen machen auch vor der Familie nicht halt und zwingen zu Veränderungen und neuen Lebenswegen, die spannend und eindrucksvoll geschildert werden.

Ich habe Jozef Zemka 1820 bei einem Empfang kennengelernt, zu dem meine damaligen Besitzer, Baron und Baronin von Kotz, geladen hatten." So beginnt das erste Kapitel des historischen Romans. Und schon kommen erste Zweifel, was kann aus der Ich-Perspektive erzählen und hat Besitzer? Dieser ungewöhnliche Roman der französischen Autorin zeichnet sich dadurch aus, dass er von einem Haus in Galizien erzählt wird. Dieses Haus taucht in die Gedankengänge der Menschen ein, gibt schillernde Dialoge wieder und schildert eindrucksvoll die Räume und Personen. Die Familiengeschichte, welche sich über vier Generationen zieht und die Geschichte Polens fesseln den Leser und lassen ihm durch die ungewöhnliche Perspektive ein Teil von dessen werden.
Die Perspektive des Hauses erlaubt es der Autorin Diane Meur alle Dinge die außerhalb bzw. außer Sichtweite geraten weniger detailliert zu beschreiben, als vielmehr das, was die Gemäuer davon sehen. Das Debütwerk erhielt zahlreiche Preise und ist für alle Historiker- und Familienromanleser sehr zu empfehlen.
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Format:Taschenbuch
Für diesen Roman hat die Autorin einen sehr ungewöhnlichen Stil gewählt. Der Chronist dieses über hundert Jahre überbrückenden Werkes ist ein Haus, genauer gesagt ein altes Gutshaus in Galizien, unweit der Stadt Lemberg in der heutigen Ukraine. Diese Region, die damals zu Österreich gehörte, historisch aber ein Teil des östlichen Polens war, bildet den Schauplatz dieses sehr schönen Buches. Der Autorin gelingt es damit, einen Ich-Chronisten erzählen zu lassen, was bei einer Person über diesen langen Zeitraum nicht möglich wäre.

Es ist eine klassiche Familiengeschichte und das Gutshaus erlebt sie alle, die vier Generationen der Familie Zemka. Es beginnt 1820, als der Pole Joseph Zemka Verwalter auf dem Gut wird, das einst im Besitz seiner Familie war. Um es zurückzubekommen, verführt er die Tochter des Besitzers, Clara von Kotz und erzwingt eine Heirat. Doch Clara bringt nur Töchter zur Welt, der ersehnte Erbe bleibt aus. Es sind vor allem die Frauen, deren Schicksale Diana Meur interessiert. Die Mutter und die Töchter erleben typische Lebenswege ihrer Zeit. Drei Töchter heiraten, eine geht ins Kloster und die schönste, Wioletta muss für eine uneheliche Affäre plus Schwangerschaft mit lebenslangem Familiendienst im Hause des Patriarchen Zemka bezahlen. Erst Zemkas Urenkelin Tessa kann allmählich ein selbstbestimmteres Leben beginnen.

Auch die Geschichte Galiziens wird anschaulich geschildert, wobei für das Verständnis der Handlung durchaus ein Blick auf Wikipedia lohnt, da viele Leser vermutlich nicht sehr vertraut mit den Ereignissen, z.B. die polnische Teilung und der Aufstand von 1848 sind.

Ein ungemein lesenwertes Buch für Freunde von niveauvoller Unterhaltung, historisch fundiert und mit liebevollen Charakterzeichnungen. Auch sprachlich ist das Werk sehr schön. Alles in allem ein tolles Leseerlebnis für alle, die Bücher dieser Art mögen.
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