Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein fast perfektes Verbrechen, 3. April 2007
Locke Lamora und seine Gentlemen Ganoven haben den Betrug zur Kunstform erhoben. Denn was gibt es Schöneres als den Adel an der Nase herumzuführen und ihm gleichzeitig das Geld aus der Tasche zu ziehen? Damit verstößt die Gruppe von Trickbetrügern gegen den Geheimen Frieden, der den Adel vor der Unterwelt schützt und die Unterwelt vor allzu genauer Überwachung durch die Gelbjacken (Polizei). Mitten in Lockes nächsten kriminellen Geniestreich gerät die Situation außer Kontrolle: die Polizei kommt ihm auf die Schliche, ein Bandenkrieg entflammt die Unterwelt und im Grauen König scheint Locke seinen Meister gefunden zu haben. Doch ein Gentlemen Ganove gibt sich nicht so leicht geschlagen, vor allem nicht, wenn aus dem Spiel bitterer Ernst wird ...
Das äußerst gelungene Erstlingswerk von Scott Lynch bildet den Auftakt zur Gentlemen Ganoven Heptalogie, kann aber auch als Einzelband gelesen werden, da es eine in sich abgeschlossene Geschichte ist.
Wenig angetan war im vom dt. Buchcover, das nicht nur unschön ist, sondern einen falschen Eindruck von Inhalt und Wesen des Buches vermittelt. DLdLL ist keine billige Sword & Sorcery (Magie spielt eine untergeordnete Rolle), sondern vereint das Beste aus Ocean's 11 und Gangs of New York und würzt es mit einer ordentlichen Prise Originalität. Das Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, humorvoll und dramatisch, mit interessanten Charakteren und einer Handlung, die es in sich hat. Wundervoll ist auch die venezianische Atmosphäre, von den Abwasserkanälen der Unterwelt bis zu den Palazzos des Adels.
Für mich steht außer Frage, dass jeder, der das Buch gelesen hat, auch bei Lockes nächstem Coup dabei sein möchte!
Die Gentlemen-Ganoven: DIE LÜGEN DES LOCKE LAMORA, STURM ÜBER ROTEN WASSERN (Februar 08) ...
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein frischer Wind im Fantasy-Genre, 17. November 2008
Manchmal steht der Rezensent wie ein Ochs vorm Berg und weiß nicht was er schreiben soll. Dies geschieht oft dann, wenn das Buch sehr schlecht war und es schlichtweg an negativen Ausdrücken mangelt, um es treffend zu beschreiben. In diesem Fall tritt jedoch der umgekehrte Fall ein. Um Scott Lynchs Fantasyroman "Die Lügen des Locke Lamora" zu beschreiben fehlt es mir einfach an Superlativen, so begeistert hat mich das Debüt dieses Autors. Herzerfrischend anders wäre jedoch der erste Begriff, der mir einfällt.
Nachdem es in den letzten Jahres geradezu Fantasy-Romane im Stile Tolkiens auf den Markt gehagelt hat, ist dieses Werk, das man wohl als eine Mischung aus Oceans Eleven, Gangs of New York und Fluch der Karibik auf Papier beschreiben könnte, ein völlig neuer Ansatz in diesem Genre. Und einer der von Beginn an überzeugt. Beinahe schon unheimlich wie schnell mich das Buch gebannt und über satte 800 Seiten nicht mehr losgelassen hat. Die Gründe sind derer viele. In erster Linie sind es wohl die großartigen Figuren, die derart detailliert und liebevoll gezeichnet sind, dass Lynchs magische Schreibekunst vor den Augen des Lesers lebendig wird.
Hauptprotagonist ist der titelgebende Locke Lamora, ein Dieb, ein Gauner, ein Betrüger und erstklassiger Lügner, der gemeinsam mit seiner Bande, den Gentleman-Ganoven, die Stadt Camorr unsicher macht. Eine Stadt die in ihrem Aufbau in vielerlei Dingen Venedig ähnelt und dann doch irgendwie völlig anders ist. Und auch dies ist eine Stärke des Autors. Nicht selten ertappt man sich hier bei einem "Das kommt mir doch bekannt vor", um dann gleichzeitig darüber zu staunen, wie Lynch die Dinge verdreht und in einem anderen Licht präsentiert. Da werden Boote durch enge Kanäle gestakt, in denen Haie schwimmen und in denen Schiffe voller, mithilfe von Alchemie hergestellter Bäume, gleiten. Wenn je das Wort fantastisch gepasst hat, dann wohl hier.
Wie bei einem Breitwandkinofilm kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus, obwohl sich der Plot vorwiegend auf diese eine Stadt konzentriert und es darüber hinaus eigentlich keine größere Weltenkonstruktion gibt, wie man sie von anderen Büchern des Genres kennt.
Was den Plot angeht: Der lässt sich mit den Worten spannend, rührend und genial durchdacht wohl am treffendsten beschreiben. Lynch lässt den Helden Locke Lamora in ein Abenteuer stürzen, das anfangs noch "nur" kurzweilig ist, um dann bald dramatische Züge anzunehmen. Von traurigen, beklemmenden und zynischen Szenen, über schwarzhumorig und dreckig bis hin zu unglaublich brutal, deckt die Story so ziemlich alles ab, was man von einem Fantasy-Werk erwarten darf. Hinzu kommt eine Reihe von Überraschungsmomenten, bei denen Gänsehaut garantiert ist und die ein Beiseitelegen des Buches unmöglich machen. Selten hab ich so intensiv bei einer Lektüre mit den Figuren mitgefiebert und geistig die Finger gekreuzt, es möge doch alles gut gehen.
Insgesamt ist "Die Lügen des Locke Lamora" mit Abstand einer der besten Fantasy-Romane der letzten Jahre, der besondere Hochachtung und ein breites Lesepublikum verdient hat. Meine Lust auf die Fortsetzung und insbesondere die Hoffnung auf eine Verfilmung ist geweckt. Kompliment auch an Heyne, die sich nach dem völlig unpassenden, todhässlichen ersten Cover, zu einer gelungeneren Neugestaltung entschieden haben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich habe ihn auch ein A....ch genannt... (Zitat), 27. Oktober 2009
Die Lügen von Locke Lamorra sind lange Zeit in meinem Stapel der ungelesenen Bücher auf und ab gewandert und ich hatte immer wieder ausreden das Buch NICHT anzufangen. Mal gab es ein Buch auf das ich nahezu versessen war es zu lesen, wie DER NAME DES WINDES oder der neue Steven Erikson schneite unverhofft ins Haus. Wie die Katze schlich ich um den heißen Brei und wagte mich nicht wirklich motiviert an DIE LÜGEN DES LOCKE LAMORRA, das ja viele gute Kritiken bekommen hatte. Diese waren auch der ausschlaggebende Grund für meinen Kauf.
Zu meinem persönlichen Leid standen in diesen Kritiken und Berichten oft der Vergleich von Carmorr mit VENEDIG, KÄNÄLEN, italienischen FLAIR usw. Und wenn es etwas gibt,das ich mir NICHT als Rahmen für einen Fantasyroman wünsche, ist es diese mit Klischees überladene Hafenstadt an der italienischen Adria. Mich schüttelt es ja schon wenn ich den unsäglichen Commisario Brunetti im Fernsehen über die Kanäle schippern sehe. Und dann noch dieser komische Name für den Titelhelden: Locke Lamorra! Das schrie für meinen Geschmack förmlich nach Humbug serviert zwischen zwei grottenschlechten Coverblättern (ich beziehe mich da auf das Cover der Ersterscheinung). Also, alles im Allen die schlechtesten Voraussetzungen für eine gelungene Freundschaft. Aber selbst die dicksten Vorurteile lassen sich kippen und manchmal ist bin ich doch darüber überrascht was für ein Blödmann ich manchmal bin. Aber, so ist das mit subjektiven Empfindungen. Sie täuschen oft. Also halte ich es wie unser Altbundeskanzler Adenauer und sage: WAS INTERESSIERT MICH MEIN GESCHWÄTZ VON GESTERN? ...und revidiere meine Meinung denn Scott Lnych hat mit DIE LÜGEN DRS LOCKE LAMORRA ein Klasse-Buch abgeliefert.
Scott Lynch hat mich schnell eines Besseren belehrt und ich ziehe tief meinen Hut vor seinem Erstling. Einmal angelesen, hatte er mich am Haken. Lynch kann hervorragend schreiben, er baut sein Buch kontinuierlich auf und hält den Leser bei der Stange. Bücherschreiben scheint für ihn ein Höllenspaß zu sein, das merkt man auf jeder Seite. Nie war ich mir sicher, was bei ihm als nächstes kommt. Es gab Momente da dachte ich: Nein Lynch, dir gehe ich jetzt nicht wieder auf den Leim und ich dachte: Jaja, iss klar. Alle tot! Ich wette ALLES darauf, dass die im nächsten Kapitel wieder munter rumlaufen und weiter bescheißen und alles nur eine große Finte war. Aber so ist das bei Betrügereien - alles verwischt. Die Grenzen verfließen und ob der Trick gelingt hängt an einem seidenen Faden. Geht er schief, so hängt man im wahrsten Sinne des Wortes in Camorr. Denn die Gesetze von Camorr sind klar. Lynch spielt mit seinen Lesern Katz und Maus. Er täuscht an, startet ein Ablenkungsmanöver und lässt dich unversehens ins kalte Messer laufen wenn du nicht aufpasst. Es gibt einige derbe und gewalttätige Szenen, kurz danach muss man wieder schmunzeln und ein paar mal habe ich meiner Freundin ein paar Passagen aus dem Buch vorgelesen und lauthals gelacht. Und das ist etwas was mir bei Fantasy-Romanen eigentlich recht selten passiert (... geschweige, dass ich es je zugegeben hätte). Aber, Locke ist einfach cool - dies muss man ihm lassen. Er fängt sich ständig welche, aber er steht auch immer wieder auf. Er lebt ein bisschen das Indiana Jones-Prinzip. Je mehr er auf der Schnauze bekommt, desto beharrlicher verfolgt er seine Pläne. Er bleibt in seinen Handlungen sympathisch, obwohl er ja keiner von den wirklich Guten ist. Er klaut, betrügt, hat eine große Klappe und schreckt auch nicht vor einem Mord zurück - trotzdem drückt man ihm die Daumen das er seine Gaunereien umsetzten kann. Irgendwie wachsen er und seine Gentleman-Ganoven einem ans Herz. Man erfährt aus ihrer Jugend und wie Locke zu dem geworden ist, der er heute ist. Ein Vollblutgauner.
Mein Fazit: Es gab ein paar üble Kapitel-Cliffhanger und ich war schon geneigt, die Seiten weiter zu blättern bis es weitergeht. Da war ich echt sehr neugierig. Aber ich habe es nicht gemacht. Und es war auch gut so denn ich habe mich auf keiner Seite des Buches gelangweilt. Scott Lynch und Locke Lamorra und seine Gentlemann-Ganoven habe mich echt abgezogen. Das gebe ich gerne zu. Ich hätte im Traum nicht gedacht, dass mich dieses Buch so angenehm überraschen und köstlich unterhalten würde. Großes Kino, trotz Kanälen und Venedig-Feeling. Es hat mich wirklich nicht gestört. Noch nicht mal der DON und die DONNA, die Capas. Es passte einfach zur Story.
Eines möchte ich noch trotzdem noch anmerken.
Scott Lynch schreibt auf einen sehr hohen Niveau. Das Buch liest sich wie Öl. Da gibt es nichts zu meckern. Auch ein Kompliment an die dt. Übersetzung. Lynch hat eine sehr unterhaltsame Schreibe, frische Ideen und viel Humor. Und dieses hohe Level macht mir ein bisschen Sorge um Locke Lamorra. Was soll danach noch kommen? Ich glaube als Einzelbuch klappt DIE LÜGEN VON LOCKE LAMORRA ganz hervorragend. Ein zweites Locke-Buch käme mir schon vor wie ein Remake. Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass dieses tolle Leseerlebnis nochmal geklont wird. Das wird nicht funktionieren wenn das Setting nicht völlig anders wird und Locke sich auf einem anderen Gebiet beweisen kann. Ich habe STURM ÜBER ROTEN WASSERN noch nicht gelesen, aber es liegt hier. Und ich bin sehr gespannt ob er den Absprung schafft. Aber erst kommt noch BEST SERVED COLD von Abercrombie dran und dabei habe ich auch schon wieder so komische Bauchschmerzen. Was ist wenn sich BEST SERVED COLD als weggelassene, dann umgeschriebene Handlungsstränge aus THE FIRST LAW entpuppt? Ja, ich leide wohl doch schon unter Paranoia... aber in einer Zeit in der jede zweite Neuveröffentlichung eine Vampir-Grütze beinhaltet muss man wohl paranoid werden. Aus Sorge die guten Bücher nicht mehr zu erkennen und zu lesen.
Ach ja, meine Überschrift: - Ich habe ihn auch ein A.....ch genannt...-(Zitat) kommt in einem völlig unerwarteten Moment und nimmt den Schrecken einer vorangegangenen Folterszene mit einem Satz. So etwas kann wirklich nicht Jeder. Da ziehe ich nochmals meinen Hut. Eine klare LESEEMPFEHLUNG!
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